Saal: Was ist das?
Ruth: Hallo, hallo Radio-Kofé. Ich wäre fast beim Reingehen an der Tür mit meinem
Ruth: Headset-Kabel hängen geblieben, aber es ist gerade noch gut gegangen.
Ruth: Hallo, schön, dass ihr alle da seid.
Ruth: Schön, euch zu sehen. Wir sind Ruth und Florian, wir machen diesen Podcast, das Universum.
Ruth: Normalerweise sehen wir euch nicht, das ist das Besondere heute.
Ruth: Für euch auch, hoffentlich. Kennt ihr alle den Podcast eigentlich?
Ruth: Oder sind Leute da, die den Podcast gar nicht kennen?
Ruth: Auf gut Glück. Oh, ganz schön viele. Okay. Und ihr habt euch gedacht,
Ruth: schauen wir mal, was für ein nettes Konzert im Radiokaffee heute ist.
Ruth: Und jetzt seid ihr hier gelandet.
Ruth: Wir werden euch Geschichten erzählen. Geschichten über das Universum.
Ruth: Das ist ja auch der Name des Podcasts. Und wir machen das auch im Podcast immer
Ruth: so, dass wir uns gegenseitig quasi unsere Lieblingsgeschichten,
Ruth: Neues aus der Forschung, was auch immer, erzählen.
Ruth: Und genau so machen wir das heute auch. Es gibt eine Geschichte von mir zum
Ruth: Thema Galaxien natürlich, das spannendere Thema.
Ruth: Eine Geschichte von Florian zum Thema langweilige Felsbrocken,
Ruth: Asteroiden, das ist sein Spezialgebiet. Ja, das ich selber ausgesucht.
Ruth: Wer darf eigentlich anfangen? Wie machen wir das heute?
Florian: Ja, das machen wir heute auf eine besondere Art und Weise herauszufinden,
Florian: wer von uns beiden anfangen darf. Und dazu setzen wir uns das erste Mal hin,
Florian: weil wir haben ja heute hier tatsächlich das Prozedere, das wir auch machen,
Florian: wenn wir eine echte Podcast-Folge aufnehmen, weil das heute eine echte Podcast-Folge ist.
Florian: Also das wird die Podcast-Folge sein, die in zwei Wochen am Dienstag als Folge
Florian: 159 von Das Universum erscheint. Also wer gerne hören möchte,
Florian: wie er oder sie im Publikum sitzt, kann sich in zwei Wochen die Folge anhören
Florian: und wird das dann dort hören.
Florian: Und normalerweise im Podcast gibt es immer nur eine Person, die die Folge gestaltet, inhaltlich.
Florian: Einmal erzählt Rot-Geschichten, einmal erzähle ich Geschichten.
Florian: Heute Abend erzählen wir beide Geschichten.
Florian: Und um herauszufinden, wer anfangen darf, machen wir etwas Besonderes.
Florian: Wir machen ein Spiel und dieses Spiel ist ein Teaser auf eine zukünftige Podcast-Folge,
Florian: die eine ganz besondere Podcast-Folge werden wird.
Florian: Und ich verrate nicht mehr, aber wir spielen jetzt, Ruth, um herauszufinden, wer anfangen darf.
Ruth: Ich habe schon so Angst. Ich hasse Spiele.
Florian: Wir spielen eine Runde Risiko, ungefähr drei Stunden lang. Weltenherrschaft.
Florian: Nein, wir spielen Schere, Stein, Papier.
Florian: Aber kein normales Schere, Stein, Papier, sondern eine astronomische Version
Florian: von Schere, Stein, Papier.
Florian: Wir spielen Asteroid, Galaxie, schwarzes Loch.
Florian: Und es funktioniert so. Asteroid ist die Faust, ja genau.
Ruth: Galaxie?
Florian: Nein, nein, die Gesten zeige ich dir nachher dann. Also Asteroid schlägt Galaxie.
Ruth: Na bitte, so ein Blödsinn. Also das ist ein Fakt ja schon einmal an.
Florian: Lass mich erklären. Asteroid schlägt Galaxie, weil der Asteroid fliegt einfach
Florian: durch. Dem Asteroid ist die Galaxie vollkommen wurscht.
Florian: Galaxie schlägt schwarzes Loch, weil das schwarze Loch wird von der Galaxie
Florian: beherbergt. Ohne Galaxie wäre das schwarze Loch urlangweilig.
Florian: Also Galaxie schlägt schwarzes Loch und schwarzes Loch schlägt Asteroid,
Florian: weil das schwarze Loch verschluckt den Asteroid einfach.
Ruth: Ja, das ist auf jeden Fall wahr.
Florian: Okay, also... Genau, die Gesten sind Asteroid, ist der Felsbrocken.
Florian: Ja, schwarzes Loch ist einfach ein Loch. Und Galaxie ist eine Galaxie.
Ruth: Eine Galaxie?
Florian: Eine Spiralgalaxie, ja.
Ruth: Aber da braucht man zwei Hände.
Florian: Das geht ja.
Ruth: Ja, bei Schere, Stein, Papier muss man eigentlich nur mit einer Hand spielen, oder?
Florian: Ja, wir spielen das mit zwei Händen. Also, auf drei...
Ruth: Okay, Asteroid, Galaxie, schwarzes Loch.
Florian: Genau, also auf drei. Asteroid, Galaxie, du musst mitreden.
Florian: Das muss man gemeinsam sagen und dann zeigt man es am Ende. Hast du noch nie
Florian: die Schere schon an Papier gespielt?
Florian: Nein, wir sagen es jetzt.
Ruth: Eins, zwei, drei.
Florian: Wir sagen jetzt gemeinsam Asteroid, Galaxie, schwarzes Loch.
Florian: Ich habe gesagt, ich hasse Spiele.
Ruth: Ich bin schlecht in Spielen. Das ist nicht mein Ding.
Florian: Also Asteroid.
Ruth: So muss man, so.
Florian: So, so. Genau.
Ruth: Damit man dann ganz schnell so machen kann.
Florian: Zum Beispiel, wenn man das will. Oder so. Je nachdem. Also Asteroid,
Florian: Galaxie, schwarzes Loch.
Florian: Ich habe gewonnen. Galaxie schlägt das schwarze Loch. Ich habe dich voll psychologisch ausgedrückt.
Ruth: Ja, voll, weil ich wusste gar nicht.
Florian: Ich habe gewusst, da nimmst du nicht die Galaxie, weil du glaubst, ich nehme den Asteroid.
Ruth: Ja, ich habe es eigentlich falsch gedacht, weil ich habe mir gedacht,
Ruth: du nimmst jetzt sicher die Galaxie, weil du glaubst, dass ich glaube,
Ruth: dass du den Asteroiden nimmst und darum muss ich das schwarze Loch nehmen.
Ruth: Aber das schwarze Loch schlägt ja den Asteroiden und nicht die Galaxie.
Ruth: Also mein ganzes psychologisches Spieldenken war irgendwie, ja.
Florian: Okay, also wir wissen, warum wir das Spiel gemacht haben, muss ungefähr so im
Florian: August, September in unserem Podcast hören. Da löst sich das auf.
Florian: Aber jetzt auf jeden Fall fange ich an, weil ich die Galaxie gewählt habe und
Florian: deswegen das schwarze Loch von Ruth geschlagen hatte.
Ruth: Ist das bitte keine Geschichte über Galaxien?
Florian: Nein, ich erzähle natürlich keine Geschichte über Galaxien. Mein Spezialgebiet
Florian: in der Astronomie sind die Asteroiden. Und deswegen erzähle ich natürlich auch
Florian: heute eine Geschichte über Asteroiden. Ruth, wo warst du vor 800 Millionen Jahren?
Ruth: Was war ich da? Wahrscheinlich ein Farn oder irgend sowas. Gab es da schon Farne?
Florian: Ja, was auch immer. Aber wenn du damals zum Mond geschaut hättest,
Florian: hättest du etwas ganz Prägnantes, das man heute am Mond sieht,
Florian: nicht gesehen. Zumindest mit einem Fernglas, nämlich den Kopernikuskrater. Den kennst du, oder?
Ruth: Ja, der große.
Florian: Der Kopernikuskrater am Mond ist ein extrem großer, markanter Krater,
Florian: über 90 Kilometer Durchmesser, fast an der Grenze, dass man ihn mit freiem Auge sehen könnte.
Florian: Ist ein paar Kilometer zu klein, um das sehen zu können. Aber mit einem Fernglas
Florian: kann man den Kopernikus-Krater wunderbar sehen.
Florian: Wie gesagt, 90 bis 95 Kilometer Durchmesser. Der Kraterwall ist 900 Meter hoch.
Florian: Das ist wirklich dramatisch.
Florian: Apollo 12 ist dort in der Nähe gelandet. Die sind in so einem Strahlen, heißt das.
Florian: Also wenn man die Krater anschaut, sieht man da so Strahlen weggehen.
Florian: Das ist das Material, das ausgeworfen wurde. Also da ist Apollo 12 gelandet.
Florian: Apollo 20 hätte direkt im Krater landen sollen, aber die Mission ist gestrichen worden.
Florian: Und das Alter dieses Kraters ist 800 Millionen Jahre. Also vor 800 Millionen
Florian: Jahren gab es den Krater noch nicht.
Ruth: Das ist recht jung eigentlich.
Florian: Ja, einerseits.
Ruth: So für so ein großes Ding.
Florian: Einerseits schon, andererseits nicht. Auf der Erde zum Beispiel haben wir solche
Florian: alten Krater nicht, beziehungsweise wir sehen die nicht, wir finden die nicht,
Florian: weil auf der Erde, es gibt Wetter, es gibt Atmosphäre, es gibt Erosion und alles mögliche andere.
Florian: Das heißt, die Krater verschwinden im Laufe der Zeit. Das haben wir am Mond
Florian: alles nicht. Also der größte bekannte Krater oder einer der größten bekannten
Florian: Krater auf der Erde ist der Chicxulub-Krater. Das ist der, der entstanden ist
Florian: vor 65 Millionen Jahren, als die Dinosaurier ausgelöscht wurden.
Florian: Der ist, wie gesagt, 65 Millionen Jahre alt und ältere Krater zu finden ist schwierig.
Florian: Auf der Erde zumindest. Auf der Erde, genau. Aber wie gesagt,
Florian: wir können zum Mond schauen. Und es gibt, das habe ich nicht gewusst, überraschenderweise.
Florian: Nein, überraschenderweise sage ich,
Florian: weil ich meine Doktorarbeit über Asteroideneinschläge geschrieben habe.
Florian: Und das ist eine sehr interessante Information über Asteroideneinschläge,
Florian: darum hat es mich überrascht, dass ich es nicht gewusst habe,
Florian: aber für jeden Einschlag auf dem Mond gibt es überschlagsmäßig 20 auf der Erde mit ähnlicher Größe.
Florian: Weil natürlich alles, was so Richtung Erde-Mond kommt, das wird von der Erde
Florian: viel stärker angezogen als vom Mond, weil die Erde viel größere Masse hat.
Ruth: Ja, aber die Atmosphäre.
Florian: Ja, aber das geht um die großen Dinge. Also die kommen schon durch.
Florian: Also wenn auf dem Mond ein großer Krater ist, müssen auf der Erde 20 große Krater sein.
Ruth: Tatsächlich.
Florian: Ist zumindest so eine Überschlagsregel. Und deswegen können wir uns jetzt fragen,
Florian: was ist vor 800 Millionen Jahren passiert, das den Kopernikus-Krater erzeugt hat?
Florian: Und ist auf der Erde auch was passiert damals?
Ruth: Das heißt, es muss 20 Grad der Größe auf der Erde geben in ungefähr,
Ruth: naja gut, nicht mehr nachweisbar, weil halt weg erodiert.
Florian: Genau, aber da kommen wir noch dazu. Es gibt eine neue wissenschaftliche Arbeit,
Florian: die vor kurzem erschienen ist zu dem Thema und die haben genau das untersucht.
Florian: Die haben die Vermutung, dass es vor 800 Millionen Jahren sehr viel mehr Einschläge
Florian: auf dem Mond erst mal gegeben hat als davor oder danach.
Florian: Also da muss irgendwas passiert sein, was dazu geführt hat, dass im Sonnensystem
Florian: auf einmal so eine Art Asteroidensturm in Richtung Erde-Mond gesaust ist und
Florian: dort unter anderem die Kopernikus-Krater erzeugt hat, aber auch viele andere Krater.
Ruth: Weil man eine andere auch gefunden hat? Oder das nimmt man nur an?
Florian: Nein, nein. Also wir wissen, dass es eben nicht den Copernicus-Krater gibt.
Florian: Es gibt auch andere große Krater auf dem Mond, zum Beispiel den Lowell-Krater,
Florian: 65 Kilometer und noch einen ganzen Schwung andere, so 20, 30,
Florian: 40 Kilometer große Krater, die alle ungefähr 800 Millionen Jahre alt sind. Also da war einiges los.
Florian: Die Apollo-Missionen haben auch Proben genommen von so Mondgestein und in diesem
Florian: Mondgestein hat man auch Mondglas gefunden, also Gestein, das so stark erhitzt
Florian: worden ist, dass es zu Glas geworden ist.
Florian: Und auch da kann man durch diverseste chemische, geologische Analysen herausfinden,
Florian: wie alt das Material ist, wann es entstanden ist.
Florian: Auch das ist ungefähr 800 Millionen Jahre alt. Also man hat aus verschiedensten
Florian: Richtungen Hinweise darauf, dass vor 800 Millionen Jahren auf dem Mond sehr
Florian: viele große Krater entstanden sind.
Florian: Und was war da? Was hat diesen Asteroidensturm verursacht?
Ruth: Die Außerirdischen.
Florian: Nein.
Florian: Die kann man immer anführen, weil die können alles machen, was sie wollen,
Florian: weil wir keine Ahnung haben von außerirdischem. Nein, Familiengründung.
