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Das Universum

Transkript

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Ruth: Hallo, liebes Radio Café. Herzlich willkommen. Wir sind Ruth und Florian.

Ruth: Wir machen da diesen kleinen Podcast, das Universum. Kennt denn jemand?

Ruth: Ist das so dunkel?

Flo: Ja, wir haben vorher gesagt, es soll dunkel sein.

Ruth: Ja, ich weiß. Ich habe gesagt, ich möchte euch nicht sehen, aber jetzt möchte ich euch doch sehen.

Ruth: Fragen wir es andersrum. Kennt jemand den Podcast nicht? Ist jemand zufällig hier? Niemand?

Ruth: Und? Das sind alle Hörer und Hörerinnen?

Ruth: Okay, das ist ungewöhnlich. Ich glaube, das ist bis jetzt noch nie passiert, oder?

Flo: Nein.

Ruth: Weil sonst kann ich immer den Witz machen, ha, ihr seid zufällig da und wolltet

Ruth: eine coole Band hören und irgendwie sagen, aber na gut.

Ruth: Hallo, herzlich willkommen. Schön, dass ihr den Podcast alle kennt.

Ruth: Das ist eigentlich gut. Also ist dann jetzt irgendwie kein Zugewinn an neuer Hörerschaft für uns.

Flo: Das macht ja nichts, aber... Ich bin immer so.

Ruth: Wachsen, wachsen, wachsen, dann brauche ich euch nicht erklären,

Ruth: was wir da machen eigentlich.

Ruth: Wir erzählen uns Geschichten aus der Wissenschaft, aus der Astronomie und das

Ruth: machen wir heute auch, nur ausnahmsweise mal sind wir beobachtbar.

Ruth: Das ist das Besondere, das Universum, normalerweise nicht beobachtbar,

Ruth: nur hörbar, heute für euch beobachtbar.

Ruth: Und ja, es wird nicht wahnsinnig viel zu sehen geben, leider,

Ruth: außer uns beiden, wie wir reden.

Ruth: Wir haben jetzt da irgendwie keine extra Bilder und so weiter schon,

Ruth: aber wir werden unser Bestes geben.

Ruth: Ich habe eine richtig coole Geschichte vorbereitet. Ich freue mich schon darauf,

Ruth: wie du reagierst, weil das ist eine ungewöhnliche Geschichte für meine Verhältnisse.

Flo: Wir werden sehen, wenn sie kommt, die Geschichte. Aber ich fange diesmal an

Flo: mit meiner Geschichte, wir setzen uns mal hin, weil dann tun wir uns leichter beim Erzählen.

Flo: Wir haben unter anderem deswegen keine Bilder, sondern machen das so,

Flo: wie wir es auch im Podcast machen, weil diese Folge, dann das,

Flo: was wir hier heute aufnehmen, auch tatsächlich in unserem Podcast veröffentlicht werden wird.

Flo: Also wer gerne hören möchte, wie er oder sie klingt, wenn sie uns zuhört,

Flo: das kann man dann dort in der nächsten Podcast-Folge nachhören.

Ruth: Und dieses kleine Gerät da unten nimmt euch auf. Also ihr seid sehr wohl dann

Ruth: auch drauf auf der Tonspur, also auch wenn ihr still seid.

Flo: Genau, und ihr könnt uns nachher auch Fragen stellen und das wird dann auch

Flo: im Podcast zu hören sein. Und wenn ihr Fragen stellen wollt,

Flo: die nicht im Podcast zu hören sein sollen, dann am besten, wenn alles vorbei

Flo: ist, dann können wir uns unterhalten. Wenn ihr irgendwelche kritischen Fragen

Flo: habt, ich weiß es nicht, keine Ahnung.

Ruth: Ja, wir sind natürlich nachher auch noch irgendwie dann so rum.

Flo: Aber wir fangen so an mit dem, was wir immer machen. Ich muss noch eine Korrektur

Flo: zur letzten Folge bekannt geben.

Flo: Die Folge, die nämlich morgen erscheint, wird dann die letzte Folge gewesen

Flo: sein, wenn diese Folge erscheint.

Ruth: Das ist immer so kompliziert mit diesem Vorfeld.

Flo: Da haben wir nämlich was Falsches gesagt.

Ruth: Ah, du oder ich?

Flo: Ja, ich habe es gesagt und du hast es nicht korrigiert. Und es wäre etwas gewesen,

Flo: was du korrigieren hättest können. Wie ich heute hierher gefahren bin, habe ich mir überlegt.

Flo: Ich fange meine Geschichte damit an, dich zu fragen, wie es dir so geht am letzten Tag des Sommers.

Flo: Und es ist heute gar nicht der letzte Tag des Sommers, nämlich der vorletzte Tag des Sommers.

Ruth: Na meine Güte, ist das doch wurscht, oder?

Flo: Naja, aber in der Folge, die morgen erscheint, haben wir am Anfang gesagt,

Flo: dass der Sommer jetzt schon vorbei ist und da gibt es sicherlich Leute,

Flo: die sich beschweren werden, dass mir das falsch gesagt hat.

Ruth: Ach so, weil es der 23. ist und nicht der 21. ist. Aber wann genau ist überhaupt

Ruth: das geschaut? Wann genau ist der Herbst?

Flo: Am 23. September, kurz nach 2 Uhr morgens.

Ruth: Ach, aber das heißt, wenn man dann, ach so, nein, du ver...

Ruth: Das ist wieder das Problem, dass du der Frühaufsteher bist, der veröffentlicht

Ruth: die Folgen immer um sechs Uhr früh.

Flo: Ja, es ist trotzdem wurscht. Die Folge kommt morgen, da ist der 22.

Flo: Das ist so oder so falsch.

Ruth: Ja,

Ruth: aber es wäre der letzte Tag des Sommers, weil es die letzten 24 Stunden des Sommers sind.

Flo: Ja, ich habe trotzdem gesagt, der Sommer ist vorbei. Egal. Ich wollte es nur

Flo: sagen für diese Folge hier, wir haben den Fehler bemerkt. Ich habe keine Zeit

Flo: mehr, ihn im Podcast zu korrigieren, weil die Folge erscheint morgen früh und

Flo: heute Abend arbeite nichts mehr außer dem, was ich hier mache.

Flo: Das heißt, du musst dich darauf einstellen, dass sich bis zur nächsten Folge

Flo: Leute bei uns beschweren werden, dass wir es falsch gesagt haben.

Ruth: Warum ist es eigentlich erst der 23.?

Flo: Es hat mit Schalttagen und sowas zu tun.

Ruth: Mit Schalttagen? Mit Schalttagen hat es zu tun, dass es manchmal der 22. ist und nicht der 23.?

Flo: Das habe ich jetzt nicht vorbereitet. Das ist auch gerade ein Thema,

Flo: das wirklich sehr, sehr öde ist, wenn man es erklärt, wenn man es nicht sehr, sehr gut vorbereitet.

Ruth: Hat es nicht damit zu tun, dass es auf der Nordhalbkugel der Winter kürzer ist

Ruth: als auf der Südhalbkugel wegen der elliptischen Bahn der Erde?

Flo: Die elliptische Bahn spielt auch eine Rolle, aber auch die Schalttage.

Flo: Aber egal, wie gesagt, das machen wir jetzt nicht. Wir machen eine andere Geschichte.

Flo: Die Geschichte, die ich erzähle, die mit der Frage an dich beginnt.

Flo: Wo warst du am 3. September 26? 3. September dieses Jahres. Weißt du noch, was da passiert ist?

Ruth: Da war ich in Wien.

Flo: Ja, du wohnst da. Das ist nicht überraschend.

Ruth: Wo warst du? Wo war ich? War ich in Spanien?

Flo: Das war Spannend.

Ruth: Am 4. war ich beim Weringer Sommerfest mit dem Planetarium. Also muss ich am

Ruth: dritten auch in Wien gewesen sein.

Flo: Das war auf jeden Fall ein spannender astronomischer Tag.

Ruth: Also es hat jetzt überhaupt nichts mit dem zu tun, was ich gemacht habe.

Flo: Nein, eh nicht.

Ruth: Das war jetzt nur so ein Clickbait oder was? Was hast du am dritten?

Flo: Da ist es, das nennt sich Einleitung.

Ruth: Gut, gut, gut.

Flo: Also, der 3. September 2026 war ein sehr spannender Tag für die Astronomie.

Flo: Und der 21. November 2026 wird auch ein sehr spannender Tag für die Astronomie sein.

Flo: Weißt du, was du da machst? Nein, ich frage nicht, sonst kommt wieder etwas Komisches.

Flo: Denn, Ruth, am 3. September, weißt du, was am 3. September passiert ist?

Flo: Am 3. September hat sich das MTM vom MPO der BepiColambo-Sonde abgetrennt.

Ruth: MFG?

Flo: Ja, wir klären das gleich. Das sind die Fragen, die jetzt aufkommen.

Flo: Was ist ein MTM? Was ist ein MPO?

Ruth: Beppi kenne ich.