Ruth: Okay, so lange kannst du deine Ahnen irgendwie zurückverfolgen oder was?
Florian: Nein, die Entstehung einer Asteroidenfamilie. Asteroidenfamilien sind ein spannendes
Florian: Thema, weil Asteroiden, die sind Felsbrocken, die durchs All fliegen,
Florian: aber die haben Verwandte.
Florian: Asteroidenfamilien, die entstehen, wenn ein großer Asteroid irgendwann mal mit,
Florian: einem anderen Asteroid zusammenstößt, Dann gibt es jede Menge Bruchstücke und
Florian: die haben, weil sie alle aus demselben Objekt stammen, alle ungefähr eine ähnliche Umlaufbahn.
Florian: Also es ist jetzt nicht so, dass die alle so im Verband wie so eine Flugzeugstaffel
Florian: durch die Gegend fliegen, aber man kann mit der richtigen astronomischen Analyse
Florian: herausfinden, dass die alle so ähnliche Bahnen haben und dass die alle zur selben Familie gehören.
Florian: Es gibt einige Asteroidenfamilien und die Leute, die diese Arbeit geschrieben
Florian: haben, haben jetzt eben nach einer Asteroidenfamilie gesucht,
Florian: die ungefähr erstens das passende Alter hat, die ungefähr vor 800 Millionen
Florian: Jahren entstanden ist und,
Florian: die entstanden ist in der Nähe der sogenannten 3 zu 1 Resonanz mit Jupiter.
Florian: Ich weiß jetzt nicht, wer weiß, was die 3 zu 1 Resonanz ist.
Ruth: Da braucht man nicht mehr viel dazu sagen.
Florian: Nein, Resonanzen sind wahnsinnig wichtig, weil Resonanzen können unser Ende bedeuten.
Ruth: Wie damals vor 800 Millionen Jahren.
Florian: Resonanz heißt einfach nur, dass die Umlaufzeiten von zwei Himmelskörpern in
Florian: einem bestimmten Verhältnis stehen. Und 3 zu 1 Resonanz heißt,
Florian: ein Asteroid macht drei Runden um die Sonne, während der Jupiter genau eine
Florian: Runde um die Sonne macht.
Florian: Das ist eine 3 zu 1 Resonanz.
Florian: Und ich lasse die Details jetzt aus, aber je nachdem, wie das genau abläuft,
Florian: wo sie sich genau befinden, die Himmelskörper, wenn sie umlaufen,
Florian: kann so eine Resonanz entweder gut oder schlecht sein, wenn man so will,
Florian: entweder störend oder konstruktiv.
Florian: In dem Fall ist sie störend. Man kann sich das so vorstellen,
Florian: wenn die immer da rumfliegen und der Asteroid dreimal rumfliegt,
Florian: während der Jupiter einmal rumfliegt, dann kommen die quasi,
Florian: Alle drei Asteroidenjahre,
Florian: oder alle drei Asteroidenjahre sind sie wieder in derselben Position wie vorher.
Florian: Und wenn die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nahe sind, Asteroiden und Jupiter,
Florian: dann sind sie sich ein Jupiterjahr oder drei Asteroidenjahre wieder nahe.
Florian: Das heißt, der Jupiter kann immer im selben Moment dem Asteroid quasi gravitativ einen Schubs geben.
Florian: Es ist wie bei einer Schaukel. Wenn ein Kind auf der Schaukel sitzt und ich
Florian: stoße die Schaukel an, Wenn ich die immer im richtigen Moment anschubse, dann.
Florian: Reicht es, wenn ich quasi im richtigen Moment immer dieselbe kleine Kraft ausübe
Florian: und das Kind wird trotzdem immer höher und höher schottelt. Genau.
Florian: Und genauso ist es da auch, wenn der Jupiter da immer im richtigen Moment anschubst,
Florian: dann kann der Asteroid immer mehr gestört werden. Die Umlaufbahn des Asteroids
Florian: verändert sich, sie wird von einer kreisförmigen Umlaufbahn.
Florian: Zu einer immer langgestreckteren Umlaufbahn. Und irgendwann ist sie so langgestreckt,
Florian: dass sie eben dem Mars, der Erde oder sogar der Venus in die Quere kommt.
Florian: Und dann kann sie dort zusammenstoßen. Und das geht relativ schnell.
Florian: Also wenn so ein Asteroid in der Nähe in einer Resonanz landet,
Florian: dann kann der wirklich so in einer Million Jahre ungefähr auf der Erde einschlagen.
Ruth: Schnell auf astronomisch.
Florian: Ja, für astronomische Maßstäbe ist das schnell. Also man sucht eine Asteroidenfamilie,
Florian: 800 Millionen Jahre alt ungefähr, In der Nähe der 3 zu 1 Resonanz,
Florian: also die Position, wo der Asteroid
Florian: dreimal rumgeht, während der Jupiter einmal rumgeht, die liegt ungefähr bei
Florian: zweieinhalb astronomischen Einheiten.
Florian: Also zweieinhalb Mal so weit weg von der Sonne wie die Erde.
Florian: Und da gibt es eine Familie, nämlich die Eulalia-Familie.
Ruth: Es klingt ein bisschen so, als hättest du schon zu viel Bier getrunken.
Florian: Eulalia ist die Großmutter der Frau von Max Wolf.
Ruth: Und wer ist Max Wolf?
Florian: Max Wolff ist ein Astronom aus Heidelberg, einer der berühmtesten Asteroiden-Entdecker
Florian: in der Astronomie-Geschichte.
Ruth: Ich habe mir schon gedacht, ich kenne den nicht.
Florian: Nein, der hat sehr, sehr viele die ersten erdnahen Asteroiden entdeckt und Trojaner-Asteroiden
Florian: entdeckt. Max Wolff ist sehr berühmt und der hat diesen Asteroid 1902 entdeckt
Florian: und aus Gründen, die ich nicht mehr nachvollziehen kann, nach seiner Frau genannt.
Florian: Nach seiner Frau, nach der Oma seiner Frau genannt.
Ruth: Ah, Oma, okay.
Florian: Keine Ahnung, was da privat abgelaufen ist bei denen, aber aus irgendeinem Grund
Florian: hat die Oma von seiner Frau einen Asteroid bekommen. nicht Eulalia.
Florian: Eulalia ist 37 Kilometer groß, also schon großer Brocken und ist momentan so
Florian: bei einer mittleren Distanz von 2,49 astronomischen Einheiten.
Florian: Also ziemlich genau in der Nähe dieser Resonanz, um die es geht.
Florian: Und wir wissen, dass es eben eine Familie dazu gibt.
Florian: Der ist mal irgendwo in der Vergangenheit… Die Geschwister.
Ruth: Von der Oma.
Florian: Quasi. Nein, also es gab einen Hauptkörper, also es gab einen Ursprungskörper
Florian: und der ist vor 800 Millionen Jahren mit irgendwas kollidiert.
Florian: Und da gab es jede Menge Bruchstücke und Eulalia ist das Größte dieser Bruchstücke.
Florian: Man vermutet, dass auch Benno und Ryugo dazugehören.
Ruth: Ah, wirklich?
Florian: Benno und Ryugo sind zwei Asteroiden, die in den letzten Jahren Besuch von Raumsonden
Florian: bekommen haben. Einmal von der japanischen Raumsonde, einmal von der NASA-Raumsonde.
Florian: Die sind dahin geflogen und haben Material wirklich vom Asteroid aufgesammelt
Florian: und zurück zur Erde gebracht. Also das sind Asteroiden, die wir sehr gut kennen.
Florian: Die gehören wahrscheinlich auch zu der Eulalia-Familie dazu.
Florian: Jetzt fragst du dich sicherlich, Ruth.
Ruth: Warum Eulalia nicht auch Richtung Mond geflogen ist, frage ich mich jetzt.
Ruth: Warum Eulalia immer noch dort ist, in dieser Resonanz?
Florian: Nein, nein, Ruth, du fragst dich, wie man herausgefunden hat,
Florian: warum Eulalia 800 Millionen Jahre alt ist, diese Familie. Wie kriegt man raus,
Florian: dass vor 800 Millionen Jahren dort ein Asteroid auseinandergebrochen ist?
Ruth: Isotope?
Florian: Nein.
Florian: Mit einer Jarkowski-Chronologie.
Ruth: Ui, ui, ui, okay. Ja, das wundert mich, dass es nicht sofort eingefallen ist.
Summe: Sowas habe ich natürlich normalerweise immer parat. Nein, also es läuft so.
Summe: Wir wissen, es gab irgendwann mal so ein Ursprungs-Asteroid.
Summe: Der war ungefähr 100, 200 Kilometer groß.
Summe: Der ist da friedlich durchs Weltall geflogen, bis irgendwie ein anderes großes
Summe: Drum in diesen Asteroid reingekracht ist.
Summe: Er ist auseinandergebrochen. Jede Menge Bruchstücke, große und kleine,
Summe: die waren alle am Anfang zuerst noch nahe beieinander.
Summe: Aber dann hat der Jakovsky-Effekt gewirkt. Und der Jakovsky-Effekt ist ein Effekt,
Summe: der auftritt, wenn der Asteroid von der Sonne ungleichmäßig erwärmt wird.
Summe: Wenn der ungleichmäßig stark aufgewärmt wird von der Sonne, dann...
Summe: Kann die Wärme auch ungleichmäßig wieder zurück ins Weltall gestrahlt werden.
Summe: Und das führt, es ist in Wahrheit viel komplizierter, aber im Wesentlichen führt
Summe: das dazu, dass eine kleine Kraft auf den Asteroid wirkt. Also die Wärmestrahlung
Summe: der Sonne kommt hin zum Asteroid, die Wärmestrahlung vom Asteroid wird wieder abgegeben.
Summe: Und wenn die eben ungleichmäßig abgegeben wird, wenn es nicht alles symmetrisch
Summe: ist, dann sorgt die Strahlung, die hingeht und weg geht, für eine kleine Kraft,
Summe: die auf den Asteroid wirkt.
Summe: Und im Laufe von Millionen Jahren kann diese Kraft der Strahlung,
Summe: die auf den Asteroid wirkt, den Asteroid leicht ein bisschen verschieben.
Summe: Das heißt, der Asteroid erfährt eine zusätzliche Kraft, die umso stärker ist,
Summe: je kleiner der Asteroid ist.
Summe: Das heißt, du hast ursprünglich einen Haufen Bruchstücke, alle ungefähr in derselben Gegend des Weltalls.
Summe: Aber dann im Laufe der Zeit hat der Jakowski-Effekt die kleineren Asteroid-Bruchstücke
Summe: stärker weggeschoben als die größeren. Weil die leichter wegzuschieben sind. Genau.
Summe: Und wenn wir uns das heute anschauen, die ganzen Mitglieder der Eulalie-Familie
Summe: und schauen, wo sind die und alles und mit viel Mathematik und Computersimulationen
Summe: können wir sehen, okay, die sind mittlerweile so weit durch die Gegend geschoben
Summe: worden und das heißt, damals müssen sie alle zusammen gewesen sein.
Summe: Und das sind 800 Millionen Jahre und das hat man vorher schon gewusst.
Summe: Und in dieser Arbeit haben sie jetzt alles nochmal neu simuliert und gesehen,
Summe: ja, das passt immer noch alles super und sie haben dann auch noch simuliert,
Summe: was mit diesen Bruchstücken nach der Kollision passiert ist.
Summe: Ganz viele davon sind direkt in diese Region der 3 zu 1 Resonanz geschleudert
Summe: worden, wo sie dann eben schnell...
Summe: In Richtung Erde und Mond transportiert werden. Und die restlichen sind dann
Summe: so langsam durch den Jakovsky-Effekt auch in diese Resonanz geschoben worden.
Summe: Es sind immer noch genug übrig. Zum Beispiel Eulalia, der größte,
Summe: der wird am langsamsten geschoben.
Summe: Darum ist er noch nicht am Mond eingeschlagen, wie du vorhin gefragt hast.
Summe: Okay, das heißt, es werden auch die Kleineren quasi früher dann rausgestört
Summe: aus dieser Resonanz und die Kleineren sind dann schon früher Richtung Erde und Mond geflogen.
Summe: Genau. Aber da müssten ja immer wieder Neue aus der Richtung kommen.
Summe: Ja, immer wieder ist es, wie gesagt, auf astronomisch. Wieso waren die dann
Summe: alle vor 800, also warum gab es dann diese Häufung vor 800 Millionen?
Summe: Weil vor 800 Millionen Jahren das ganze Ding auseinandergebrochen ist und mal
Summe: die ganzen Haufen Bruchstücke mal direkt in die Resonanz reingeschleudert worden
Summe: sind. Und dann noch gleich.
Summe: Und dann kam noch ein bisschen was nach hinterher. Alles klar.
Summe: Und das haben wir in dieser Arbeit alles ausführlich simuliert,
Summe: mit Computerberechnungen und geschaut, wo da alles hinkommt.
Summe: Und das Resultat war tatsächlich eine Häufung von Asteroideinschlägen auf der
Summe: Erde und auf dem Mond vor 800 Millionen Jahren.
Summe: Die ganze Phase hat ungefähr 100 Millionen Jahre gedauert. Also über 100 Millionen
Summe: Jahre hinweg ist der Mond und die Erde mit Asteroiden bombardiert worden.
Summe: Darunter waren auch genug Objekte, die groß genug waren, um solche Krater wie
Summe: Kopernikus zu erzeugen.
Summe: Und wahrscheinlich ist auch der Mars beeinflusst worden, weil man weiß auch,
Summe: dass auf dem Mars vor 800 Millionen Jahren vermutlich ein Anstieg der vulkanischen Aktivität war.
Summe: Also der hat vielleicht auch was abbekommen.
Summe: Also wir sehen das auf dem Mond, diese Krater. Wir sehen es auf dem Mars,
Summe: auf der Erde. Wie groß war der Brocken, der den Kopernikus verursacht hat?
Summe: Naja, wenn der 100 Kilometer groß ist, muss der ungefähr 10 gewesen sein.
Summe: Und die Frage ist, was gab es jetzt für Auswirkungen auf die Erde?
Summe: Weil wir sagen, Mond sehen wir, Mars sehen wir. Was ist mit der Erde passiert
Summe: damals? Ein schönerer Mond, weil mehr Krater zum Anschauen. Ja,
Summe: wir auch. Aber auf der Erde ist es halt das Problem. Wir sehen die alten Krater
Summe: nicht. Die sind alle weg, erodiert durch die Plattentektonik, kaputt gemacht worden.
Summe: Also auf der Erde sehen wir solche alten Krater nicht.
Summe: Das heißt, wir wissen nicht, was mit der Erde passiert ist.
Summe: Das war der spekulative Teil dieser wissenschaftlichen Arbeit,
Summe: wo sie dazu gesagt haben, das ist jetzt nicht mehr exakt Computersimulation,
Summe: Wissenschaft, Berechnung.
Summe: Das ist jetzt spekulativ, aber trotzdem gut begründet. Wir wissen,
Summe: dass es die sogenannte Bitter Springs Anomaly gab. Sagte die was? Nein.
Summe: Das ist eine Anomalie. Es hört sich nicht angenehm an.
Summe: Nein, das ist benannt, wie oft in der Geologie, nach irgendeinem Ort.
Summe: Ich glaube, Bitter Springs ist irgendwo in Australien. Da hat man es das erste
Summe: Mal entdeckt. Aber mittlerweile weiß man, es ist ein globales Phänomen.
Summe: Das ist eine Veränderung der C13-Konzentration, also ein Kohlenstoff.
Summe: Ach, Isotope, wusste ich doch, irgendwo sind da die Isotope in dieser Geschichte.
Summe: Genau, ein Kohlenstoff-Isotope, eine Variation des Kohlenstoffs.
Summe: Da gab es damals vor 800 Millionen Jahren eine große Veränderung.
Summe: Und man weiß nicht genau, wo das herkommt. Es muss auf jeden Fall...
Summe: Irgendeine Art von globaler Veränderung in der Chemie der Atmosphäre,
Summe: in der Chemie der Ozeane passiert sein, dass dieses Kohlenstoffisotop sich auf
Summe: diese Weise angehäuft hat, wie man es beobachtet hat.
Summe: Was jetzt diese Veränderung in der Atmosphäre und in der Ozeanchemie verursacht
Summe: hat, wissen wir nicht. Aber eine Vermutung ist, dass irgendwo ein nicht totaler,
Summe: aber großflächiger Kollaps in der Nahrungskette stattgefunden hat.
Summe: Weil natürlich Leberwesen, Kohlenstoff, da gibt es Zusammenhänge,
Summe: Leberwesen verändern die Zusammensetzung von Kohlenstoff und so weiter, die Isotope.
Summe: Wenn Leberwesen sterben, dann ändert sich durch die Skelette und alles,
Summe: vor allem im Meer der Kohlenstoff.
Summe: Wenn Leberwesen irgendwie Stoffwechsel machen, ändert sich die Chemie.
Summe: Und man geht davon aus, man vermutet, dass es vor 800 Millionen Jahren eben
Summe: irgendeine Art von globaler Beeinflussung des Ökosystems der Erde,
Summe: der Nahrungskette gegeben hat, die am Ende dann diese Bittersprings Anomaly verursacht hat.
Summe: Und manche sagen, das könnte sein, weil damals ein Superkontinent auseinandergebrochen ist, Rodinia.
Summe: War das, das kann auch solche großen Einflüsse auf den globalen Kohlenstoffzyklus
Summe: haben, aber das passt zeitlich nicht so wirklich und ein Asteroideneinschlag,
Summe: eine sehr große oder eine Folge von vielen großen Asteroideneinschlägen,
Summe: die könnte das natürlich auch verursachen.
Summe: Und was man auch weiß, nach dieser Bitter Springs Anomalie, also in der Zeit
Summe: danach, Danach hat das eukaryotische Leben sich stark ausgebreitet.
Summe: Und eukaryotisches Leben, das ist es, was wir sind. Also mehrzelliges Leben.
Summe: Unter anderem, also das ist das, was sich danach aus irgendeinem Grund viel
Summe: stärker ausgebreitet hat als vorher.
Summe: Vielleicht war das auch so ein Ding wie damals bei den Dinosauriern.
Summe: Als die Dinos weg waren, haben die Säugetiere die freien Nischen besetzt und sich ausgebreitet.
Summe: Vielleicht ist es damals so ähnlich gelaufen. ist alles noch Spekulation,
Summe: aber wir wissen auf jeden Fall, vor 800 Millionen Jahren ist ein großer Asteroid
Summe: auseinandergebrochen.
Summe: Die Dynamik im Sonnensystem, die hat dazu geführt, dass auf Mond und Erde sehr
Summe: viel mehr Asteroiden eingeschlagen sind.
Summe: Vielleicht hat das dazu geführt, dass auf der Erde die Entwicklung des Lebens
Summe: eine neue Richtung eingeschlagen hat oder zumindest dramatisch beeinflusst worden ist.
Summe: Und das alles zeigt wunderbar, dass die ganzen Himmelskörper,
Summe: die Planeten im Sonnensystem, dass die nicht isoliert voneinander sind,
Summe: obwohl da so viel leerer Weltraum dazwischen ist.
Summe: Wenn zwei Asteroiden irgendwo fern im Weltall kollidieren miteinander,
Summe: kann das am Ende immer noch einen extrem bedeutenden Einfluss auf die Erde oder andere Planeten haben.
Summe: Oder die Geschichte der Planeten wird von Asteroiden geschrieben.
Summe: Damit ist meine Geschichte zu Ende.
Summe: Und jetzt weiß ich auch, dass ich vor 800 Millionen Jahren noch kein Fahren
Summe: war, sondern ein Einzeller wahrscheinlich am Ersten. Ja, nein, eh spannend.
Summe: Aber wir wissen alle, dass die richtig spannenden Geschichten sich weit außerhalb
Summe: unseres Sonnensystems zutragen.
Summe: Nämlich bei den Galaxien im Universum, im frühen Universum, als sich die Galaxien
Summe: gebildet haben, als alles entstanden ist.
Summe: Wir alle wollen wissen, wie war das damals? Wie kam es überhaupt dazu, dass es etwas gibt?
Summe: Und ich habe eine Geschichte mitgebracht, in der es um Galaxien im frühen Universum geht.
Summe: Und zwar ist eine ganz frische Studie vom Juni 26 in Science veröffentlicht
Summe: von Newman und seinen Kollaboratoren. Das hört sich irgendwie komisch an auf
Summe: Deutsch, oder? Ich habe keine Ahnung, wer Newman ist.
Summe: Kollaboratoren, Galaxienforscher. Hätte ich mir fast gedacht, aber...
Summe: Und es ist ihnen gelungen, zu messen, wie Sterne im Zentrum einer anderen Galaxie sich bewegen.
Summe: Im Kreis. Im Kreis. Stimmt.
Summe: Ja, es ist jetzt vielleicht noch nicht so ganz so wahnsinnig beeindruckend.
Summe: Aber es wird immer beeindruckender, wenn man nämlich weiß, um welche Galaxie
Summe: es sich dabei handelt. Um eine Galaxie, die im frühen Universum gelebt hat,
Summe: vor mehr als 10 Milliarden Jahren.
Summe: Okay, also das geht dabei um eine Galaxie, die nicht jetzt ganz,
Summe: ganz am Anfang nicht einer der allerersten Galaxien war, okay,
Summe: aber trotzdem im frühen Universum, als das Universum vielleicht gerade erst
Summe: mal ein paar Milliarden Jahre alt war, im jungen Universum.
Summe: Wir haben die gemessen, oder wir, sage ich, Newman und seine Kollaboratoren,
Summe: ich sage Wir, die Wissenschaft, sage ich mal.
Summe: Wir, die Wissenschaft, hat gemessen, wie sich die Sterne im Zentrum dieser Galaxie,
Summe: dieser im Galaxy mit dem schönen Namen MRG M01 38, falls ihr es genau wissen wollt.
Summe: Wie sich die da bewegt haben. Und warum bewegen sich die Sterne im Kreis,
Summe: im Zentrum einer Galaxie, Florian?
Summe: Weil da ein schwarzes Loch ist und Gravitationskraft ausübt. Korrekt.
Summe: Schajak, für einen Asteroidenspezialisten kennt er sich ja gar nicht so schlecht
Summe: aus. Das ist alles Himmelsmechanik, alles Bewegung. Und was sich um was bewegt, ist wurscht.
Summe: Ein supermassereiches schwarzes Loch in dieser Galaxie haben wir entdeckt.
Summe: Vor mehr als 10 Milliarden Jahren.
Summe: Ah, ist jetzt auch vielleicht noch nicht so etwas wahnsinnig Besonderes.
Summe: Dass ihr denkt euch vielleicht, also die, die sich vielleicht besser schon mit
Summe: Galaxien im frühen Universum auskennen, denken sich, ja, aber ich meine,
Summe: die sehen wir ja da draußen.
Summe: Die sehen wir, wir sehen Quasare vor Milliarden von Jahren und so weiter.
Summe: Wir sehen diese aktiven Galaxien.
Summe: Ja, aber dieses schwarze Loch in dieser Galaxie ist nicht aktiv.
Summe: Es schläft. Es ist ein dormant, ich weiß gar nicht, wie man das auf Deutsch
Summe: sagt. Ein schlafendes Schwarz. Also wie bei einem Vulkan, sagt man schlafender Vulkan. Wie sagt man da?
Summe: Ruhender Vulkan. Und genau, vielleicht wäre ruhend ein besseres Wort.
Summe: Ein ruhendes Schwarzes Loch. Und was ist da so besonders daran?
Summe: Die sieht man ja eigentlich nicht. Schwarze Löcher sind unsichtbar,
Summe: kommt kein Licht raus, so starke Anziehungskraft.
Summe: Und vor allem auch diese super massereichen Schwarzen Löcher im Zentrum von
Summe: Galaxien. Jede große Galaxie hat so ein Schwarzes Loch in ihrem Zentrum.
Summe: Die sieht man eigentlich nur, wenn dieses Schwarze Loch gerade jede Menge Material
Summe: verschluckt. Das ist diese Quasar-Phase in Galaxien.
Summe: Dieses Schwarze Loch aber ist nicht aktiv, verschluckt kein Material.
Summe: Wie können wir das beobachten? Ich weiß es. Ja, ich wollte gerade sagen, Florian?
Summe: Weil sich die Sterne drum herum bewegen und sie nicht um nichts herum bewegen
Summe: können und wenn sie sich um etwas herum bewegen, muss man in der Mitte sein.
Summe: Hast du diese Studie gelesen? Nein, aber das hat schon Isaac Newton gewusst,
Summe: dass sich etwas um etwas anderes herum bewegt und da muss man in der Mitte sein.
Summe: Wir können sehen, wie die Sterne sich um dieses schwarze Loch herum bewegen.
Summe: Es ist ein bisschen, vielleicht habt ihr das gelesen, gehört,
Summe: gesehen, sogar vielleicht dieses wunderbare Video.
Summe: Wie im Schwarzen Loch in unserer Galaxie, wo wir beobachtet haben,
Summe: wie sich die Sterne drumherum bewegen.
Summe: Das waren super komplexe Beobachtungen. Das war das Very Large Telescope,
Summe: eines der größten Teleskope, die wir auf der Erde haben. Und nicht nur das eine,
Summe: sondern alle vier zusammengeschaltet im Interferometrie-Modus.
Summe: Nur dadurch ist es uns gelungen, die Einzelsterne im Zentrum unserer Galaxies
Summe: überhaupt auflösen zu können. Mit einem normalen Teleskop, also einfach so,
Summe: das geht nicht, das hat diese Auflösung nicht.
Summe: Nur so haben wir das geschafft. Wie zur Hölle ist das jetzt in einer Galaxie
Summe: am Anfang des Universums möglich, da zu sehen, wie sich die Sterne im Zentrum rundherum bewegen?
Summe: Ich hoffe, du fragst mich. Das habe ich keine Ahnung mehr.
Summe: Gravitationslinsen. Ich denke ein bisschen nach. Ja, sehr gut. Das weiß ich geraten.
Summe: So wie ich mit Isotope vorhin. Aber schreiben wir irgendwas raus.
Summe: Gravitationslinsen ist immer, wenn man über das frühe Universum spricht,
Summe: immer ein gutes Rausgerufen.
Summe: Es ist so, dass da ein Galaxienhaufen dazwischen ist, zwischen uns und dieser
Summe: fernen Galaxie. Und dieser Galaxienhaufen wirkt durch seine riesige Masse wie eine Linse.
Summe: Die Gravitation dieser riesigen Masse, oder eigentlich ist es nicht die Gravitation,
Summe: die das Licht krümmt, sondern die Masse krümmt den Raum und das Licht folgt
Summe: einfach dem gekrümmten Raum und wird so gebogen wie durch eine Linse,
Summe: wie eine optische Linse und wird auch vergrößert.
Summe: Und dadurch können wir Dinge dahinter viel früher im frühen Universum super
Summe: vergrößert sehen. Das ist quasi ein Gratis-Teleskop.
Summe: Extrem cool. Nur Galaxien können das. Nein, stimmt nicht. Das können Asteroiden auch.
Summe: Aber Galaxien können es viel besser. Das ist sogar du und ich.
Summe: Wir können auch schon den Raum krümmen. Ja.
Summe: Du mehr als ich. Mit einem Asteroiden kann man vielleicht jetzt irgendwie einen
Summe: Stern ein bisschen besser sehen oder so.
Summe: Mit einer Galaxie oder besser noch mit einem Galaxienhaufen kann ich andere
Summe: Galaxien Milliarden von Lichtjahren entfernt von uns im frühen Universum sehen.
Summe: Und dieser Haufen hat diese Galaxie ungefähr um einen Faktor 30 noch zusätzlich vergrößert.