Flo: Ja, genau. Und wer war Beppi? Ja, genau. Das klären wir jetzt alles.

Flo: Und es geht um Dinge, die in der Nähe des Planeten Merkur passieren.

Flo: Da ist etwas passiert. Merkur, der sonnennächste Planet.

Ruth: Du hast Gott sei Dank noch Merkur gesagt. Weil ich wollte jetzt gerade fragen,

Ruth: ob du tatsächlich Merkur sagst.

Flo: Ja, mal sage ich Merkur, mal sage ich Merkur.

Ruth: Ist das so ein deutsches Ding?

Flo: Keine Ahnung. Merkur, Merkur.

Ruth: Also eigentlich sagen die Deutschen eher Merkur.

Flo: Das ist komplett egal. Wir wissen alle, welcher Planet gemeint ist.

Flo: Und das ist interessant. Wir kennen alle die Planeten des Sonnensystems.

Flo: Bei Mars zum Beispiel, den haben wir schon sehr, sehr oft mit Raumsonden erforscht.

Flo: Da fliegt andauernd irgendwas hin oder fast andauernd irgendwas hin.

Flo: Wir waren bei den äußeren Planeten, bei Jupiter, Saturn, auf den Monden sind

Flo: wir gelandet. Demnächst fliegen wir da wieder hin.

Flo: Also wir sind geflogen bis raus zum Pluto. Der ist nicht mehr im Planeten und

Flo: wir sind trotzdem hingeflogen und haben den angeschaut. Aber der Merkur ist

Flo: notorisch untererforscht.

Flo: Das ist der innerste Planet des Sonnensystems, gar nicht so weit weg mal von der Erde.

Flo: Aber es ist noch nie was drauf gelandet, obwohl der eine feste Oberfläche hat.

Flo: Wir haben noch nichts auf dem Merkur gelandet. Und 1974, 75 ist Merkur dreimal

Flo: besucht worden von der Pioneer 10 Raumsonde. Die ist da dreimal vorbeigeflogen und das war's.

Flo: Hier noch eine kurze Korrektur aus dem Schnitt. Ich habe Pioneer 10 gesagt und

Flo: das ist Quatsch. Es war selbstverständlich die Raumsonde Mariner 10,

Flo: die zum Merkur geflogen ist.

Flo: Was mir an diesem Abend aber nicht aufgefallen ist, weswegen ich das Ganze noch

Flo: ein paar Mal gesagt habe.

Flo: Und jetzt zurück zum Live-Abend im Radiokulturhaus.

Flo: 2011 erst, ja wirklich, 2011, vor 15 Jahren ist der Merkur erst vollständig

Flo: kartografiert worden. Bis 2011 haben wir nicht vollständig gewusst,

Flo: wie die Oberfläche des Merkur aussieht, dass er damals die Raumsonder-Messenger erledigt,

Flo: Und das war es mit unserer Merkur-Erforschung. Mehr haben wir nicht gemacht dort.

Ruth: Ja, das ist ja halt auch nur eine Felskugel, oder?

Flo: Naja, ist der Mond auch und der Mars.

Ruth: Aber der Mond ist unser Mond.

Flo: Ja, aber der Merkur, wirst dich gleich erinnern, dass du gesagt hast,

Flo: es ist nur eine Felskugel, weil der Merkur ist total interessant.

Flo: Da gibt es wirklich jede Menge Dinge, die den Merkur extrem interessant machen.

Flo: Erstens einmal drehen die Tatsache, dass der Merkur der Sonne so extrem nahe

Flo: ist. Das macht was mit Himmelskörpern, wenn sie so nahe an einem Stern dran sind.

Flo: Und was es genau macht, kann man herausfinden, wenn wir den Merkur erforschen.

Flo: Der Merkur ist auch extrem ungewöhnlich

Flo: für einen Planeten. Es ist der kleinste Planet, den wir haben.

Flo: Wir haben Monde im Sonnensystem, Ganymede vom Jupiter zum Beispiel oder Titan

Flo: beim Saturn, Monde, die größer sind als der Merkur.

Flo: Also Merkur ist der kleinste Planet und trotzdem hat der Merkur einen extrem

Flo: großen Kern aus Metall und Eisen.

Flo: Man hat die Erde auch, aber verglichen mit seiner Größe ist der Eisenkern vom

Flo: Merkur extrem groß. Der Merkur ist der Himmelskörper im Sonnensystem mit dem

Flo: größten Anteil an Eisen. Und wir wissen nicht, warum das so ist.

Flo: Eine Vermutung zum Beispiel ist, dass der Merkur in Wahrheit früher eh viel

Flo: größer war, aber irgendwann mal mit irgendwas zusammengestoßen ist und dann

Flo: hat es ihm quasi den äußeren Teil irgendwie weggeschleudert ins All und nur

Flo: das Innere ist übrig geblieben. Das ist eine Hypothese, aber wir wissen nicht,

Flo: warum der Merkur so ist wie er ist.

Flo: Wir wissen, dass der Merkur sich sehr seltsam um seine Achse dreht.

Flo: Der rotiert sehr seltsam. Der hat was, das man Spin-Orbit-Resonanz nennt.

Flo: Das heißt, während der Merkur sich zweimal um die Sonne herum bewegt,

Flo: in derselben Zeit dreht er sich dreimal um die eigene Achse.

Flo: Macht er, ist spannend, wissen wir auch nicht genau, warum das so ist.

Flo: Wir wissen, dass der Merkur vielleicht sogar unser aller Ende sein könnte.

Ruth: Einschlag.

Flo: Ja, ich dachte, das kommt eine intelligente Frage, aber du kannst doch gerne

Flo: Soundeffekte machen, ist auch okay.

Ruth: Merkur Fall wäre das dann.

Flo: Nein, aber wir wissen, dass die Bewegung des Merkur potenziell chaotisch ist.

Flo: Also potenziell sind alle Bewegungen chaotisch, weil die Himmelskörper,

Flo: wenn es mehr als zwei Stück sind, ist die nie exakt vorhersehbar,

Flo: die Bewegung von Himmelskörper.

Flo: Aber bei Merkur ist es ein bisschen stärker als bei anderen.

Flo: Es gibt wissenschaftliche Arbeiten, die gezeigt haben, wenn man wirklich so

Flo: ganz lange Zeitraum betrachtet, ein paar Milliarden Jahre, könnte die Bahn von

Flo: Merkur so instabil werden,

Flo: dass der Merkur vielleicht in die Sonne fällt oder vielleicht auch mit der Venus

Flo: kollidiert oder die Venus aus der Bahn bringt und dann die Erde instabil wird.

Flo: Also der Merkur könnte das ganze innere Sonnensystem auf langen Zeitskalen von

Flo: Milliarden Jahren aus der Bahn bringen.

Ruth: Ich meine, das Sonnensystem gibt es ja jetzt so, wie es ist,

Ruth: schon ein Zeitel. Wie wahrscheinlich ist es, dass sich da jetzt noch so großartig was ändert?

Flo: Naja, es ist nicht null die Wahrscheinlichkeit. Man kann schon zeigen,

Flo: dass quasi das äußere Sonnensystem da ist, dass so gering die Wahrscheinlichkeit,

Flo: dass die ihre Bahnen chaotisch ändern, dass es wirklich quasi null ist.

Flo: Aber im inneren Sonnensystem ist die Zeitskala, auf der Planetenbahnen chaotisch

Flo: werden können, liegt innerhalb der Lebensdauer des Sonnensystems.

Flo: Das heißt, es wird nicht passieren, keine Sorge.

Flo: Oder wenn, dann ist es eben wurscht.

Ruth: Oder Sie Boulevard-Medien mit irgendwie Zeitskalen und chaotischen Bewegungen

Ruth: und Resonanzen nicht zu viel anfangen können, weil sonst hättest du da die nächste Schlagzeile, oder?

Flo: Ja, aber das haben wir sogar damals, wie ich noch auf der Uni war und du auch,

Flo: haben wir das in unserer Arbeitsgruppe, das hat sich auch selbst gerechnet,

Flo: die Bewegung vom Merkur, die chaotische. Also das ist was, da habe ich selbst dran gearbeitet.

Ruth: Und was ist dabei rausgekommen?

Flo: Das, was ich gerade gesagt habe. Okay. Dass auf Lage, Zeitskalen,

Flo: die Handels-Merkur potenziell chaotisch werden kann.

Ruth: Und von wie vielen eurer Simulationen ist das tatsächlich passiert?

Flo: Ja, nicht bei vielen. Aber all das führt dazu, dass der Merkur extrem interessant

Flo: ist. Der hat auch extreme Temperaturunterschiede.

Flo: Also es kann da extrem heiß werden, logischerweise, weil der Sonne im nächsten

Flo: Planet ist, ungefähr 430 Grad.

Flo: Kann aber auch extrem kalt werden, weil im Gegensatz zur Erde ist die Rotationsachse

Flo: vom Merkur nicht geneigt.

Flo: Bei der Erde ist sie geneigt, bei Merkur steht die Achse quasi komplett senkrecht auf die Bahn.