Summe: Und damit natürlich genug vergrößert, dass wir dann noch zusätzlich mit unseren
Summe: großen Teleskopen, mit unseren besten Weltraumteleskopen da tatsächlich bis
Summe: ins Zentrum dieser fernen Galaxie blicken können und dort.
Summe: Es ist nicht ganz, die Einzelsterne auflösen. Nein, so gut geht es leider dann
Summe: doch nicht. Aber es hat eine ziemlich große Auflösung. 90 Parsec war die Auflösung.
Summe: Also ungefähr 300 Lichtjahre.
Summe: Gut, also alles, was kleiner als 300 Lichtjahre ist, sieht man nicht.
Summe: Und Sterne sind ein Stück kleiner als 300 Lichtjahre. Also es sind jetzt keine
Summe: einzelnen Sterne. Aber in 300 Lichtjahren, ja, da sind schon einige Sterne drin.
Summe: Aber trotzdem, für so eine hohe Entfernung und Zeit und so weiter,
Summe: Ist das schon ziemlich cool.
Summe: Naja, und was haben wir gemacht mit dem James-Webb-Teleskop?
Summe: Ich sage immer wir, als es eigentlich klingt. Ja, wir die Wissenschaftler.
Summe: Mit dem James-Webb-Space-Teleskop. Quasi einfach so diese Art Geschwindigkeitsfeld.
Summe: Jedes Pixel in dem Bildfeld, muss man sich vorstellen, liefert eine Geschwindigkeitsinformation.
Summe: Das ist diese Integral Field Spectroscopy. Chemale.
Summe: Jedes Chemale, genau. Wie war das? Jako, Jako, irgendwas.
Summe: Man muss sich das vorstellen, wie ein Bild, nur dass es nicht einzelne Pixel
Summe: sind mit Bildinformation, sondern einzelne Pixel mit Tiefeninformation, mit der Information
Summe: über die Geschwindigkeit, die das, was ich da sehe, ob es jetzt ein Einzelstern
Summe: oder mehrere, vielleicht ein paar
Summe: hundert Sterne in so einem Pixel dann sind,
Summe: Aber ich sehe die Information der Geschwindigkeit, die es dort hat.
Summe: Und damit und mit einem komplexen Modell natürlich auch, man muss dann auch
Summe: die Verzerrung der Vordergrundlinse natürlich dann auch mit berücksichtigen,
Summe: weil dieses Bild ist dann nicht einfach nur so vergrößert, sondern ist so irgendwie verzerrt.
Summe: Aber man kann das rausrechnen, man kann das mit dem Modell der Linse und so weiter korrigieren.
Summe: Dann sehe ich die Galaxie und kann rekonstruieren, wie sich da die verschiedenen
Summe: Teile des Galaxienzentrums bewegen.
Summe: Und sie bewegen sich auf eine Art und Weise um das Zentrum herum,
Summe: wo man sagen kann, da muss so ein schwarzes Loch sitzen. Und zwar ein riesiges schwarzes Loch.
Summe: Es ist wirklich ein riesiges schwarzes Loch. Wir haben über die Geschwindigkeit,
Summe: der Sterne die Masse von dem schwarzen Loch bestimmen können.
Summe: Sechs mal zehn hoch neun Sonnenmassen.
Summe: Ja, also sechs Milliarden kann man auch sagen, oder? Kann man auch sagen. Ja.
Summe: Sechs Milliarden Sonnenmassen. Das schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxis
Summe: hat vier Millionen mal die Masse unserer Sonne. Ich meine, das ist ja schon unvorstellbar.
Summe: Vier Millionen Sonnen in so einem schwarzen Loch drehen. Das da hat sechs Milliarden
Summe: mal die Masse unserer Sonne.
Summe: Und das im frühen Universum, wo es eigentlich noch gar nicht so riesige schwarze Löcher geben sollte.
Summe: Es ist wie M87, die große Galaxie in unserem nächsten Galaxienhaufen.
Summe: Die große, fette, elliptische Galaxie in unserer nächsten großen Galaxienstruktur.
Summe: Vielleicht habt ihr das gesehen, das berühmte erste Bild von einem schwarzen
Summe: Loch mit diesem orangenen Material, das da rundherum wirbelt und gerade verschluckt wird.
Summe: Das ist so ein schwarzes Loch, das gerade jede Menge Material verschluckt und
Summe: darum kann man das sehen mit Radiowellen. Und das haben wir abgebildet mit großen Radioteleskopen.
Summe: Und genau so ein schwarzes Loch ist das im frühen Universum.
Summe: Das heißt, es gibt anscheinend Galaxien wie diese riesige.
Summe: Entwickelt eine elliptische Galaxie schon im frühen Universum.
Summe: Oder ist sie wie M87, die Galaxie?
Summe: Ich weiß es nicht, aber du wirst es vielleicht etwa sagen oder erklären,
Summe: warum diese Galaxie so früh entstanden ist. Nein, weil man kann mit dem James-Webb-Space-Teleskop
Summe: natürlich sich auch den Rest der Galaxie anschauen.
Summe: Und da war ziemlich offensichtlich, dass das eben keine große elliptische Galaxie ist.
Summe: Schon eine große Galaxie, aber eine eher scheibenförmige Galaxie.
Summe: Und vor allem eine, die jetzt nicht genug Masse hat für so ein riesiges schwarzes Loch.
Summe: Es ist ja so, dass im lokalen Universum mehr oder weniger, also in unserer großen,
Summe: aber doch auch unserer Umgebung, die Größe der Galaxie mit der Größe des schwarzen
Summe: Lochs quasi zusammenhängt.
Summe: Also je größer die Galaxie, desto größer ist auch das schwarze Loch,
Summe: das sie beherbergt. Also größer, massereicher. Je schwerer, je mehr Material
Summe: da ist, desto mehr hat auch das schwarze Loch quasi an Masse gewinnen können und wachsen können.
Summe: Wir wissen jetzt natürlich nicht, ob das im frühen Universum auch so ist,
Summe: dass sich die irgendwie beeinflussen gegenseitig.
Summe: Wir wissen auch noch nicht genau, wie das überhaupt so weit gekommen ist,
Summe: dass die Größe der Galaxie mit der Größe des Schwarzen Lochs zusammenhängt.
Summe: Ich habe eine Vermutung. Wenn das jetzt repräsentativ ist dieser Art,
Summe: dann heißt es, dass zuerst ein großes Schwarzes Loch entsteht und dann dauert
Summe: es eine lange Zeit, bis sich das Schwarze Loch genug Sterne rundherum sammelt,
Summe: dass eine große Galaxie um Schwarze Loch herum entsteht.
Summe: Und darum sehen wir früh Schwarze Löcher mit wenig rundherum und später im Universum
Summe: sehen wir Schwarze Löcher mit viel rundherum.
Summe: Ja, ich meine, wir wissen natürlich jetzt auch noch nicht, ob die Galaxie typisch ist.
Summe: Ich habe ja gesagt, wenn sie typisch ist. Ja, also wahrscheinlich ist sie dann
Summe: eher jetzt nicht ganz typisch. Achso.
Summe: Ist schon auch ein bisschen eine Ausnahme. Aber das ist halt...
Summe: Ding, wir sehen im frühen Universum halt nur die Dinge, die eigentlich Ausnahmen
Summe: sind, weil sie groß genug sind, hell genug sind, dass wir sie überhaupt beobachten
Summe: können. Das heißt, wir haben überhaupt nichts gelernt von der Studie.
Summe: Doch, doch, doch, wir haben jede Menge gelernt. Also erstes Mal die Messung überhaupt, ja.
Summe: Die direkte Messung der Masse eines nicht aktiven schwarzen Lochs, ja,
Summe: das ist kein schwarzes Loch, das jede Menge Material verschluckt,
Summe: sondern ein eigentlich unsichtbares schwarzes Loch und es ist uns gelungen,
Summe: die Masse dieses schwarzen Lochs zu messen über die Bewegung der Sterne,
Summe: die sich darunter herum bewegen, also das allein.
Summe: Und natürlich auch die coole Beobachtungsmethode. Das kann man ja jetzt vielleicht
Summe: auf andere Galaxien im frühen Universum auch anwenden oder systematisch nach
Summe: denen suchen. Man kann diese großen Galaxienhaufen quasi absuchen nach
Summe: Man sieht diese Bögen von im Hintergrund liegenden, vergrößerten,
Summe: verzerrten Galaxien und schauen, ob man da vielleicht auch schwarze Löcher in
Summe: denen findet und wie die sind und so weiter.
Summe: Aber vor allem ist es so, dass man mit dem James Webb eben nicht nur das schwarze
Summe: Loch und jetzt die größte der Galaxie, sondern auch die Bewegung der Sterne
Summe: im Rest der Galaxie untersuchen kann.
Summe: Es ist crazy, was mit dem Teil alles geht. Das ist wirklich ein Wahnsinn, oder?
Summe: Dass du eine Galaxie im frühen Universum so auflösen kannst mit diesem Teleskop,
Summe: gut, zusätzlich mit dem Extrateleskop, der Gravitationslinse,
Summe: aber trotzdem, dass du wirklich da die Struktur der Galaxie untersuchen kannst.
Summe: Und es ist eben so, dass dieses schwarze Loch zwar zu groß ist für seine Galaxie
Summe: eigentlich, die hat übrigens ungefähr die Masse von der Milchstraße,
Summe: diese Galaxie. Also die ist schon groß, ja.
Summe: Auch das allein ist schon einmal irgendwie verwunderlich im frühen Universum.
Summe: Schon so eine riesige Galaxie und ist auch so eine scheibenförmige Galaxie.
Summe: Also es ist eigentlich recht ähnlich wie die Milchstraße.
Summe: Hat aber ein schwarzes Loch von einer zehnmal so großen Galaxie jetzt im lokalen
Summe: Universum. Hat sie es geklaut?
Summe: Es ist so, dass man gesehen hat, dass das schwarze Loch zwar quasi zu groß ist
Summe: für die Galaxie, aber die Bewegung der Sterne überhaupt, also allgemein in der
Summe: Galaxie rundherum, auch für eine größere Masse spricht.
Summe: Eigentlich ist in dieser Galaxie schon sehr viel Masse da.
Ruth: Wahrscheinlich dunkle Materie, aber vielleicht auch mehr Sterne,
Ruth: die wir halt einfach nicht sehen können, weil es so weit weg ist.
Ruth: Aber die Geschwindigkeit der Sterne können wir ja messen und wir wissen,
Ruth: okay, da muss noch mehr Masse da sein, die diese Sterne auf diese Geschwindigkeit
Ruth: beschleunigt und es könnte sein, dass da einfach sehr viel mehr Sterne noch
Ruth: da sind, die wir halt einfach in der Entfernung auch mit dem James Webb gar nicht sehen können.
Ruth: Also es könnte schon noch wesentlich mehr Material da sein, nur ist es halt nicht im Zentrum.
Ruth: Und das ist das, was dann passiert im Laufe der Zeit, wenn das stimmt,
Ruth: wenn das jetzt ein Szenario ist, das öfter vorkommt, dann ist es so,
Ruth: dass sich die Galaxien, das schwarze Loch bildet sich am Anfang schon sehr früh,
Ruth: Und die Galaxie wächst auch noch durch Interaktionen und schichtet sich um.
Ruth: Also die Sterne verteilen sich ein bisschen von dieser ausgedehnten Scheibenform,
Ruth: wird sie mehr im Zentrum konzentriert und dann zu einer elliptischen Galaxie,
Ruth: nennt man das dann, zu einer rundlichen Galaxie.
Ruth: Und das passiert auch erst durch Galaxienzusammenstöße und Kollisionen im Laufe der Zeit.
Ruth: Also es ist wahrscheinlich so, dass die einfach nicht die Galaxien und ihre
Ruth: Schwarzen Löcher sich so friedlich nebeneinander herbewegen,
Ruth: herentwickeln, im Laufe der Zeit bewegen, sondern dass es einfach so ist,
Ruth: dass das Schwarze Loch schon früh da ist,
Ruth: sehr groß ist und dann die Galaxie sich erst quasi umschichtet, umsortiert.
Ruth: Die Sterne werden anders verteilt über Interaktionen mit anderen Galaxien.
Ruth: So, bis wir dann zu den Galaxien kommen, die wir im heutigen Universum sehen können.
Ruth: Also Galaxien entwickeln sich, Galaxien treffen sich, interagieren miteinander.
Ruth: Sie sind eigentlich wie Menschen, oder? Niemand lebt allein, Galaxien auch nicht.
Ruth: Und durch die Interaktion mit den anderen Galaxien, es kommt ein bisschen darauf
Ruth: an, was das dann für eine Auswirkung hat.
Ruth: Wenn man eine freudige Interaktion hat, dann wächst man dadurch.
Ruth: Dadurch wird man größer. Man wird auf jeden Fall auch ein bisschen umgeschichtet
Ruth: durch die Interaktion mit anderen Menschen, oder?
Ruth: Also es ist bei den Galaxien genauso. Und wenn es eine nicht so freudige Interaktion
Ruth: ist, kann auch sein, dass die Galaxie dann dabei so umgeschichtet wird,
Ruth: dass sie komplett ihre Form und quasi ihre Struktur, ihre Persönlichkeit verändert.
Florian: Das heißt, je mehr Interaktion man mit anderen Menschen hat,
Florian: desto grundlicher wird man?
Ruth: So ist es.
Florian: Okay, gut.
Ruth: Gut beobachtet. Ja, also natürlich müssen wir mal schauen, wie das bei anderen
Ruth: Galaxien ist, ob das nicht jetzt eigentlich voll die Ausnahme war.
Ruth: Eine Galaxie, schön und gut, aber hilft es nicht viel weiter.
Ruth: Aber wir wissen jetzt, dass diese Methode mit dem James-Webb-Teleskop super
Ruth: anwendbar ist und wir können einfach suchen nach anderen Galaxien, die vergrößert
Ruth: durch den Galaxienhaufen dazwischen, vielleicht dann auch so sind wie diese hier.
Florian: Ja, dann Gratulation an das James-Webb-Teleskop und an deine Geschichte. Vielen Dank.
Ruth: Und Kollaborateure.
Florian: Genau, die Kollaborateure von Juman. Danke für deine Geschichte, die du erzählt hast.
Florian: Und an diesem Punkt machen wir etwas, was wir in unserem Podcast dann nicht machen,
Florian: wenn wir Geschichten erzählt haben, was wir aber gerne machen,
Florian: wenn wir live vor Publikum auftreten, weil wir haben ja schon jetzt deutlich
Florian: gemacht, dass wir in unserer Arbeit
Florian: als Astronomen und Astronomen unterschiedliche Spezialgebiete haben.
Florian: RUT-Spezialgebiet sind die Galaxien, mein Spezialgebiet sind die Asteroiden
Florian: und wir mögen natürlich die Astronomie in ihrer Gesamtheit beide sehr gerne
Florian: und ich mag auch Galaxien und ich bin sicher, RUT mag auch Asteroiden, aber trotzdem
Florian: nutzen wir die Gelegenheit, wenn wir Publikum haben, das Publikum zu befragen,
Florian: was denn jetzt wirklich das Coolere im Universum ist. Sind es die Galaxien? Sind es die Asteroiden?
Florian: Ihr habt jetzt Geschichten über Asteroiden gehört und Geschichten über Galaxien.
Florian: Und jetzt ist die Möglichkeit per Akklamation, wie es heißt,
Florian: durch Applaus kundzutun, was denn besser war.
Florian: Also jetzt bitte Applaus für die Galaxien.
Ruth: Ist schon mal ein Gewinner, oder?
Florian: Und Applaus für die Asteroiden.
Ruth: War auch okay für die Asteroiden, war aber ein bisschen müde für die Asteroiden,
Ruth: finde ich. Es war höflich, es war höflich.
Florian: Man müsste es jetzt mal genau auswerten mit der Lautstärke, aber wir können
Florian: uns auf den Unentschieden einigen oder du kannst den Sieg für dich beanspruchen, je nachdem.
Ruth: Nein, es war ziemlich ausgeglichen, muss ich auch zugeben.
Florian: Traditionellerweise bekommt dann der Gewinner oder die Verliererin oder umgekehrt
Florian: was zu trinken und ich bringe immer was mit, was zur Auswahl steht.
Florian: Und sagen wir mal, du hast gewonnen, Ruth, und darfst dir was aussuchen.
Florian: Und du kannst dir aussuchen, ein Bier, das so heißt wie der Teil eines Sterns
Florian: oder ein Bier, das so heißt wie ich und beide sind lauwarm.
Ruth: Vom Regen in die Traufe. Na geh, was soll ich da jetzt nehmen?
Ruth: Also es schmerzt mich fast, das zu sagen, aber natürlich ist Freistädter das
Ruth: wesentlich bessere Bier.
Florian: Ja, dann darfst du es haben. Soll ich es dir aufmachen? Gut,
Florian: dann mache ich dir das auf und sage jetzt, dass schon wieder kein Flach.
Ruth: Was man nicht alles tut für die Wissenschaft.
Florian: Oder? Wie lange hast du in England gewohnt?
Ruth: Ja, dort ist das Bier nicht lauwarm. Also dort ist alles lauwarm.
Ruth: Insofern fällt es einem nicht so auf, dass das Bier auch lauwarm ist, vom Kontrast her.
Florian: Gut, dann auf das Universum. Und jetzt machen wir wieder das,
Florian: was wir in unserem Podcast machen.
Florian: An dieser Stelle, nachdem wir unsere Geschichten erzählt haben,
Florian: beantworten wir Fragen, die uns gestellt werden.
Florian: In unserem Podcast normalerweise Fragen, die uns per E-Mail geschickt werden.
Florian: Fragen at das Universum.at. Aber heute natürlich Fragen hier aus der Runde.
Florian: Wir haben Zeit für so drei, vier Fragen. Also wer jetzt eine Frage hat zu den
Florian: Geschichten, die wir erzählt haben oder zu irgendwas anderem aus der Astronomie
Florian: oder von mir aus auch zu was ganz anderem, kann sie jetzt stellen.
Florian: Und wenn wir eine Antwort wissen, dann werden wir sie geben.
Florian: Und wenn wir sie nicht wissen, dann werden wir eine erfinden,
Florian: wenn wir glauben, dass wir damit durchkommen.
Florian: Und wenn wir das nicht glauben, dann werden wir sagen, dass wir es nicht wissen.
Florian: Also wer eine Frage hat, bitte jetzt melden und dann auf die Dame mit dem Mikrofon
Florian: warten, damit sie auch gehört werden kann und später auch im Podcast zu hören sein wird.
Florian: Da vorne ist eine Frage in der ersten Reihe und da hinten ist noch eine Frage.
Florian: Da zeigt ein junger Mann oder eine junge Frau ganz deutlich auf.
Publikum: Ich wollte fragen, warum man Raumfahrzeuge im Lacronschpunkt L2 parkt und nicht
Publikum: in irgendeinem anderen Lacronschpunkt.
Publikum: Und weil L2 auf allem auch instabil ist, soweit ich weiß.
Florian: Du holst ja die Lagrange-Punkt-Expertin.
Ruth: Wirklich? Ich sag der Himmelsmechaniker zu mir, ich bin die Lagrange-Punkt-Expertin.
Florian: Ja, aber du beantwortest immer alle Fragen über Raubensonten im Lagrange-Punkt.
Ruth: Nein, ich kann die Frage beantworten, weil...
Ruth: Der Lagrange Punkt 1, der ist zwischen Sonne und Erde.
Ruth: Das heißt, wenn du dort ein Teleskop hast, dann ist da irgendwie ein bisschen die Sonne im Weg.
Ruth: Also dann ist es schwieriger, wenn du auf der anderen Seite,
Ruth: und der ist glaube ich auch nicht stabil, oder?
Ruth: L1 ist auch nicht stabil. Nur L54 ist stabil. Wenn du Lagrange Punkt L2 bist
Ruth: du schon auf der anderen Seite, du willst dir immer von der Sonne eigentlich
Ruth: wegzeigen, vor allem mit einem sehr sensitiven Weltraumteleskop,
Ruth: das nicht so gut auf Sonnenstrahlung auch reagierte.
Ruth: Und dann bist du quasi schon mal in der richtigen Richtung. Und es ist ja auch
Ruth: nicht so, dass man die quasi in den Punkt parkt.
Ruth: Das geht ja auch gar nicht, sondern es ist eine Umlaufbahn immer um diesen Punkt.
Ruth: Und die anderen beiden Lagrange-Punkte, da sind jede Menge Asteroiden wahrscheinlich, oder?
Florian: Bei der Erde nicht. Wir kennen bei der Erde in L4 und L5, ich glaube,
Florian: so fünf, sechs Asteroiden, die sich dort aufhalten.
Ruth: Achso, nur so wenige.
Florian: Jupiter hat ein paar Millionen, aber wir haben halt nur vier, fünf Bekannte.
Ruth: Und warum parkt man sie dann eigentlich nicht dort?
Florian: Ja, wahrscheinlich kann man eh auch machen, aber die sind halt,
Florian: also die Lagrange-Punkte sind Punkte, wo sich die Gravitationskräfte und die
Florian: anderen Kräfte der Himmelskörper, Sonne, Erde aufheben.
Florian: Das heißt, wenn ich dort was inexakt einen in diesen Punkt rein stelle,
Florian: dann heben sich alle Kräfte auf und das Ding bleibt in der Theorie für immer
Florian: dort und ich brauche keinen Antrieb, um das dort zu positionieren.
Florian: In der Realität sind diese Punkte aber mal stabil, mal instabil und es gibt
Florian: eben fünf Punkte insgesamt. Drei der Punkte liegen auf einer Linie,
Florian: die Erde und Sonne verbindet und zwei andere liegen auf der Umlaufbahn 60 Grad vor und nach der Erde.
Florian: Und die, die vor und nach der Erde auf der Umlaufbahn der Erde liegen, die sind stabil.
Florian: Das heißt, wenn ich dort was hintue und ich schubse ein bisschen raus,
Florian: kommt es von selbst wieder zurück.
Florian: Und die anderen auf der Verbindungslinie, die sind instabil.
Florian: Wenn ich dort was hin tue und ich schub es ein bisschen raus,
Florian: geht es immer weiter weg. Deswegen braucht man eben auch bei den Lagrange-Punkten
Florian: L1 bis L3, die instabil sind, ein bisschen Energie, um die auf dieser Bahn um
Florian: den Punkt zu halten. Aber es sind trotzdem super Punkte, weil man halt nur wenig
Florian: Energie braucht und weil sie gut liegen.
Florian: Der eine eben, wie du gerade gesagt hast, so, dass man gut ins Weltall schauen
Florian: kann, weil die Sonne immer im Hintergrund ist.
Ruth: Wenn man ein Sonnenteleskop hat, dann parkt man das in L1.
Florian: Genau.
Ruth: Weil da will man Richtung Sonne schauen. Aber ich glaube trotzdem,
Ruth: dass auf der Umlaufbahn, was, 4 und 5?
Ruth: Dass da, auch wenn da nicht so viele Asteroiden sind, dass da trotzdem,
Ruth: wenn du dort bist, dann immer wieder irgendein Kleinzeug da durch die Gegend
Ruth: fliegt. Und das ist schlecht für ein Weltraumteleskop.
Ruth: Es gibt die sogenannten Cordy-Levkischen Wolken.
Florian: Die hat man, glaube ich, noch nicht ganz gut nachgewiesen, aber das sind so
Florian: Staubansammlungen in den Lagrange-Punkern.
Ruth: Da ist es einfach dreckiger in diesen zwei stabilen Lagrange-Punkern.
Florian: Und vor allem in L4 und L5, in den stabilen, bewegst du dich ja immer um die Sonne rundherum.
Florian: Die Erde hinter dir oder vor dir. Und wenn du bestimmtes beobachten willst,
Florian: dann willst du vielleicht kein Teleskop haben. das ständig irgendwie um die Sonne rundherum geht.
Ruth: Vorher hat es geheißen, dass wir sollen aufpassen, dass irgendwie die Leute
Ruth: nicht zu lange Fragen stellen und zu lange herum irgendwie ramblen.
Ruth: Und jetzt sind wir die, die nicht zum Reden aufhören.
Florian: Gut, weil dann hoffen wir auf eine kurz beantwortbare Frage.
Florian: War die halbwegs beantwortet.
Ruth: Die Frage? Zufrieden? Halbwegs?
Florian: Wenn nicht, dann nachher genau. Da war eine Frage und da war eine Frage.
Florian: Also hier vorne links und rechts gab es zwei Fragen. Der Mann in weiß war früher
Florian: dran, glaube ich, und dann die Dame in gelb.
Publikum: Ich möchte nur diese Geschichte mit dem schwarzen Loch ein wenig weiter spinnen.
Publikum: Heißt das, wenn wir im frühen Universum große schwarze Löcher finden und noch
Publikum: weiter zurück gingen, kommen nur mehr schwarze Löcher, beziehungsweise ein schwarzes
Publikum: Loch am Anfang des Universums. Und wo kommt die unendlich große Masse her,
Publikum: die in diesem schwarzen Loch nicht da ist?
Ruth: Nein, sie ist ja. Die Masse ist da.
Ruth: Im schwarzen Loch.
Publikum: Ja, ja, aber jetzt wäre der Gedanke logisch, dass je weiter man zurückgeht,
Publikum: desto mehr kommen wir zu einem schwarzen Loch.
Ruth: Nein, also die Idee ist schon die, dass diese schwarzen Löcher sich auch natürlich
Ruth: erst bilden und dass es quasi ganz, ganz früh in den ganz ersten Galaxien,
Ruth: dass es da noch keine schwarzen Löcher oder,
Ruth: nicht zumindest so große, dass wir sie wirklich auch detektieren können, gibt.
Ruth: Also zuerst gibt es Wasserstoffgas.
Ruth: Das ist das, was im Urknall quasi schon entstanden ist, was von Anfang an schon da war.
Ruth: Und aus diesem Wasserstoffgas, sehr dicht, alles beisammen, am Anfang auch noch
Ruth: sehr heiß, das kühlt dann langsam ab.
Ruth: Und wenn das quasi kalt genug ist, kann es auch erst anfangen,
Ruth: sich zu klumpen und zu Dingen zu werden, zu kompakteren Dingen.
Ruth: Und damit aus dem Gas ein großes schwarzes Loch wird, das wird viel zu lang dauern eigentlich.
Ruth: Also ein Stern entsteht schneller mal als ein schwarzes Loch.
Ruth: Du brauchst dir für ein schwarzes Loch extrem viel Masse, damit es überhaupt
Ruth: so weit kommen kann, dass das Ding durch die eigene Schwerkraft so kompakt werden
Ruth: kann, dass es zu einem schwarzen Loch wird.
Ruth: Und so eine große Massenkonzentration ist schwierig zu bekommen.
Ruth: Da kriegst du zuerst kleinere Massenkonzentrationen, unter Anführungszeichen
Ruth: kleiner, also sterngroß.
Ruth: Und dann entstehen mal die ersten Sterne. Dann explodieren die auch ziemlich
Ruth: schnell, den Supernovas, weil sie auch sehr viel Masse haben.
Ruth: Und dann entstehen die ersten schwarzen Löcher und so weiter.
Ruth: Aber im Zentrum von Galaxien, da ist die Situation ein bisschen anders.
Ruth: Und wir wissen noch nicht genau, wie das funktioniert.
Ruth: Wie diese Balance zwischen, es entstehen viele Sterne, es klumpt vielleicht
Ruth: auch zuerst gleich mal jede Menge Gas dann doch zu einem schwarzen Loch zusammen,
Ruth: weil die Bedingungen halt anders waren früher, als sie jetzt sind.