Flo: Das heißt, es gibt Bereiche, Krater, wo die Sonne einfach nie reinscheint.

Flo: Da ist es immer finster und immer kalt, da kann es bis zu minus 170 Grad kalt

Flo: sein und da hat man auch schon Wasser nachgewiesen, das heißt,

Flo: es gibt gefrorenes Wasser, also es gibt Wasser auf dem Merkur.

Ruth: Ja, und vor allem halt auch mit der langsamen Rotation, da ist halt sehr lang Tag und sehr lang Nacht.

Flo: Also Merkur ist keine langweilige Felskugel, sondern super spannend, wie du gesagt hast.

Flo: Es ist schwer, zum Merkur hinzufliegen. Und das ist was, das erscheint auf den

Flo: ersten Blick ein bisschen komisch, weil eigentlich könnte man denken,

Flo: okay, Raumfahrt, das ist was, wo es auf Distanz ankommt.

Flo: Und das stimmt auch, aber im Prinzip ist es jetzt nicht dramatisch schwerer,

Flo: irgendwo hinzufliegen, wo es weit weg ist.

Flo: Es dauert halt nur länger. Das ist jetzt kein großes Problem,

Flo: irgendwo weit rauszufliegen. Man braucht halt nur mehr Zeit.

Flo: Worauf es wirklich ankommt bei

Flo: der Raumfahrt, ist die Geschwindigkeit oder Geschwindigkeitsunterschiede.

Flo: Und das Problem, das wir beim Merkur haben, ist die überhöhte Geschwindigkeit,

Flo: wenn man so will. Also wir sind zu schnell.

Ruth: Das ist oft ein Problem, die überhöhte Geschwindigkeit.

Flo: Ja, ja, aber bei Merkur ist das wirklich ein Problem, weil die Erde bewegt sich

Flo: mit 30 Kilometern pro Sekunde um die Sonne rundherum. Das ist die Geschwindigkeit,

Flo: die die Erde auf ihrer Bahn hat.

Flo: Und wenn wir jetzt eine Raumsonde von der Erde ins All schubsen,

Flo: dann kriegt diese 30 Kilometer pro Sekunde mit, so quasi als Seitwärtsbewegung.

Flo: Und der Merkur ist schneller, der bewegt sich mit knapp 47 Kilometern pro Sekunde.

Flo: Warum? Newton-Gesetze, näher an der Sonne dran, stärkere Gravitationskraft,

Flo: der saust schneller rundherum.

Ruth: Genau, eh klar.

Flo: Naja, je näher man an etwas dran ist, was Masse hat, desto stärker ist die Anziehungskraft

Flo: und desto schneller muss man sich bewegen. Also näher an der Sonne bewegt man

Flo: sich schneller um die Sonne rundherum als weiter weg. Deswegen ist die Erde langsamer als Merkur.

Flo: Was machen wir, wenn wir zum Merkur fliegen wollen? Wir haben ein Problem.

Flo: Wenn wir diese Raumsonde starten von der Erde, dann hat die erstmal die Geschwindigkeit,

Flo: sodass sie sich im Wesentlichen auf der Erdbahn bewegt mit 30 Kilometern pro

Flo: Sekunde. Wir wollen sie aber zum Merkur bringen.

Flo: Und was machen wir, wenn wir eine Raumsonde von der Erde zum Merkur bringen?

Flo: Was machen wir als erstes?

Ruth: Bremsen.

Flo: Ja, und das ist eigentlich kontraintuitiv, dass wir bremsen müssen,

Flo: damit wir das machen. Weil wenn wir die Raumsonde abbremsen,

Flo: verliert sie vereinfacht gesagt ein bisschen Schwung und fällt in Richtung Sonne,

Flo: wird von der Sonne angezogen.

Flo: Das heißt, die Raumsonde kriegt eine Bahn, die nicht mehr so wie die Erdbahn

Flo: ist, sondern die langgestreckter wird, weil die Sonne sich Richtung Sonne bewegt.

Flo: Und wenn man das mit dem Bremsen richtig timet, dann kriegt man eine Bahn,

Flo: die von der Erde bis zum Merkur führt.

Flo: So, jetzt könnte man sich denken, passt eh, weil da wollen wir ja hin.

Flo: Das Problem ist, während die Raumsonde Richtung Merkur, Richtung Sonne fällt,

Flo: wird sie schneller. Sie wird angezogen von der Sonne, sie wird immer schneller,

Flo: schneller und schneller.

Flo: Und wenn wir beim Merkur da sind, dann können wir jetzt nicht einfach die Handbremse

Flo: reinschmeißen und anhalten, sondern die Raumsonde wird mit überhöhter Geschwindigkeit

Flo: am Merkur vorbeisausen, um die Sonne rundherum wieder zurück Richtung Erde,

Flo: dabei wieder langsamer werden, bis sie wieder bei der Erde ist.

Flo: Und dann geht das Spiel von vorne los. Sie fällt wieder zur Sonne,

Flo: saust am Merkur vorbei, um die Sonne rum und wieder raus. Das heißt,

Flo: wir fliegen da zwar am Merkur vorbei, aber wir kommen nicht am Merkur an.

Flo: Damit wir am Merkur ankommen, müssen wir irgendwie was machen.

Flo: Das Problem ist auch, wir wollen ja, dass die Sonde eine Umlaufbahn um den Merkur

Flo: nimmt. Das heißt, der Merkur muss die Sonde irgendwie anziehen.

Flo: Der Merkur ist aber klein, hat wenig Masse. Das heißt, es fällt ihm schon schwer, das anzuziehen.

Flo: Das Problem ist, wir müssen dann nochmal, wenn wir dann wirklich beim Merkur

Flo: sind, die Sonde stark abbremsen. Wir müssen dieser überhöhte Geschwindigkeit

Flo: loswerden und dazu gibt es.

Flo: Mehrere Wege. Die erste, wenn wir wirklich die Handbremse reinschmeißen,

Flo: das heißt ordentlich Gegenschub geben.

Flo: Das geht aber nur, wenn wir ausreichend viel Treibstoff mithaben und das ist teuer.

Flo: Mit viel Treibstoff wird die Raumsonde schwer. Das macht das alles teuer.

Flo: Das heißt, wir haben nicht so viel Treibstoff mit.

Flo: Und die Möglichkeit zwei, das ist, wir nutzen die Gravitationskraft der anderen

Flo: Planeten im Sonnensystem, um damit die Raumsonde zu bremsen.

Flo: Wenn wir an so einem Planeten vorbeifliegen mit der Raumsonde,

Flo: dann können wir, wenn wir das auf die richtige Art und Weise machen,

Flo: das Vorbeifliegen, kann die

Flo: Anziehungskraft des Planeten an der Raumsonde dir ein bisschen bremsen.

Flo: Und genau so hat man es bei dieser Mission gemacht. Die ist am 20.

Flo: Oktober 2018 gestartet. Im April 2020, also zwei Jahre später,

Flo: hat sie das erste Mal bei der Erde ein bisschen Geschwindigkeitsüberschuss abgebaut,

Flo: hat dort ein bisschen gebremst.

Flo: Dann nochmal 2020 im Oktober und im August

Flo: nochmal irgendwann ist sie bei der Venus vorbeigeflogen, hat sich da ein bisschen

Flo: gebremst und dann zwischen 2021 und 2025 ist sie

Flo: sechsmal so am Merkur vorbeigeflogen, wie ich es gerade erzählt habe und hat

Flo: jedes Mal ein bisschen gebremst durch die Gravitationskraft von Merkur

Flo: und jetzt ist sie ausreichend langsam geworden, nach diesen mittlerweile,

Flo: ja, viel sind es, zwei, sechs, acht Jahren, dass wir kurz davor sind,

Flo: eine Umlaufbahn zu erreichen.

Flo: Am 3. September, das war das Datum, was ich in meiner schönen erzählerischen

Flo: Einleitung dir genannt habe und was du dann komplett aus dem Konzept wieder rausgeworfen hast.

Flo: Am 3. September ist dieses Mercury Transfer Modul, das MTM, also quasi der Autobus,

Flo: mit dem die Sonde zum Merkur geflogen ist, abgekoppelt worden vom MPO.

Flo: Das ist der Mercury Planetary Orbiter, das Ding, was den Merkur umkreisen wird.

Flo: Das heißt, der Autobus ist jetzt weg. Keine Ahnung, der wird irgendwo rumfliegen,

Flo: weiß nicht, wo der genau rumfliegt. Aber das Drum, was den Merkur umkreisen

Flo: soll, ist jetzt quasi ausgesetzt worden.

Flo: Das wird jetzt gerade hochgefahren, getestet und so weiter.

Flo: Dann wird es auch nochmal ein paar Manöver machen. Und am 21.

Flo: November 226 wird diese Raumsonde dann den Merkur umkreisen und kann dann den

Flo: Merkur erforschen, weil das dringend nötig ist.

Flo: Jetzt eine Frage noch an dich. weißt du, womit der Autobus gefahren ist,

Flo: womit die Raumsonde geflogen ist, wie sie angetrieben wurde,

Flo: womit die ganzen Manöver gemacht worden sind?