Ruth: Wir wissen noch nicht genau, wie das überhaupt funktionieren kann.
Ruth: Aber die Idee ist schon, dass irgendwann mal sich die schwarzen Löcher bilden,
Ruth: in den Kernen von den frühen Galaxien, die auch gerade erst dabei sind, sich zu bilden.
Ruth: So ungefähr. Wir glauben, die parallel nebenher sich entwickeln.
Ruth: Darum ist das ja auch so überraschend, dass so ein großes, riesiges schwarzes Loch schon
Ruth: Relativ früh, also nach ungefähr,
Ruth: dreieinhalb Milliarden Jahren, da hatten schon viele, viele Sterne natürlich
Ruth: Zeit, sich zu bilden und so. Also das ist auch nicht so früh.
Ruth: Die Milchstraße ist auch so elfeinhalb bis zwölf Milliarden Jahre alt,
Ruth: der Großteil der Milchstraße.
Florian: Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, braucht man ungefähr so grob ein paar
Florian: hundert Millionen Jahre nach dem Urknall, bis Sterne entstehen können.
Florian: Also die waren schon relativ früh da.
Ruth: Genau. Und mit dem James Webb können wir schon jetzt ungefähr bis ein paar hundert
Ruth: Millionen Jahre nach dem Urnall zurückschauen. Das heißt, wir sehen schon die
Ruth: ersten Galaxien, die sich da gerade erst bilden und die sind schon größer,
Ruth: als wir gedacht haben. Es geht anscheinend noch früher los.
Ruth: Es geht mit den Sternen früher los, aber es geht auch mit den schwarzen Löchern früher los.
Ruth: Und anscheinend geht es mit den schwarzen Löchern auch noch schneller, als wir erwartet haben.
Florian: Alles überstressig, alles geht immer früher los.
Ruth: Voll, alles immer früher und alles immer schneller.
Florian: Hier vorne war noch eine Frage.
Publikum: Ich habe zufällig vorhin auch für eins gehört, dass in Österreich,
Publikum: Burgenland, ich war es nicht sicher, ein Teil, ein sehr, sehr alter Teil eines,
Publikum: oder ein Teil eines sehr alten Meteoriten in ein...
Publikum: Blechdach eingeschlagen ist. Was wissen Sie dazu? Ich habe nur das mitgekriegt.
Florian: Ich weiß ziemlich exakt dasselbe. Ich habe auch kurz im Zug auf der Fahrt die
Florian: Nachricht gesehen, dass in Burgenland ein Meteorit das Blechdach von einer Pergola
Florian: durchschlagen hat und habe ein Foto gesehen von dem Loch drin.
Florian: Also ich weiß jetzt nicht, ob es stimmt oder nicht. Es gibt keinen Grund daran
Florian: zu zweifeln, weil Meteoriten kommen immer wieder mal runter.
Florian: Das passiert immer wieder. Braucht man nur nachts am klaren Himmel schauen,
Florian: dann wird man mit Sicherheit, wenn man lang genug schaut, die ein oder andere
Florian: Sternschnuppe sehen und der Sternschnuppe ist nichts anderes als irgendein Drum
Florian: aus dem Wälderl, dass auf die Erde fällt halt ein Drum, das so klein ist,
Florian: dass es nicht bis zum Boden durchkommt, aber es kommen halt immer wieder mal noch größere durch
Florian: und die können halt dann ja auch im Burgenland einschlagen.
Florian: Also das ist jetzt nicht besonders geschützt vor Meteoriten,
Florian: aber ja klar, rein statistisch, was auch immer auf die Erde fällt,
Florian: fällt einmal ins Meer, weil wir haben zwei Drittel Meer.
Florian: Und wenn es nicht ins Meer fällt, dann fällt es irgendwo hin,
Florian: wo keiner wohnt, aber ab und zu fällt es halt auch mal irgendwo hin,
Florian: wo einer wohnt. Also es gibt auch Fälle, glaube ich, wo es bei irgendwo in,
Florian: weiß ich, wo das war, USA oder sowas, wo es durchs Hausdach gefallen ist.
Florian: Das ist auch schon vorgekommen.
Ruth: Aber extrem selten.
Florian: Es ist halt Zufall.
Ruth: Es ist extrem selten. Also das ist wirklich was Besonderes. Ich weiß nicht,
Ruth: ob es da einen belegten Fall gibt in Österreich, dass das schon mal passiert
Ruth: ist, dass wirklich durch ein Dach ein Asteroid gestürzt ist.
Florian: Nicht, dass ich wüsste, aber ich werde mir das anschauen oder ich kann jetzt hier live schauen.
Florian: Das Objekt aus dem All verletzte niemanden, wird aber in Wien von Spezialisten untersucht.
Publikum: Aber ein Alter haben sie schon angegeben. Das muss ich schon länger her sein,
Publikum: weil so schnell kannst du nicht ein Alter angeben. Haben die von drei Milliarden
Publikum: Jahren und was, ich habe es nur so.
Florian: Das Alter weiß ich jetzt nicht, aber wenn man so ein Meteorit einschlägt,
Florian: der ist jetzt nicht gestern entstanden.
Florian: Also das Zeug, was da einschlägt, ist auf jeden Fall, alles was da rumfliegt,
Florian: ist auf jeden Fall mal Zeug, das von der Entstehung der Planeten übrig geblieben ist.
Florian: Das Sonnensystem, die Planeten sind vor viereinhalb Milliarden Jahren entstanden
Florian: und das Zeug, das nicht zu Planeten geworden ist, quasi der Bauschutt,
Florian: der fliegt immer noch rum.
Florian: Das sind die typischen Asteroiden und von Asteroiden kommen die Meteoriten.
Florian: Das heißt, so ein Alter von um die vier Milliarden Jahren ist absolut typisch,
Florian: aber wie alt es genau ist, müsste man sich dann anschauen.
Publikum: Das habe ich nicht angezweifelt. Mich würde interessieren, das muss schon länger
Publikum: passiert sein, weil wie lange dauert es, um ein Alter von so einem Ding festzustellen?
Publikum: Das war meine praktische Frage.
Florian: Ach so, das kann ich gar nicht sagen. Tatsächlich, im Januar ist das passiert.
Ruth: Tatsächlich?
Florian: Okay, das ist sehr überraschend. Also man hat im Januar gesehen,
Florian: dass ein heller Feuerball über den Himmel geflogen ist. Also im Januar ist da
Florian: irgendwas rumgeflogen.
Florian: Und im Juni hat die Zagasdorfer Familie Ivancic plötzlich ein Loch in ihrer Pergola entdeckt.
Florian: Die war vielleicht ein halbes Jahr woanders offensichtlich.
Ruth: Beste Geschichte. Die hättest du dir aussuchen sollen für heute.
Ruth: Dann hätten die Asteroiden locker gewonnen.
Florian: Der Artikel ist seit heute Mittag online, den habe ich nicht gelesen, aber ja.
Ruth: Aber sind Sie sicher, dass es der Asteroid war?
Florian: Sie haben einen Meteorit gefunden dort. Der schaut auch natürlich aus wie ein
Florian: Meteorit und ist jetzt einer der wenigen offiziell in Österreich gefundenen
Florian: Meteoriten. Da haben wir nicht so viele. Zehn Stück ungefähr.
Ruth: Und den kann man dann wahrscheinlich irgendwann im Naturhistorischen Museum besichtigen.
Florian: Genau, da liegen sie alle rum.
Ruth: Das ist übrigens die größte Meteoritensammlung der Welt beherbergt.
Florian: Genau, kann man sich anschauen, ist sehr, sehr sehenswert. So,
Florian: ich glaube, wir haben noch Zeit für eine Frage und alle anderen Fragen machen
Florian: wir dann, nachdem das hier vorbei ist. Aber eine Frage können wir quasi noch
Florian: in den Podcast mit reinnehmen, wenn es noch eine gäbe. Ansonsten können wir
Florian: auch direkt zum nächsten Punkt übergehen.
Florian: Der nächste Punkt, war noch eine Hand?
Ruth: Ich habe es genau gesehen.
Florian: Oder wollte sich der Mann einfach noch kratzen?
Ruth: Zu spät. Jetzt muss er eine Frage stellen.
Publikum: Wenn Sie beide euch ein einziges astronomisches Objekt aussuchen müsstet,
Publikum: wo ihr sagt, das ist das Allerbeste, abgesehen von Erde.
Florian: Ja gut, abgesehen von der Erde ist schwierig, weil die Erde ist das allerbeste
Florian: Objekt im Universum, weil da leben wir.
Ruth: Wir müssten uns auf eins einigen oder dürfen wir jeder eins?
Ruth: Ah, okay. Nein, ich könnte nicht.
Florian: Es ist wirklich schwierig. das Universum wirklich voll mit Dingen,
Florian: die cool sind. Da ist es echt schwer, eins zu nehmen. Ich muss jetzt fast wirklich
Florian: schon angeberisch sein. Ich nehme das Ding, das nach mir benannt wurde.
Florian: Es gibt einen Asteroid, der nach mir benannt wurde.
Florian: Und da muss ich halt natürlich sagen, das ist das coolste Ding, wenn es nicht wert ist.
Ruth: Aber kann der irgendwas? Oder ist das einfach nur ein Felsbrocken,
Ruth: der durch die Gegend fliegt?
Florian: Ja, warte, bis er kommt und einfliegt. Ich meine meine Pergola.
Ruth: Ich habe gar keine Pergola.
Ruth: Ich kaufe meine Pergola und halte sie beim Fenster raus. Nur damit der Freistäter
Ruth: bei mir einschlagen kann.
Florian: Ich glaube, der ist so ein paar Kilometer groß. Du brauchst eine große Pergola.
Ruth: Das wäre für Wien auch schlechte Nachrichten.
Florian: Das wäre jetzt ein Massensterben.
Ruth: Wenn der einschlägt. Und den und den hättest du gern, dass der zu uns kommt.
Florian: Ja, schauen wir mal, wie die Welt sich entwickelt.
Ruth: Ja, naja, okay.
Florian: Was ist dein Lieblingsobjekt?
Ruth: Die Andromeda-Galaxie. Unsere Nachbargalaxie. Weil man sie mit freiem Auge im Himmel sehen kann.
Ruth: Weil man weiß, wo es ganz dunkel ist. Und dann sieht man ein kleines verwaschenes Fleckchen.
Ruth: Und dann sieht man das Licht. Das Licht, das in den Sternen in dieser anderen
Ruth: Galaxie erzeugt worden ist.
Ruth: Vor zweieinhalb Millionen Jahren, weil so weit ist die weg, zweieinhalb Millionen Lichtjahre,
Ruth: durch den leeren Raum geflogen ist, zweieinhalb Millionen Jahre lang,
Ruth: dann irgendwann in unsere Galaxie rein, nichts ahnend, in unser Sonnensystem,
Ruth: plötzlich die Atmosphäre, wamm, in dein Auge hinein.
Ruth: Und das ist quasi live. Das ist das Licht, das da jetzt ankommt,
Ruth: genau in dem Moment, genau für dich und dein Auge, oder?
Florian: Ja, und davor der Asteroid-Gruppe, genau. Das ist viel cooler.
Florian: Danke für die Fragen. Wie gesagt, wer noch mehr Fragen hat, kann die uns gerne
Florian: danach stellen oder per E-Mail an frage.dasuniversum.at schicken.
Florian: Dann landen Sie in unserem Ordner und da werden wir Sie in Zukunft beantworten.
Florian: Im Podcast käme jetzt der Teil, wo wir über Science-Fiction und Wissenschaft
Florian: sprechen. Der Teil, den EFI gestaltet. Das lassen wir heute auch aus.
Florian: Aber wer gerne über Science-Fiction reden will, kann es auch nachher tun, weil da sitzt EFI.
Florian: Die kann gerne privat angesprochen werden, wer Fragen über Science-Fiction hat.
Florian: Ich weiß sogar schon, welchen Film wir in dieser Folge behandeln werden.
Florian: Das nehmen wir aber später auf.
Florian: Es wird, soll ich es verraten? Ich verrate es einfach. Es wird der neue Film
Florian: von Steven Spielberg sein, wo es um UFOs und Aliens und die großen Enthüllungen geht.
Florian: Also wer gerne wissen will, was davon zu halten ist.
Ruth: Dem, Evi, darf ich das auch sagen, übrigens ja schon in einem anderen Podcast
Ruth: besprochen hat, im FM4-Film-Podcast. Oder war das doch live auf FM4?
Florian: Das war live auf FM4 und im FM4-Film-Podcast, aber wir werden es bei uns auch
Florian: nochmal anders besprechen. Also wer gerne wissen will, was es mit diesem Film
Florian: aus sich hat und ob wirklich Aliens unter uns leben, muss dann diese Folge,
Florian: die in zwei Wochen veröffentlicht wird, anhören. Da kommt dann der Teil auch.
Florian: Und jetzt sage ich noch kurz, bevor es dann zu Ende ist, den Veranstaltungshinweis.
Florian: Denn das, was wir heute hier gemacht haben, das werden wir auch am 21.
Florian: September nochmal machen und am 16. Dezember, das heißt, da gibt es zwei weitere
Florian: Das Universum Live-Podcast-Aufnahmen hier im Radio Café.
Florian: 21. September und 16. Dezember und wer uns nicht bei einer Live-Podcast-Aufnahme
Florian: sehen will, sondern bei einer Live-Show, wo Ruth und ich auf einer Bühne mehr
Florian: machen als nur sitzen und reden, sondern,
Florian: da stehen wir dann unter anderem, aber wir machen auch noch ein paar andere
Florian: Sachen, also das wird ein bisschen mehr Show-Charakter haben, kann am 20.
Florian: Oktober nach Wiener Neustadt kommen, da gibt es das Universum live und noch
Florian: dazu bei freiem Eintritt.
Ruth: In der schönen Bibliothek im Zentrum.