Ruth: Nuklearantrieb.

Flo: Nein.

Ruth: Irgendwas Aufregendes?

Flo: Ja, es klingt aufregend. Ich habe es schon ein bisschen raunen hören aus dem Publikum.

Ruth: Ionenantrieb.

Flo: Mit einem Ionentriebwerk. Ein Ionentriebwerk. Das klingt voll nach Science Fiction,

Flo: ist aber schon länger im Einsatz. Das erste Mal hat man ein Ionentriebwerk 1998 benutzt im Weltall.

Flo: Im Prinzip ist ein Ionentriebwerk auch nichts anderes oder funktioniert nicht

Flo: anders als eine normale Rakete.

Flo: Bei der normalen Rakete, die funktioniert nach dem dritten Gesetz von Newton,

Flo: Actio gleich Reaktio, ich schmeiße irgendwas in die eine Richtung und dann bewegt

Flo: man sich in die andere Richtung. Bei der Rakete kommen die Abgase unten raus

Flo: und die Rakete geht nach oben.

Flo: Oder halt vorne, hinten, links, rechts, wo immer man sie auch hin will.

Flo: Und genau so kann man das auch machen, wenn man keinen chemischen Antrieb hat,

Flo: wo Zeug verbrannt wird, sondern man kann einen Strahl aus geladenen Teilchen

Flo: erzeugen. Also Moleküle, Atome, die elektrisch geladen sind, das sind Ionen.

Flo: Und wenn ich die in die eine Richtung ausstoße, bewegt sich,

Flo: was auch immer diese Ionen ausstoßt, in die andere Richtung.

Flo: Problem ist, ein Ion hat halt wenig Masse, ist halt nur ein Atom.

Flo: Das heißt, es schiebt nur sehr, sehr wenig. Aber wenn ich ausreichend viele

Flo: Ionen, ausreichend lange rausstoße, kann ich damit im Laufe der Zeit genug Schub

Flo: kriegen, dass ich trotzdem ein Raumfahrzeug damit bewegen kann.

Flo: Sondern der große Vorteil ist, ich brauche dafür nur sehr wenig Masse.

Flo: Ich brauche keinen Treibstoff, weil ich verbrenne ja nichts.

Flo: Ich brauche nur irgendwie eine Masse, also Stützmasse heißt es,

Flo: aus der ich die Ionen raushole. Und da sind selbst in ein paar Kilogramm halt

Flo: sehr, sehr viele Atome drin, die ich rausholen kann.

Flo: Was auch immer ich da als Masse nehme, oft nimmt man irgendein Gas,

Flo: da hole ich meine Ionen raus.

Flo: Die werden dann durch ein elektrisches Feld beschleunigt und ausgestoßen.

Flo: Und das ist mein Antrieb.

Flo: Die Raumsonde Pepe Colombo zum Beispiel, die hat Xenon, ein Xenon-Ionen-Antrieb.

Ruth: Klingt gut, ja.

Flo: Xenon ist ein Gas. Und diese Xenon-Ionen, die werden mit 50.000 Metern pro Sekunde rausgestoßen.

Flo: Und man braucht nur 580 Kilogramm davon. Also 580 Kilogramm Antriebsmasse hat

Flo: die Raumsonde dabei und mit dem fliegt sie. Also das finde ich sehr cool,

Flo: dass wir da einen Ionenantrieb haben.

Flo: Das klingt ein bisschen Science-Fiction-mäßig, obwohl es ja nicht eh...

Ruth: Ja, ist komisch, Gell, Ionenantrieb, das klingt immer so fantastisch.

Flo: So wie Ionensturm, warum schlägt der Preis? Genau, wahrscheinlich.

Ruth: Aber wofür hat sie den gebraucht? Weil sie hat sich ja eh irgendwie steudern

Ruth: lassen, oder, von den Planeten?

Flo: Ja, die muss schon auch manövrieren.

Ruth: Es gibt kein Gegenteil von Schwung holen. Das habe ich mir gedacht, wo du erzählt hast.

Ruth: Man ist es so gewohnt, die Raumsonden, die holen Schwung bei den Planeten.

Ruth: Die werden dann beschleunigt von den Planeten auf ihrem Weg. Das ist andersrum.

Flo: Man kann auch Schwung abgeben.

Ruth: Schwung abgeben. Ja, aber da denken sich dann alle was hin.

Flo: Naja.

Ruth: Schwung holen ist so, ah ja, Schwung holen. Klar, man fliegt am Planet vorbei

Ruth: und wird beschleunigt. Aber dass man das genauso andersrum auch nutzen kann, ist irgendwie.

Flo: Es hat quasi in dem Fall der Planet sich Schwung geholt.

Ruth: Stimmt, halt ganz wenig.

Flo: Es gab übrigens, das ist eine Geschichte, die ich weiß nicht,

Flo: ob ich das schon mal erzählt habe.

Flo: Dieses erste Mal, diese Swing-By-Manöver hat man gemacht in den 70ern für die

Flo: Voyager-Raumsonden, dass die wirklich so weit rausfliegen konnten,

Flo: weil da hat man auch keinen Treibstoff gehabt, um die so lange fliegen zu lassen.

Flo: Und da ist ein schlauer Mensch, dessen Name mir gerade nicht einfällt,

Flo: draufgekommen, dass man diese lange Reise machen kann, indem man an den Planeten

Flo: vorbeifliegt und sich an Jupiter-Saturn-Schwung holt.

Flo: Und weil das halt damals so spektakulär war, ist das auch in den Zeitungen gestanden.

Flo: Und da gab es echt Leute, die sich aufgeregt haben, dass jetzt ja die Umlaufbahn

Flo: von Jupiter verändert wird, weil die Voyager-Sonde vorbeifliegt.

Flo: Oder gab es in den 70ern eine Gesellschaft zum Schutz des Jupiter,

Flo: die demonstrierte gegen die Voyager-Missionen?

Ruth: Gar keine Astrologen. Die sind ja normal, die dich beschweren, oder?

Flo: Weiß ich nicht, aber das gab es tatsächlich. Aber wie gesagt,

Flo: es ist minimal, was da an der Planetenbahn verändert wird.

Ruth: Oder man könnte sagen, Erde hat sich bei Pepe Colombo Schwung geholt.

Flo: Ja.

Ruth: Würde einem niemand glauben, oder?

Flo: Ja, hat sie aber. Diese Umlaufbahn, wenn man sich das anschaut,

Flo: wie wirklich die Raumsonde geflogen ist, da von der Erde immer hin und her bis

Flo: zum Merkur, das ist echt extrem kompliziert.

Flo: Jetzt eine Frage, die sehr leicht zu beantworten ist.

Flo: Weißt du, wer sich diese komplizierte Umlaufbahn zum Erreichen des Merkur ausgedacht hat?

Ruth: Beppi.

Flo: Ein italienischer Ingenieur, Mathematiker mit dem Namen Giuseppe Colombo.

Flo: Ja, aber das ist doch Beppi. Lass mich das erzählen. Giuseppe Colombo.

Flo: In den 70ern hat er sich schon ausgedacht. Das war schon damals,

Flo: wie Pioneer dahin geflogen ist. Und,

Flo: dessen Spitzname war Peppi. Und aus irgendeinem Grund, dass man die Raumsonde

Flo: nach verdienten Forscherinnen und Forschern benennt, ist normal,

Flo: aber dass man wirklich den Spitznamen nimmt dafür, ist eher ungewöhnlich.

Flo: Also die haben die Raumsonde nicht Colombo genannt. Vielleicht hätte ich gedacht,

Flo: das ist dann der Inspektor Colombo oder sowas.

Ruth: Eine Frage.

Flo: Sie haben es nicht Colombo genannt, sondern auch nicht Giuseppe Colombo,

Flo: sondern eben Peppi Colombo. Darum haben wir jetzt eine Raumsonde,

Flo: die mit einem coolen Ionenantrieb kreuz und quer durch Sonnensystem fliegt und Peppi heißt.

Ruth: Auf Italienisch mit weichem B, ne?

Flo: Ja, aber Peppi klingt cooler, was ich in Österreich sage.

Ruth: Auf Österreich ist eh wurscht, Peppi, sehe ich alles weich, oder?

Flo: Ja, genau. Aber das war meine Geschichte über die Raumsonde Peppi und was da

Flo: Peppi rausfinden wird beim Merkur. Das werden wir in den nächsten Jahren sehen

Flo: und dann erst in Zukunft im Podcast besprechen können.

Ruth: Stay tuned.

Flo: Genau.

Ruth: Das ist eine coole Raumsonde. Ja, coole Geschichte. Danke. War mir auch nicht

Ruth: bewusst, dass er das schon in den 70ern ausgerechnet hat.

Ruth: Und dass man den Merkur erst 2011 vollständig kartiert hat.

Flo: Es hat nicht viel gefehlt. Es war so ein Stückchen, ein Streifen,

Flo: der gefehlt hat. Aber diesen Streifen hat erst Messenger besucht.

Ruth: Und was glaubst du, wie ist der

Ruth: Merkur entstanden oder wie ist der große Eisenkern? Was ist da passiert?

Flo: Du weißt, dass ich ein großer Fan von Kollisionen bin. Ich habe ein ganzes Buch

Flo: geschrieben, das ausschließlich von Kollisionen im Universum haltet.

Ruth: Das heißt wirklich so.

Flo: Und ich fände es natürlich cool, wenn wir wissen, dass Planeten kollidiert sind,

Flo: wenn wir den Mond bekommen.

Ruth: Nein, nee, das macht total Sinn. Ja, vor allem nah an der Sonne dran ist ja auch irgendwie.

Ruth: Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Ja, was gibt es für andere Möglichkeiten?

Flo: Zum Beispiel, weil der Merkur eben so nah dran ist, dass einfach die enorme

Flo: Temperatur und auch die enorme Sonnenwind und die Teilsgestrahlung von der Sonne,

Flo: dass die halt im Laufe der Zeit, so wie man mit dem Kercher die äußeren Schichten

Flo: quasi abgetragen hat, dass nur das Innere übrig geblieben ist.

Ruth: Und die aufgeheizt, dadurch ist er quasi aufgeschlafft.

Flo: Das ist auch eine Möglichkeit.

Ruth: Ja, aber hätte das so einen großen Eisenkern dann irgendwie?

Flo: Wissen wir halt nicht, darum fliegen wir halt hin.

Ruth: Okay, darum fliegen wir hin. Ja, ja, nein, ist gut, ist gut,

Ruth: ist gut. Ja, es ist eine coole Geschichte.

Ruth: Ich habe mir gedacht, ich habe eine richtig coole Geschichte.

Ruth: Jetzt ist meine ein bisschen langweiliger.

Flo: Du weißt, wie wir das Publikum anfeuern.

Ruth: Weißt du nämlich, worum es geht. Es geht bei meiner Geschichte natürlich um

Ruth: die Entdeckungen eines Teleskops, eines großartigen Teleskops,

Ruth: unseres besten, arguably, Teleskops da draußen.

Ruth: Es geht um neueste Entdeckungen des James-Webb-Weltraumteleskops.

Ruth: Das hat nämlich, also das Teleskop selber hat nichts gemacht,

Ruth: sondern zwei PhD-Studenten haben diese Studie geführt.

Ruth: Marielle, Eduardo und Anastasia oder wahrscheinlich Anastasia,

Ruth: Anastasia Morgan. Und die haben tatsächlich mit dem James-Webb-Weltraumteleskop

Ruth: in den Fernen das alles neue Objekte entdeckt.

Flo: Wie fern und welche Objekte?

Ruth: Gar nicht so fern eigentlich, eigentlich überhaupt nicht fern für James-Webb-Verhältnisse.

Ruth: Es sind keine fernen Galaxien, man muss nicht zu weit weg, man muss für diese

Ruth: fernen Objekte, also für uns sind sie schon fern, ja klar.

Ruth: Man muss dazu nicht einmal aus unserem Sonnensystem raus.

Ruth: Was, Florian, könnte das James Webb entdeckt haben?

Flo: Wenn du so fragst, dann werden es Asteroiden sein, weil wenn es neue Planeten

Flo: im äußeren Sonnensystem gewesen wären, dann hätte man davon auch irgendwo in

Flo: den Nachrichten deutlich mehr gehört, als man vermutlich so von Entdeckungen hört.

Flo: Wenn man Asteroiden entdeckt, dann hört man davon nur in den wissenschaftlichen Nachrichten.

Flo: Und ich weiß, dass es, oder ich weiß, alle wissen, die sich mit dem Thema beschäftigen,

Flo: dass es im äußeren Sonnensystem einen Asteroidengürtel gibt,

Flo: der viel, viel größer ist als der hier bei uns drinnen, wo viel,

Flo: viel mehr zu entdecken ist, wo wir noch viel zu wenig kennen.

Flo: Das heißt, ich gehe davon aus, dass James Webb entweder Objekte im Kuipergürtel

Flo: entdeckt hat oder höchstwahrscheinlich noch weiter draußen, die hinterm Kuipergürtel,

Flo: so in der gestreuten Scheibe, wie es offiziell heißt.

Ruth: Nice, nice. Obwohl Asteroiden, ich weiß nicht, ob die dann offiziell als Asteroiden gelten.

Ruth: James Webb hat transneptunische Objekte entdeckt.

Flo: Ja, das sind Asteroiden.

Ruth: 27 Stück. Ja, aber die sind ja hauptsächlich aus Eis, diese Dinge.

Flo: Das ist ja wurscht.

Ruth: Asteroiden sind doch aus Stein.

Flo: Ja, Asteroiden sind aus Gestein und Eis. Und nein, Asteroiden aus Eis sind genauso

Flo: Asteroiden wie alles andere.

Ruth: Wirklich?

Flo: Ja.

Ruth: Ist das nicht irgendwie, wenn es aus Eis ist, dann irgendwie?

Flo: Na gut.

Ruth: Ich glaube dir eh. 27 neue transneptunische Objekte.

Flo: Ich bin jetzt ein bisschen enttäuscht, weil du bist, wie James Webb geplant

Flo: wurde. Es hat geheißen, es wird hunderttausende Asteroiden entdecken.

Flo: Also da hat es noch was zu tun.

Ruth: Ja, eh. Und diese Zahl, auf die kommen wir dann später noch zurück.

Ruth: Aber gut, dass du das sagst. Es sind eigentlich nicht so viele.

Ruth: Wie es sich gehört, für eine gute Entdeckung sind diese nicht nur wenige,

Ruth: sondern auch anders als gedacht.

Ruth: Vielleicht zuallererst, was sind transneptunische Objekte überhaupt?

Ruth: Das wahrscheinlich bekannteste davon, Pluto, unser kleiner Freund Pluto,

Ruth: der König der Herzen. Alle sind immer so, warum ist Pluto kein Planet mehr?

Flo: Weil er nie einer war.

Ruth: Florian hat eine ganz flexible Meinung zu dem Thema.

Ruth: Wenn ihr ihm eine Freude machen wollt, dann fragt ihn nach der Show nochmal

Ruth: was, warum Pluto jetzt wirklich kein Planet mehr ist.

Flo: Wir haben eine ganze Folge darüber gemacht.

Ruth: Nein, nein, da hat er schon recht, das macht schon Sinn.

Ruth: Diese eisigen Brocken, die sich da im weit,

Ruth: äußeren, jenseitigen, da kommt kein gutes Wort mehr, Sonnensystem befinden.

Ruth: Und die eben, was das Spannende daran ist, natürlich eben aus der Frühzeit des

Ruth: Sonnensystems quasi die Reste, die Building Blocks, die Überbleibsel aus der

Ruth: frühen Zeit des Sonnensystems und aus der Planetenentstehung.

Ruth: Und es gibt da verschiedenste Klassen und Gruppen, wie ihr euch vorstellen könnt.

Ruth: Keine gute Definition für irgendwas, so ist es in der Astronomie,

Ruth: sorry, im äußeren Sonnensystem noch schwieriger.

Ruth: Also die sind eine heterogene Gruppe, verschiedener Herkunft,

Ruth: unterschiedlicher Geschichte, Eigenschaften und so weiter.

Ruth: Grob aber, wie du schon angedeutet hast, gibt es zwei Klassen,

Ruth: sagen wir es mal so, die sich dynamisch unterscheiden.

Ruth: Also die Art und Weise, wie sie sich um die Sonne bewegen. Es gibt quasi die

Ruth: klassischen transneptunischen Objekte, die tatsächlich auch Transneptun jenseits

Ruth: des Neptun, wo sie jetzt sind, entstanden sind und die sich auf einer.

Ruth: Eher kreisförmigen Bahn, also einer Bahn mit niedriger Elliptizität befinden.

Ruth: Und auch eher flach, also nicht stark. Und in der Ebene, genau.

Ruth: In der Ebene des Sonnensystems. Das sind die dynamisch Kalten.

Ruth: Also sie sind alle kalt, aber die sind auch dynamisch kalt. Also in ihrer Bewegung,

Ruth: ja, Objekte. Und dann gibt es noch die, die wahrscheinlich eher weiter drinnen

Ruth: im Sonnensystem entstanden sind. Also eigentlich so bei Uranus oder zwischen

Ruth: Uranus und Neptun entstanden sind.

Ruth: Und dann irgendwie rausgestört sind, rausgestört worden sind.

Ruth: Und sich dementsprechend irgendeinen Kick bekommen haben, ja, auf einen.

Ruth: Einer sehr elliptischen Bahn und eben nicht in der Ebene des Sonnensystems,

Ruth: sondern irgendwie mit irgendwelchen lustigen Neigungen und großen Elliptizitäten

Ruth: da befinden. Und das sind die dynamisch heißen.

Ruth: Hast du dem noch etwas hinzuzufügen?