Florian: Genau. Und dann gibt es noch diverse andere Live-Shows, aber alle erst im Herbst,
Florian: weil jetzt ist dann bald Sommerpause. Ruth macht noch ein paar andere Sachen
Florian: im Sommer, aber das klären wir dann auch im Podcast in den nächsten Folgen.
Florian: Oder hast du was, was du dringend noch für Juli ankündigen musst?
Florian: Das Volksmusikfest in Weidhofen an der Theia, wo Ruth Akkordeon spielt.
Ruth: Volksmusik! Folk!
Florian: Ja, das ist dasselbe auf Englisch.
Ruth: Ja, aber es ist andere Musik.
Florian: Da kann man sich Musik im Ruts Planetarium anhören.
Ruth: Das Musikfest in Weidhofen an der Teier. Kann man sich das Planetarium anhören?
Ruth: Nein, anschauen natürlich.
Ruth: Aber es wird sogar ein kleines, kurzes Konzert im Planetarium geben.
Ruth: Auf das freue ich mich schon sehr. Von 3. bis 5. Juli.
Florian: Genau. Und die Informationen gibt es alle dann auch im Internet nachzulesen
Florian: unter dasuniversum.at. Da gibt es alle anderen Folgen zu hören und alles andere.
Florian: Aber jetzt werden wir diese Aufnahme hier beenden und sind aber noch trotzdem da.
Florian: Für alle, die gerne noch was reden wollen mit uns, die noch andere Fragen haben,
Florian: die nicht live im Podcast veröffentlicht werden sollen.
Florian: Wer geheime Fragen hat, kann sie uns dann ganz geheim stellen und jetzt auch
Florian: flüstern und dann werden wir sie beantworten oder sonst irgendwas sagen oder
Florian: nach raus gehen. Ja, wir wollen euch nicht aufhalten. Also wer jetzt gerne nach
Florian: raus gehen möchte, kann das gerne auch tun. Aber jetzt ist, wenn du nichts mehr zu sagen hast.
Ruth: Ich habe mein lauwarmes Bier, ich bin glücklich.
Florian: Dann ist jetzt dieser Teil das Universum, die Podcast-Aufnahme wir live zu Ende. Wir freuen uns.
Florian: Dass so viele Leute gekommen sind, dass sich die Leute angehört haben,
Florian: was wir über Asteroiden und Galaxien zu erzählen haben.
Florian: Und wenn ihr noch mehr hören wollt, jeden zweiten Dienstag gibt es eine neue
Florian: Folge von Das Universum in einer Podcast-Applikation eurer Wahl zu hören.
Florian: Das war es jetzt. Vielen Dank.
Flo2: Jetzt sind wir wieder zurück aus dem Radio-Bürhaus und sitzen wieder in unseren Büros.
Flo2: Evi ist auch wieder zurück und sitzt jetzt am Mikrofon, damit wir,
Flo2: wie angekündigt, als wir live auf der Bühne gestanden sind, jetzt auch noch
Flo2: die Science-Frames-Rubrik aufnehmen können, was wir hiermit machen. Hallo, Evi.
Evi: Hallo.
Flo2: So, welchen Film gibt es? Ich habe es schon verraten. Disclosure Day von Steven Spielberg.
Evi: Ja, richtig. Der ist jetzt ganz neu und aktuell im Kino angelaufen.
Evi: Ich glaube, es ist ja schon die zweite Woche oder so.
Evi: Und wir haben uns ja das Vergnügen gegeben und uns den Film schon angesehen.
Flo2: Genau. Er war schlecht. Vielen Dank für die Besprechung und wir hören uns beim
Flo2: nächsten Mal mit einem besseren Film.
Evi: Nein, ich glaube, so leicht kommst du da jetzt nicht raus aus der Sache.
Flo2: Okay, gut. Dann erzähl was drüber.
Evi: Ja, also es ist ein Neufilm von Steven Spielberg. Der feiert ja heuer seinen 80.
Evi: Geburtstag und jetzt ist dieser Film so ein bisschen als sein,
Evi: ich weiß nicht, wie heißt das, Opus Magnum, sein Abschlusswerk auch von seinen
Evi: Alien-Filmen gehandelt worden. Er hat ja E.T.
Evi: Gemacht und Close Encounter of Third Kind, also die unheimliche Begegnung der
Evi: dritten Art. Das waren ja beides Alien-Filme.
Evi: Und hier in diesem Film, Disclosure Day, geht es jetzt auch wieder um Aliens.
Evi: Also das ist jetzt so als Abschluss gehandelt worden. Da habe ich mir schon gedacht, wow, okay.
Evi: Wobei der Trailer hat mich schon ein bisschen skeptisch gemacht,
Evi: beziehungsweise hat mir so ein bisschen gemischte Gefühle ausgelöst.
Evi: Also jetzt, nachdem wir den Film gesehen haben, kann ich jetzt auch sagen,
Evi: wer den Trailer kennt, kennt den Film.
Evi: Kurzum, es geht darum, dass die Aliens schon sehr lange die Erde besuchen...
Evi: Auch immer wieder Raumschiffe abgestürzt sind. Rosewell ist wahr und natürlich
Evi: ist die Regierung, die Organisation, die da alles verschleiert und nicht will,
Evi: dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt.
Evi: Und in dem Film gibt es jetzt zwei Hauptcharakteren, Emily Blunt und Joshua
Evi: Connor, die da auf die Wahrheit stoßen, die das dann unbedingt veröffentlichen
Evi: wollen, beziehungsweise die auch von Aliens in ihrer Kindheit entführt wurden.
Evi: Und da irgendwie auch so eine, wie es halt für Spielberg, das ist einfach seine
Evi: Art, da natürlich irgendeine Art von Verbindung mit den Aliens haben.
Evi: Und im Prinzip ist der ganze Film, der zweieinhalb Stunden dauert,
Evi: eine Verfolgungsjagd. Also du hast dann diese regierungsnahe Privatorganisation,
Evi: die für diese Verschleierung zuständig ist, die das natürlich verhindern wollen,
Evi: dass die da jetzt öffentlich gehen damit und das ist im Prinzip der ganze Film.
Flo2: Genau, und ich sage gleich dazu, wir werden die Inhaltsangabe nicht komplett
Flo2: durchführen. Wir wollen nicht spoilern in diesem Podcast.
Flo2: Wer tatsächlich auch inhaltlich den ganzen Film erzählt und interpretiert bekommen
Flo2: möchte, kann den FM4-Filmpodcast anhören, wo du zu Gast warst und das alles schön erzählt hast.
Evi: Ja, da hatten wir schon ein sehr interessantes Gespräch. Also wer da ausführlich
Evi: eine Besprechung haben möchte, kann gerne noch in den Podcast auch reinhören.
Flo2: Also hört euch das an oder wenn ihr den Film trotzdem sehen wollt und keine
Flo2: Spoiler haben wollt, dann könnt ihr hier hören. Hier gibt es keine Spoiler,
Flo2: aber danach könnt ihr auch gerne den FM4-Podcast hören, wo viel gespoilert wird.
Evi: Ja, wobei ich finde, das ist ein Film, bei dem es nicht viel zum Spoilern gibt.
Flo2: Ja, ein paar Sachen gibt es schon, die man irgendwie vielleicht dann doch noch
Flo2: sehen will, wenn man den Film sehen will. Aber im Wesentlichen hast du den Inhalt
Flo2: schon zusammengefasst. Die Regierung versteckt Informationen über Aliens und
Flo2: Leute wollen diese Informationen in die Welt bringen.
Flo2: Und die einen haben was gegen die anderen und dann gibt es eine zweieinhalb
Flo2: Stunden lange Verfolgungsjagd. Das ist der Film.
Evi: Und scheinbar ist es Steven Spielberg da irgendwie auch wichtig,
Evi: das so auch zu transportieren, dass es eigentlich klar ist, woran er glaubt
Evi: und er möchte, dass das auch wahr ist. Also irgendwie offensichtlich scheint
Evi: Steven Spielberg da ganz fest an Aliens zu glauben.
Flo2: Er hat das auch in einem Interview, glaube ich, gesagt, dass das richtig ist,
Flo2: also dass es keine Fiktion ist, was er da erzählt.
Evi: Ja, richtig. Und das finde ich halt ein bisschen bedenklich.
Flo2: Naja, es wird auch alt.
Evi: Aber ja, ja.
Evi: Ich meine, ich liebe ja so seine Filme wie Der weiße Hai und so.
Flo2: Ist auch keine Fiktion, ist auch vollkommen echt.
Evi: Ja, genau. Ist eigentlich ein Dokufilm. Und deswegen, ja, also bei dem Film
Evi: war ich dann schon etwas, so viel sei gesagt, enttäuscht und weil ich ihn doch
Evi: recht uninspiriert auch fand, muss ich sagen.
Flo2: Das ist definitiv so. Also das kann ich auch bestätigen. Also wenn man andere
Flo2: Filme von Steven Spielberg kennt, dann sind die auch Blödsinn zumindest.
Flo2: Oder sowas wie Indiana Jones, ja, da ist ja auch sehr viel Blödsinn dabei.
Flo2: Aber es ist halt sehr, sehr schön gemacht und sehr, sehr faszinierender Blödsinn.
Flo2: Das ist auch Blödsinn, aber an dem Film selbst ist weder was schön gemacht noch
Flo2: irgendwas faszinierend.
Evi: Ja, es ist wenig Humor auch in dem Film, bis auf eine Szene.
Evi: Also wie gesagt, ich finde es eben auch ein bisschen uninspiriert,
Evi: wie er die ganze Geschichte darstellt. Also es ist eben diese ganze Verschwörungstheorie.
Evi: Da sind so die großen Bösen, die Men in Black, die alles verheimlichen.
Evi: Und dann hast du da halt so Autonormalverbraucher, der die Wahrheit herausfindet.
Evi: Ich meine natürlich, das ist ein bisschen inspiriert von Akte X natürlich.
Evi: Also es hat manchmal auch so ein bisschen diesen Touch, finde ich.
Flo2: Ja, ein bisschen war schon, klar.
Evi: Dann gleich so ein bisschen Act-X-Nostalgie bekommen.
Flo2: Ja, aber Act-X war wesentlich besser. Das war also noch viel,
Flo2: viel mehr und viel, viel größerer Blödsinn, aber es war halt deutlich lustiger,
Flo2: spannender und interessanter erzählt als das, was Steven Spielberg da gemacht hat.
Evi: Diese Frage, gibt es Aliens, sind die Aliens unter uns? Es ist jetzt nicht so,
Evi: als hätte sich die Wissenschaft diese Fragen ja nicht schon gestellt oder als,
Evi: würde man das nicht untersuchen.
Evi: Das finde ich ja dann immer so ein bisschen seltsam bei, also auch dieses Disclosure,
Evi: es gibt ja auch ein Movement dahinter. Also das ist jetzt auch etwas,
Evi: was ich ja da Steven Spielberg nicht ausgedacht hat, sondern es gibt ja eine
Evi: Bewegung dahinter, die ja fest der Meinung ist, dass das ja alles wahr ist.
Evi: Und bei solchen Sachen wundert es mich dann oft, weil die Wissenschaft schaut
Evi: sich das an. Das ist jetzt nicht so etwas, während ihre Aufforderungen komplett
Evi: ignoriert und würde das irgendwie jemand gleich so leichtfertig irgendwie abhandeln.
Evi: Und dann macht sich aber keiner irgendwie die Mühe, sich da mal auch vielleicht
Evi: Gedanken drüber zu machen.
Evi: Was bedeutet das, wenn jemand in der Lage ist, interstellare Reisen durchzuführen?
Evi: Wo könnten die herkommen? Was müssen die können, damit sie das machen können?
Evi: Das finde ich dann wieder erstaunlich, weil oft, wenn man sich die Sachen durchdenkt,
Evi: kommt man eigentlich relativ leicht zu dem Schluss, dass das ein Blödsinn ist.
Flo2: Ich glaube, das ist der Punkt, was Happert am Denken. Weil ein anderes großes
Flo2: Missverständnis, was diese ganze Sache angeht, ist ja auch, dass nicht alle
Flo2: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten für die Regierung.
Flo2: Das ist ja immer dieses Argument, ja die Regierung verheimlicht das alles und
Flo2: das ist alles unter Verschluss und so weiter und die Wissenschaft darf ja auch nichts sagen.
Flo2: Nein, also es gibt natürlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,
Flo2: die für die Regierung arbeiten, sowas gibt es.
Flo2: Aber der Großteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Welt
Flo2: sind einfach ganz normale Menschen, die einen ganz normalen Job haben.
Flo2: Sie sind halt in der Wissenschaft tätig, aber deswegen kann die Regierung jetzt,
Flo2: mir zum Beispiel als Wissenschaftler nicht mehr oder weniger sagen,
Flo2: was ich zu tun habe, wie sie es allen anderen Menschen theoretisch sagen könnte.
Flo2: Also das ist nicht so, dass die Astronomeninnen und Astronomen jetzt in dem
Flo2: Fall alle irgendwo einen Aufpass dahinter sich stehen haben,
Flo2: der aufpasst, dass sie nichts über Aliens sagen, wenn sie was rausfinden.
Flo2: Die werden die Ersten, die große Pressekonferenzen einberufen,
Flo2: wenn sie irgendwo mal einen wirklich vernünftigen Beleg für die Existenz von
Flo2: außerirdischem Leben haben.
Flo2: Das wäre etwas, wo die Wissenschaft als erste sehr, sehr, sehr,
Flo2: sehr, sehr laut davon erzählen würde.
Flo2: Das kann die Regierung nicht verhindern. Das geht nicht.
Evi: Das ist sehr gut, dass du das ansprichst, weil es gibt ja tatsächlich einen
Evi: Plan oder ein Protokoll, wie man in der Wissenschaft damit umgehen soll.
Evi: Also es sind Richtlinien in dem Sinne, wenn man jetzt wirklich extraterrestrische
Evi: Intelligenz, extraterrestrisches Leben entdeckt.