Flo: Nein, aber ich kann noch etwas erzählen. Das finde ich immer auch eine schöne Geschichte.

Flo: Die astronomische Namensgebung ist oft sehr peinlich und ab und zu sehr seltsam.

Flo: Es gibt eine Untergruppe von diesen dynamisch kalten Objekten,

Flo: die ein bisschen näher dran sind. Die heißt Kubévanus.

Flo: Weißt du, warum die Kubévanus heißen?

Ruth: Nein, ich habe es gelesen und habe mir gedacht, das muss ich noch nachschauen,

Ruth: warum die so einen lächerlichen Namen haben.

Flo: Ich habe es aber dann vergessen. Der erste Himmelskörper, abgesehen von Pluto,

Flo: den wir halt lange Zeit nicht als Asteroid im Kuipergürtel da hinten erkannt

Flo: haben, abgesehen von Pluto, das erste Objekt, das wir da draußen gefunden haben, war im Jahr 1992.

Flo: Und das war halt ein größerer Asteroid da draußen. Und wie es so ist mit Asteroiden,

Flo: die bekommen immer mal, bevor sie einen echten Namen bekommen,

Flo: bekommen sie immer eine provisorische Bezeichnung, die aus dem Jahr der Entdeckung

Flo: und einer Buchstaben-Zahlen-Kombination besteht.

Flo: Und dieses erste Objekt, das wir gefunden haben, hat die provisorische Bezeichnung

Flo: 1992 QB1 bekommen, also auf Englisch QB1.

Flo: Und der war quasi der Prototyp für diese Art der Asteroiden und darum hat man

Flo: dann gedacht, wir nennen die jetzt alle QB1-Os oder QB-Vanus.

Ruth: QB-Vanus.

Flo: Ja, also so hat man den draußen benannt.

Ruth: Na gut, dass ich nicht nachgeschaut habe. Ja.

Ruth: Wie auch immer, diese zwei Arten gibt es, also die dynamisch kalten,

Ruth: die dynamisch heißen, die sich eher auf einer beinahe kreisförmigen Bahn,

Ruth: brav, auf einer Ebene des Sonnens bewegen und die, die halt irgendwie total

Ruth: crazy durch die Gegend fliegen.

Ruth: Man erwartet sich, dass die irgendwie doch auch in den Eigenschaften unterschiedlich sind.

Ruth: Und jetzt hat das James-Webb da jede Menge neue Objekte beobachtet,

Ruth: da draußen in der Gegend.

Ruth: Und zwar nämlich, also jede Menge, eh nur 27, aber nämlich sind die winzig.

Ruth: Die sind richtig, richtig klein.

Ruth: Und wie du weißt, ist es ganz wichtig, warum hat man das James-Webb benutzt?

Ruth: Nicht nur, weil es ein sehr großes Teleskop ist und gut schauen kann,

Ruth: sondern weil es ein Infrarot-Teleskop ist.

Ruth: Und mit diesem Infrarot-Teleskop kann man eben die Größe dieser Objekte sehr

Ruth: gut bestimmen. Das hat der Florian, normalerweise sagst du das in unserer langen

Ruth: Bühnenshow, diese Geschichte, genau, ja.

Flo: Aber die machen wir halt nicht.

Ruth: Darum habe ich es halt nicht gesagt. Und sonst auch in der Sternengeschichten-Show.

Ruth: Ich versuche da gerade Werbung für dich zu machen, ja?

Flo: Ja, ist eh okay, aber man kann, wenn man wissen, wie groß Asteroiden sind,

Flo: das kann man doch hinschauen, schwer rauskriegen, weil da sieht man einen Lichtpunkt.

Flo: Je nachdem, ob der hell oder weniger hell ist, sagt einem vorherst nicht viel

Flo: darüber, wie groß das Ding ist.

Flo: Da muss man wirklich im Wärmelicht, also Infrarot, schauen, weil je größer was

Flo: ist, desto mehr Wärme nimmt es auf und gibt es ab und desto heller ist es im

Flo: Wärmelicht und umgekehrt.

Flo: Das heißt, wenn man wissen will, wie groß was ist, braucht man ein Infrarot-Teleskop

Flo: und zum Glück ist das James Webb eins.

Ruth: Genau, und darum hat man damit die Größe dieser Objekte sehr,

Ruth: sehr genau bestimmen können.

Ruth: Und es hat aber nicht alleine beobachtet, Hubble ist auch noch dazugekommen.

Ruth: Das ist ja eine gemeinsame konzertierte Beobachtungskampagne mit James Webb

Ruth: und Hubble, um eben nicht nur die Größe, sondern auch die Farben dieser Objekte

Ruth: und damit ihre chemische Zusammensetzung da genauer untersuchen zu können.

Ruth: Und das ist eben das, woraus man den Unterschied dieser verschiedenen Objektklassen

Ruth: da irgendwie rausziehen möchte über die Farben, die chemische Zusammensetzung.

Ruth: Die müsste nämlich unterschiedlich sein bei diesen unterschiedlichen Gruppen,

Ruth: und auch vor allem bei verschiedenen großen Objekten.

Ruth: Es ist ja so, dass die Kleinen da viel mehr beeinflusst werden von diversen

Ruth: Begegnungen, Zusammenstößen und so weiter.

Flo: Du musst kurz erwähnen, was großen Kleinen im Kontext heißt.

Ruth: Naja, also die, die jetzt neu entdeckt worden sind, sind alle eigentlich klein.

Flo: Aber ich meine jetzt so Kilometer. Kilometer.

Ruth: Die, die jetzt neu entdeckt worden sind, sind zwischen 10 und 40 Kilometer groß. Winzig.

Flo: Draußen ist das kleine im inneren Sonnensystem zwischen Mars und Jupiter,

Flo: wo auch sehr viele Asteroiden sind.

Flo: Da ist der größte ungefähr 900 Kilometer groß.

Flo: Und wenn wir da einen finden, der so Kilometer groß ist, sagen wir,

Flo: das ist ein kleiner. Und die so 10, 20, 30, 40 Kilometer, das ist dann so mittelmäßig.

Flo: Aber so weit draußen finden wir halt nur die größeren.

Flo: Da gibt es auch mit Asteroiden, die über 1000 Kilometer groß sind,

Flo: sogar über 2000 Kilometer groß sind.

Ruth: Pluto zum Beispiel.

Flo: Genau, und da ist eben, wenn wir da klein sagen, also wenn wir da was finden,

Flo: was einen Kilometer groß wäre, das wäre schon dramatisch, weil so gut können

Flo: wir, glaube ich, noch gar nicht schauen bis jetzt. Also da ist dann 10, 20 Kilometer ja klein.

Ruth: Genau, und wir erwarten, dass die Kleinen eben anders sind als die Großen.

Ruth: Das nennt sich ja Size-Dependent Collisional Processing, eh klar?

Ruth: Also es ist einfach, die Kleinen werden durch die Kollisionen,

Ruth: die sie mitgemacht haben, einfach stärker beeinflusst, stärker durchmischt.

Ruth: Die werden irgendwie durch die Kollisionen durcheinander gebracht.

Ruth: Bei den Größeren, die interessiert die Kollisionen dann nicht mehr so.

Ruth: Die sind schon irgendwie stabiler und sind schon einfach weniger leichter aus

Ruth: dem Konzept zu bringen. Also die Kleineren werden durchgemischt und haben dadurch

Ruth: eine andere, leicht andere Zusammensetzung an ihrer Oberfläche,

Ruth: Und das ist ja das, was ich dann beobachte, damit auch eben eine leicht andere

Ruth: Farbe durch die Oberflächenzusammensetzung.

Ruth: Und jetzt kommt das, was wir mal vorher gesagt haben, dass sie anders als gedacht sind. Stimmt nicht.

Ruth: Sie haben, die Kleinen, haben ziemlich genau die gleiche Farbpalette wie die Großen.

Ruth: Also die haben die gleiche Oberflächenzusammensetzung wie die Großen.

Ruth: Das ist ganz komisch. Sie sind gar nicht so durchmischt anscheinend.

Ruth: Sie haben irgendwie die Bedingungen, die bei ihrer Entstehung geherrscht haben,

Ruth: beibehalten oder die sind eben auf ihrer Oberfläche mehr oder weniger eingefroren,

Ruth: trotz der Kollisionen, die sie ja mitgemacht haben müssen.

Ruth: Und es ist natürlich auch in den verschiedenen dynamischen Klassen,

Ruth: die sollten auch unterschiedlich sein, also nicht nur die großen und die kleinen,

Ruth: sondern auch die kalten und die heißen, im Sinne von, wie sie sich bewegen.

Ruth: Bei den kalten ist ja wahrscheinlich weniger passiert und bei den heißen,

Ruth: da ist auf jeden Fall irgendwas passiert mit einer Kollision,

Ruth: mit einer Störung. Die sind auch nicht unterschiedlich.