Evi: Und dieses Protokoll wurde jetzt erst vor kurzem überarbeitet.
Evi: Ist auch wieder die Frage, ist das Zufall, dass das genau jetzt passiert?
Evi: Wo es eben darum geht, okay, wie reagiert man darauf, wenn man da jetzt wirklich
Evi: was findet, eben weil das so eine Sensation ist. und die, ich glaube,
Evi: das ist von der IAA, oder? Also von der International Academy of Astronautics ist das doch, oder?
Flo2: Ja, ich weiß jetzt nicht genau, wer es ist. Aber ja, sagen wir mal,
Flo2: die Wissenschaft hat sich Gedanken darüber gemacht.
Flo2: Natürlich auch unverbindlich, weil die Wissenschaft hat keine Regierung.
Flo2: Aber es gibt natürlich Leute, die sich mit dem Thema Osserirdische oder einfach
Flo2: halt so was ja spannende Informationen beschäftigen und die sich überlegt haben,
Flo2: wenn wir mal was entdecken, was täten wir denn, wem wird man Bescheid sagen.
Flo2: Und die Antwort ist nicht beim Präsidenten anrufen.
Evi: Genau, ja. Und was ich nämlich spannend finde, dieses Update,
Evi: was eben genau jetzt gekommen ist, das ist eben genau aufgrund jetzt von,
Evi: den Entwicklungen in den sozialen Medien, Fake News eben überhaupt soziale Medien,
Evi: dass eben alles so vernetzt ist, dass alles und jeder online ist.
Evi: Und sie da eben auch gemeint haben, okay, diesen klassischen mit diesem Peer
Evi: Review, diesen Vorgang, den man jetzt in der Wissenschaft macht,
Evi: das würde in dem Fall auch gar
Evi: nicht funktionieren oder nicht gut funktionieren, sondern in dem Fall...
Evi: Wenn man da jetzt was entdeckt, muss man da wirklich schnell sein,
Evi: man muss transparent sein, man muss sagen, hey, wir haben da vielleicht was,
Evi: schaut euch das an, kann es das wirklich sein, dass man da auch wirklich diesen
Evi: ganzen Verschwörungsdings eigentlich dann von vornherein ja keine Gelegenheit
Evi: gibt und denen die Luft nimmt.
Flo2: Das ist eine Entwicklung, die gibt es nicht nur auf dem Gebiet,
Flo2: die gibt es schon länger.
Flo2: Das ist aufgekommen oder akuter geworden, diese Frage der Zeitskalen,
Flo2: auf denen die Wissenschaft Ergebnisse veröffentlicht, weil ja der Peer-Review-Prozess,
Flo2: der Überprüfungsprozess natürlich Zeit braucht.
Flo2: Das ist aufgekommen unter anderem in der Pandemie, in der Covid-Zeit,
Flo2: weil da hat man sehr schnell Ergebnisse wissen wollen, man hat sehr schnell
Flo2: Antworten auf Fragen gebraucht und der übliche Peer-Review-Prozess wäre zu lang gewesen.
Flo2: Das heißt, da sind wirklich auch Studien veröffentlicht worden,
Flo2: quasi vorab veröffentlicht worden, die noch nicht diesen kompletten Peer-Review-Prozess
Flo2: durchlaufen haben, weil die Informationen einfach wichtig waren, dass sie da sind.
Flo2: Aber natürlich, wenn sie nicht überprüft sind, dann muss irgendeine andere Art
Flo2: von Prüfung stattfinden und da hat man sich durchaus Gedanken gemacht,
Flo2: wie man jetzt damit umgeht mit wissenschaftlichen Erkenntnissen,
Flo2: die noch nicht diesen Peer-Review-Prozess durchlaufen haben.
Flo2: Auch in der Klimaforschung gibt es da viele Diskussionen, weil da ist es ja
Flo2: auch so, dass man oft schnelle Informationen haben will, das nutzt nichts,
Flo2: wenn ich irgendwie drei Jahre an irgendwas arbeite und dann erkläre,
Flo2: was man vor drei Jahren hätte tun können, damit irgendwas, was vor zwei Jahren
Flo2: passiert ist, nicht passiert.
Flo2: Also auch da gibt es diese Frage und die kurze Antwort, was man tut,
Flo2: ist halt ja maximale Transparenz.
Flo2: Alle müssen sich das anschauen können, damit halt möglichst viele Leute ihre
Flo2: Meinung abgeben können, um halt diesen organisierten Peer-Review-Prozess,
Flo2: der lange dauert, zu ersetzen. Das macht bei Aliens auch Sinn,
Flo2: aber ist vielleicht nicht der drängendste Einsatzbereich dieses Konzepts.
Evi: Genau. Also im Prinzip genau das Gegenteil von dem, was da eigentlich von den
Evi: ganzen Verschwörungstheoretikern oder auch von dem Disclosure Movement da immer
Evi: spekuliert wird. Also keine Geheimhaltung, sondern absolute Transparenz,
Evi: eben wirklich Datenanalyse, Methoden, welcher Code wurde verwendet.
Evi: Also dass da wirklich das nachprüfbar ist. Heikel ist aber die Frage nach dem,
Evi: wer denn dann antworten sollte, sollte wirklich ein aussehendes Signal kommen.
Flo2: Das ist, glaube ich, erstmal doch nicht jetzt so eine drängende Frage,
Flo2: aber ein anderer Punkt, den ich zuerst noch machen möchte, ist,
Flo2: Es gibt einen anderen Film, der mit Erstkontakt zu tun hat, den du vermutlich
Flo2: auch schon mal besprochen hast hier. Ich weiß es gerade nicht.
Flo2: Wenn nicht, dann wirst du es sicher nochmal tun. Contact.
Evi: Das hast du vergessen. Contact war unser erster Science-Films-Film. Ach, okay.
Flo2: Gut, der ist schon so lange her. Da habe ich es vergessen. Aber ja,
Flo2: tatsächlich haben wir mal besprochen.
Flo2: Und in Contact ist es sehr, sehr schön erklärt. Da kommt ja auch dieses Alien-Signal,
Flo2: das da aufgezeichnet wird.
Flo2: Und dann rauscht sofort die Regierung rein und sagt, das muss jetzt alles geheim gehalten werden.
Flo2: Und da kommt der Astronomin und sagt, ja, nee, sorry, können wir nicht,
Flo2: weil die Erde dreht sich. Wir haben in ein paar Stunden das Signal nicht mehr,
Flo2: wir können es nicht mehr beobachten.
Flo2: Wir müssen jetzt Leute anderswo anrufen, dass die das weiter beobachten können.
Flo2: Und so ist es in der Realität auch, wenn ich jetzt irgendwas am Himmel sehe,
Flo2: ein Raumschiff oder sonst was, irgendwas, was ein Raumschiff sein könnte,
Flo2: was durch das Sonnensystem Richtung Erde fliegt, dann kann ich das von einer
Flo2: einzigen Position aus halt nur eine Zeit lang beobachten.
Flo2: Und dann dreht sich die Erde und dann muss ich irgendwo von einem anderen Ort
Flo2: aus beobachten. Das heißt, Astronomie ist per Definition in dem Fall etwas,
Flo2: was nur global passieren kann.
Flo2: Und das kann sich kein Land alleine irgendwie unter Verschluss halten.
Flo2: Das funktioniert schlicht und einfach nicht.
Flo2: Da kann die Regierung noch so sehr sagen, wir halten das geheim,
Flo2: wenn, dann muss man sich wirklich eine komplette Verschwörung ausdenken,
Flo2: wo dann das amerikanische Militärsternwarten auf der ganzen Welt besetzt,
Flo2: damit sie überall beobachten kann und so weiter und so fort.
Flo2: Aber ja, Astronomie funktioniert schon nicht. Der Himmel ist über allen Köpfen
Flo2: und den kann man nicht geheim halten.
Evi: Ach ja, das hast du schon gesagt. Also ich glaube auch dieser internationale
Evi: Zusammenschluss, das ist ja das Verbindende, das finde ich immer sehr schön.
Flo2: Genau, und da sieht man halt, was passiert, wenn eine Person ein Drehbuch schreibt,
Flo2: die sie auskennt, nämlich Carl Segen in dem Fall, der wusste ja, von was er redet.
Flo2: Und dann kommt ein wesentlich wissenschaftlicher, besserer Film raus als der von Steven Spielberg.
Flo2: Es wäre wünschenswert, wenn man sich bessere Gedanken darüber macht als Steven Spielberg.
Evi: Ja eben, wo der halt mit seinen Gedanken dann fertig denkt und dann halt auch
Evi: zu einem Punkt kommt, der halt nicht der ist, dass alles wird verschleiert,
Evi: die bösen Regierungsagenturen.
Flo2: Und sobald ein Lokalsender irgendwo in den USA dann eine Nachrichtensendung
Flo2: sendet, wo gesagt wird, es gibt Aliens, ist der Weltfrieden sofort erreicht.
Evi: Pass auf, dass du nicht Spoilerst.
Flo2: Ja, aber das, ja, okay.
Evi: Wir hören lieber auf, oder?
Flo2: Ja, wir hören lieber auf und machen den Rest des Podcasts zu Ende.
Flo2: Das machen wir jetzt ohne Ruth, weil mit Ruth haben wir die Live-Show gemacht
Flo2: und ich habe Ruth gesagt, sie muss jetzt sich nicht extra nochmal hier einwählen
Flo2: bei uns, um den Schluss des Podcasts aufzunehmen, weil eh nicht mehr viel zu sagen ist.
Flo2: Veranstaltungen haben wir auch schon live angekündigt. Das müssen wir hier nicht
Flo2: mehr machen. Das Einzige, was...
Flo2: Wir noch machen wollen, ist uns bedanken bei den Leuten, die uns unterstützt haben.
Flo2: Seit der letzten Aufnahme, die ist noch gar nicht so lange her,
Flo2: darum ist die Liste nicht recht lang.
Flo2: Wir haben per PayPal eine Unterstützung bekommen von Matthias.
Flo2: Sehr vielen Dank. Wir haben eine Unterstützung bekommen von Peter,
Flo2: der sich für den schönen Podcast bedankt. Und wir bedanken uns für die Unterstützung, Peter.
Flo2: Und wir haben eine Unterstützung bekommen von Andrea. Ganz, ganz vielen Dank dafür.
Flo2: Wenn ihr uns auch unterstützen wollt, dann macht das sehr, sehr gerne per PayPal.
Flo2: Weil wie gesagt, geht das ganz einfach.
Flo2: Könnt ihr machen. Ihr könnt auch ein Steady oder ein Patreon-Abo abschließen.
Flo2: Da freuen wir uns auch darüber.
Flo2: Und ihr könnt auch natürlich anderweitig uns unterstützen.
Flo2: Ihr könnt zum Beispiel das Universum-Merch beziehen, das Jörg hergestellt hat.
Flo2: Davon habe ich in der letzten Folge schon erzählt.
Flo2: Jörg hat so Magnete und Armbänder und Schlüsselanhänger mit das Universum gebastelt.
Flo2: Und das kann man kaufen, wenn man das gerne will. Das kann man in den Shownotes sehen.
Flo2: Über Ebay geht das. Da freut sich Jörg. Und wir freuen uns auch,
Flo2: wenn ihr dieses Das Universum Merch habt.
Flo2: Ihr könnt auch einfach anderen Leuten von dem Podcast erzählen oder zu unseren
Flo2: Veranstaltungen kommen, unsere Bücher kaufen oder einfach nur mit Freuden die
Flo2: nächsten Folgen anhören.
Flo2: Da freuen wir uns dann auch sehr darüber. Wenn ihr uns unterstützen wollt,
Flo2: die diversen Informationen gibt es in den Shownotes.
Flo2: Ihr könnt uns kontaktieren unter hello at das Universum.at. Wenn ihr uns diverse
Flo2: Dinge schreiben wollt, dann macht das dort. Oder wenn ihr Fragen habt,
Flo2: die wir im Podcast beantworten sollen, dann macht das unter...
Flo2: Fragen.at.
Flo2: Wenn die nächste Folge erscheint, dann ist schon Juli. Dann ist der Sommer offiziell
Flo2: angebrochen. Auch astronomisch angebrochen. Das ist eigentlich jetzt schon, oder?
Flo2: Ja, wir haben schon die Sommersonnenwende gehabt. Aber es ist total Sommer.
Flo2: Ja, meteorologisch und pädagogisch sowieso.
Flo2: Der Tag der Sommersonnenwende, der war noch nicht.
Flo2: Beziehungsweise der war jetzt gerade erst. Das heißt ja, eigentlich sehe ich
Flo2: jetzt offiziell schon Sommer.
Flo2: Aber in der nächsten Folge ist Juli. Und im Juli machen wir wieder unsere kürzeren
Flo2: Sommerfolgen. dass wir ein bisschen weniger Arbeit haben. Das heißt,
Flo2: ab Juli wird es vier Folgen geben, wo wir uns nur kurz über ein Thema austauschen.
Flo2: Evi wird kurz wieder ihr Sommerrätsel machen, so wie in den letzten Jahren auch.
Flo2: Das heißt, da gibt es dann wieder ein über vier Folgen sich erstreckendes Rätsel,
Flo2: das auf die eine oder andere Art mit Science-Fiction zu tun hat und bei dem
Flo2: es natürlich auch wieder schöne Sachen gibt für die, die beim Rätsel mitmachen
Flo2: und erfolgreich mitmachen.
Flo2: Aber was genau das Rätsel sein wird, Das erfahrt ihr dann in der nächsten Folge.
Flo2: Oder willst du schon was spoilern?
Evi: Nein, aber ich glaube, es wird wieder kosmische Postkarten von mir geben.
Flo2: Genau, da bin ich schon gespannt drauf, was es da geben wird.
Flo2: Also seid auch im Sommer mit dabei, wenn wir unsere Sommerfolgen machen.
Flo2: Und bis dahin wünschen wir euch eine schöne Zeit und sagen Tschüss.
Evi: Tschüss.