Flo: Ja, und was heißt das jetzt? Ich meine, es ist eh cool, wenn man sich für Asteroiden

Flo: interessiert, aber wenn man sich nicht für Asteroiden interessiert,

Flo: was nicht für mich gilt. Ich interessiere mich sehr für Asteroiden,

Flo: aber was hat das jetzt für Auswirkungen für die Entstehung des Sonnensystems?

Ruth: Es gibt verschiedene Erklärungen oder Erklärungsansätze. Also es könnte sein,

Ruth: dass es im Sonnensystem dann einfach doch nicht so viele Zusammenstöße gibt,

Ruth: wie gedacht, was irgendwie komisch wäre.

Ruth: Obwohl, naja, die Oberfläche von Ultima Thule.

Flo: Ich glaube, der heißt jetzt Arokod offiziell.

Ruth: Arokod, genau, so heißt er. Genau, dafür spricht, das ist ja eins von den coolen

Ruth: Bildern, die wir von Asteroiden haben. Da gibt es nicht so viele.

Ruth: Das ist dieser Schneemann-Asteroid, der durch seine Kontaktstelle zusammen,

Ruth: langsam zusammen geditscht ist und picken geblieben ist.

Ruth: Und die Oberfläche von diesem Asteroid, das ist das, wo New Horizons,

Ruth: die auch zum Pluto geflogen ist, dann nachher noch vorbei geflogen ist.

Flo: Das ist eine super Geschichte. New Horizons hat ja den Job gehabt,

Flo: damals in den 90ern, wie sie gestartet ist, zum Pluto zu fliegen,

Flo: wenn noch nie was beim Pluto war. Das war der einzige Job. Erstmal flieg zum

Flo: Pluto und schaust dir an. Aber aus demselben Grund, warum

Flo: Bepi Colombo es so schwer hatte, zum Merkur zu fliegen, war es auch für die

Flo: Horizons schwer, Pluto dauerhaft zu umkreisen. Weil die hat so einen Speed drauf

Flo: gehabt beim Rausfliegen, dass man die nicht mehr abgebremst bekommen hat.

Flo: Das heißt, die ist einfach nur am Pluto vorbeigeflogen und hat während dem Vorbeiflug Bilder gemacht.

Ruth: Sehr nah am Pluto vorbeigeflogen mit richtig coolen Bildern.

Flo: Und dann hat man gedacht, okay, jetzt fliegt das Ding eh noch rum da draußen.

Flo: Es wäre schön, wenn wir uns noch was anderes anschauen könnten.

Flo: Weil abgesehen von Pluto haben wir von keinem Asteroid da draußen irgendein Bild gehabt.

Flo: Das Problem war nur, da wo die Flugbahn langgegangen ist, Da war kein bekannter

Flo: Himmelskörper. Und dann haben die gesagt, ja Leute, NASA, sucht mal mit euren

Flo: Super-Teleskopen. Wir brauchen irgendein Ziel. Wir können die Raumsonde noch minimal manövrieren.

Flo: Untersucht alles da draußen irgendwo. Da müssen Asteroiden sein.

Flo: Findet uns bitte irgendeinen Asteroiden, wo wir noch hinfliegen und den mal anschauen können.

Flo: Und die haben ewig gesucht und nichts gefunden und nichts gefunden und nichts gefunden.

Flo: Und erst kurz bevor es zu spät gewesen war, haben sie dann eben diesen Asteroid,

Flo: der jetzt Arakoth heißt, gefunden. Und der war wirklich so genau in der Flugbahn

Flo: von New Horizons, dass es wirklich, ich meine jetzt astronomisch gesehen,

Flo: dass die wirklich fast zusammengestoßen wäre.

Flo: Also das wäre wirklich extrem spektakulär gewesen, wenn man dann nichts gefunden

Flo: hätte und dann auf einmal, bock, fliegt er drauf und die Trompsonde ist weg.

Flo: Aber man hat ihn rechtzeitig gefunden, hat die Bahn angepasst und darum haben

Flo: wir jetzt eben neben dem Pluto auch Bilder von einem zweiten fernen Objekt,

Flo: dem Kuipergürtel, eben Arokod. Und der schaut wirklich aus mit dem Schneemann.

Ruth: Ja, und wenn ihr das Bild nicht kennt, schaut es euch an, bitte. Das ist richtig cool.

Ruth: Und was man auch sieht auf diesem Bild, ist eigentlich eine ziemlich ungestörte,

Ruth: pristine, wie sagt man da, eine unberührte, ursprüngliche Oberfläche.

Ruth: Kann irgendwie noch nicht so viel eingeschlagen sein, weil alles,

Ruth: was dort einschlagt, macht einen Krater und die Krater bleiben.

Ruth: Also wenn da wenige Krater drauf zu sehen sind, dann kann da nicht so viel eingeschlagen sein.

Ruth: Also das ist jetzt ein Ding, wo man dann irgendwie eh schon sich gedacht hat,

Ruth: hm, komisch. Es könnte einfach sein, dass wir das irgendwie unterschätzt haben

Ruth: oder überschätzt haben in dem Fall, also dass es einfach gar nicht so viele

Ruth: Zusammenstöße gibt da draußen.

Ruth: Oder es könnte natürlich sein, dass die Zusammenstöße, die es gibt,

Ruth: weniger Einfluss auf die Oberflächenbeschaffenheit dieser Objekte haben.

Ruth: Obwohl, das wäre ja dann auch komisch.

Ruth: Es ist auf jeden Fall so, die Schlussfolgerung des Ganzen ist auf jeden Fall so, dass die,

Ruth: Entstehung der Planetenbausteine, also das Kleinzeug, das dort entsteht,

Ruth: woraus dann sich größere und größere Brocken entwickeln, dass das nicht von

Ruth: den Bedingungen in der Scheibe abhängt, wo sie entstanden sind.

Ruth: Also es ist eigentlich egal, wo diese Brocken entstehen.

Ruth: Ob sie weiter drinnen entstehen, weiter draußen entstehen. Also wenn sie jetzt

Ruth: ganz weit drinnen entstehen im Sonnensystem, sind sie schon anders.

Ruth: Aber wenn sie in einem eher äußeren Sonnensystem entstehen oder ganz weit draußen,

Ruth: es scheint irgendwie wurscht zu sein. Also die sind irgendwie gleich, egal wo sie herkommen.

Flo: Naja, jetzt haben wir mal 27 gefunden. Wir haben im inneren Sonnensystem zwischen

Flo: Mars und Jupiter, ich weiß gar nicht, wie die aktuellen Zahlen sind,

Flo: ein paar 10.000 Asteroiden kennen wir, existieren tun deutlich mehr,

Flo: ein paar Milliarden, je nachdem wie groß die sind.

Flo: Aber wenn ich alle Asteroiden im inneren Sonnensystem zwischen Mars und Jupiter

Flo: zusammennehme, haben die eine Masse, die deutlich, deutlich kleiner ist als die Masse des Mondes.

Flo: Und wenn ich die Asteroiden hinter Neptun, also im Kuiper-Gürtel,

Flo: wenn ich die alle zusammennehme in Masse, dann komme ich, glaube ich,

Flo: auf, ich weiß es nicht genau auswendig, bitte mich korrigieren,

Flo: per E-Mail oder sonst was, wenn ich etwas Falsches sage, so wie beim Sommeranfang.

Flo: Aber ich glaube, es ist ein mehrfaches der Erdmasse, was die alle zusammen ausmachen.

Flo: Das heißt, da draußen sind viel, viel, viel, viel mehr Asteroiden.

Ruth: Aber immer noch wenig im Vergleich, wenn man sich überlegt, wie viel Volumen da draußen noch ist.

Flo: Genau. Es heißt, wir haben noch, und wir kennen da draußen im Kuiper-Gürtel,

Flo: das kennen wir vielleicht auch da, weiß ich, die aktuellen Zahlen nicht auswendig,

Flo: aber da sind es ein paar hundert, glaube ich.

Flo: Also wenn es schon tausend sind, vielleicht sind es schon tausend,

Flo: aber auf jeden Fall nicht die zehntausende, die wir im inneren Zornelsystem

Flo: kennen. Das heißt, da draußen gibt es noch absurd viel zu entdecken.

Ruth: Klar, und die sind jetzt halt einfach, das ist jetzt quasi so ein Sample von

Ruth: extrem kleinen Objekten, die halt natürlich, wo man sich schon einen großen

Ruth: Unterschied erwartet hätte. Man kann natürlich auch sagen, okay,

Ruth: das sind jetzt nur Farben, chemische Zusammensetzung aus Farben.

Ruth: Ja, auch ein bisschen fragwürdig. Also eigentlich braucht man ein Spektrum von diesen Dingen.

Ruth: Aber ich meine, die sind im äußeren Sonnensystem irgendwie 10,

Ruth: 20, 30, 40 Kilometer groß.

Ruth: Die leuchten nicht von selber. Also da ein Spektrum aufnehmen,

Ruth: das ist crazy. Aber das ist noch etwas, 27 Stück.

Ruth: Man hat wesentlich mehr erwartet zu finden.

Ruth: Also man hat total wenige gefunden, auch wenn man quasi jetzt die Completeness

Ruth: und so weiter, also wie weit man überhaupt schauen kann, wie schwache Objekte,

Ruth: wie kleine Objekte man überhaupt finden könnte.

Ruth: Wenn man das alles berücksichtigt, hat man viel zu wenige dieser transneptunischen Objekte gefunden.

Flo: Dann ist die Lösung klar. Das heißt, da draußen leben irgendwelche riesigen

Flo: Asteroiden fressenden Weltraummonster und die, die wir jetzt gefunden haben,

Flo: das sind die, die grauslich sind und darum sind die übrig und darum sind die alle gleich.

Ruth: Ja, das macht der Theoretiker, wenn er keine Ahnung hat. Also ich fand es lustig,

Ruth: weil es ist fast ein bisschen wie bei den Galaxien, oder?

Ruth: Es gibt ja bei den Galaxien auch dieses Missing Satellite Problem,

Ruth: wo man einfach zu wenig kleine Galaxien gefunden hat da draußen.

Ruth: Wenn man annimmt, dass die großen Galaxien alle aus Kleinen sich bilden im Laufe

Ruth: der Zeit oder im frühen Universum hauptsächlich, dann müssten einfach viel mehr

Ruth: Kleine übrig geblieben sein.

Ruth: Ähnlich ist es auch mit der Planetenentstehung. Jetzt ist es so,

Ruth: dass bei den Galaxien die dunkle Materie das Problem ein bisschen gelöst hat.

Ruth: Wir haben im Laufe der Zeit dann einfach viel mehr Galaxien gefunden,

Ruth: die zwar sehr viel dunkler, aber sehr wenig leuchtende Materie haben.

Ruth: Und dadurch haben wir die einfach noch nicht gesehen, obwohl sie von ihrer Masse

Ruth: her da sind, sind ihre Sterne zu dunkel.

Ruth: Es kann sich ja bei den Asteroiden, die dunkle Materie, das Rätseln nicht wirklich

Ruth: lösen, oder? Warum es da irgendwie zu wenig davon gibt.

Ruth: Und vor allem ist es halt ein Problem für die Modelle der Planetenentstehung.

Ruth: Es ist eigentlich eine ziemlich schwache Leistung der Theoretiker,

Ruth: muss ich da jetzt mal sagen.

Flo: Ich habe nichts mit Planetenentstehung zu tun.

Ruth: Ja, nicht mehr.

Flo: Eine Familie gehabt.

Ruth: Naja, nein, natürlich nicht in der Form. Aber es ist auf jeden Fall das Ergebnis

Ruth: dieser Studien oder dieser beiden Studien,

Ruth: Da ist noch nicht alles klar, was die Planetenentstehung, vor allem was die

Ruth: Entstehung der Bausteine, der Objekte, die im Äußeren des Sonnensystems betrifft.

Ruth: Da gibt es noch recht viel theoretischen Auflösungsbedarf.

Ruth: Hingegen, die Leistung der Beobachter war eine unglaubliche.

Ruth: Wisst ihr, wie dunkel diese Dinger sind? Die haben zwischen 24 und 29 Magnituden.

Flo: Da musst du den Kontrast am Bildschirm höher treten, dann sehen wir es besser.

Ruth: Ja, genau. Aber ich wollte gerade sagen, wenn ihr jetzt wisst,

Ruth: was das bedeutet, dann brauche ich es euch auch nicht als Spezialisten unter euch.

Ruth: Also das ist unpackbar faint, unpackbar dunkel eigentlich.

Ruth: Es ist so, diese Magnitude, diese Helligkeitsskala in der Astronomie,

Ruth: höhere Zahl heißt weniger hell, das ist alles absurd.

Ruth: Das ist in etwa so, die dunkelsten von denen, die beobachtet wurden,

Ruth: ist in etwa so, als würde man...

Ruth: Ein Glühwürmchen auf dem Mond beobachten wollen.

Ruth: Also ordentliche Beobachtungsleistung da.

Flo: Ja, bestreite ich auch gar nicht. Und das Ergebnis ist eh auch schön,

Flo: abgesehen davon, dass wir jetzt halt ein Rätsel haben, das wir noch lösen müssen.

Flo: Aber es ist, finde ich, auch gut zu wissen und eigentlich auch ein schönes Fazit

Flo: der beiden Geschichten, dass es im Sonnensystem weniger Katastrophen gibt,

Flo: als wir gedacht haben. Es ist doch schön, wenn sowas passiert.

Ruth: Mindest außerhalb der Erde.

Flo: Ja, es ist eh alles katastrophal. Und wenn es zumindest draußen im Sonnensystem

Flo: nicht so katastrophal ist, wie wir gedacht haben, ist es doch schön zu wissen.

Ruth: Und drinnen auch. Also weiter drinnen, weiter draußen, überall besser.

Ruth: Nur halt mit der Temperatur ist es nicht ganz so leih und dort.

Ruth: Ja, es gibt noch viel zu entdecken und es ist alles wahrscheinlich vielleicht

Ruth: sogar weniger schlimm als erwartet.

Flo: Genau, das kann man sehr früh. Kann man ein T-Shirt machen draus.

Ruth: Machen wir Merch, geht schon.

Flo: Ja, coole Geschichte. Vor allem cool, dass du eine Asteroidengeschichte erzählst.

Flo: Normalerweise wäre das jetzt nämlich der Zeitpunkt in unserer Podcast-Show,

Flo: was wir immer machen, nicht in jedem Podcast, aber immer, wenn wir irgendwo

Flo: vor Publikum auftreten, dann machen wir immer das kurze Segment Galaxien gegen

Flo: Asteroiden, weil Rutsch-Spezialgebiet ja die Galaxien sind und mein Spezialgebiet die Asteroiden.

Flo: Und dann lassen wir das Publikum immer abstimmen, was besser ist,

Flo: Galaxien oder Asteroiden.

Flo: Und davor darf jeder und jede von uns ein Plädoyer halten für die Asteroiden,

Flo: für die Galaxien. macht heute keinen Sinn, weil du hast die Geschichte über

Flo: Asteroiden erzählt, ich über den Planeten. Also heute sind wir vollkommen abgewichen von uns.

Ruth: Ja, und auch dazu verliert er immer.

Flo: Nein, nicht immer.

Ruth: Einmal hast du gewonnen, wie du die Biergeschichte erzählt hast.

Ruth: Weil, dass wir den Asteroiden das Bier verdanken, dann hat er gewonnen. Ja, eh klar, oder?

Flo: Ja, eh klar. Jedenfalls habe ich gedacht, wir müssen trotzdem irgendeine Abstimmung

Flo: machen, damit das Publikum was abstimmen kann.

Flo: Und deswegen machen wir jetzt komplett sinnloses Himmelskörper-Ranking.

Flo: Wir haben einmal den Merkur und Und einmal, dann nehmen wir den Arokod als Vertreter

Flo: der transnaturischen Objekte und einfach jetzt per Applaus kundgeben,

Flo: ist Merkur oder Arokod besser?

Flo: Wer findet Merkur den besseren Himmelskörper?

Flo: Wer ist Fan des Arokod?

Ruth: Der Arme ist schon so weit draußen im Sonnensystem und dann so wenig Liebe.

Flo: Schau, jetzt bist du verärgert, weil der Asteroid nicht gewonnen hat.

Flo: Nicht mal das mein Job. Aber so wie sonst auch immer.

Ruth: So ändern sich die Dinge.

Flo: Normalerweise bringt es immer Bier mit als Preis und was zum Trinken haben.

Flo: Und es ist erstaunlich schwer, astronomisch passende Biere zu finden.

Flo: Es gibt erstaunlich wenig Brauereien, die ihre Biere nach astronomischen Themen benennen.

Flo: Habe ich auch jetzt nicht dabei, aber ich habe hier immerhin einmal ein Red

Flo: Ale für die Rotverschiebung und einmal Steinbier für die Asteroiden im Weltall.

Flo: Also darfst du jetzt aussuchen, weil du verloren hast.

Ruth: Nicht schlecht, nicht schlecht. Ich nehme das Red Ale. Erstens,

Ruth: weil es besser schmeckt und zweitens.

Flo: Dann bist du die Galaxien und ich bin der Stein.

Ruth: Aber das ist auch gut. Das ist eine Salzburger Brauerei.

Flo: Weiß ich nicht. Soll ich es aufmachen?

Ruth: Ja, bitte.

Flo: Gut, dann mache ich es da auf.

Ruth: Das ist aber ein bisschen warm.

Flo: Tja, das lässt sich jetzt nicht ändern.

Ruth: Aber gut, beim El ist es eher wurscht. Danke.

Flo: Und dann können wir nämlich jetzt, wenn wir unsere Biere aufgemacht haben und

Flo: erst mal anstoßen, Prost auf die Himmelskörper und jetzt ist quasi der Teil.

Ruth: Obwohl Arakotten nicht liebt.

Flo: Jetzt ist der Teil vorbei, wo wir unsere Geschichten erzählen und jetzt kommt

Flo: der Teil, darum haben wir uns jetzt das Bier aufgemacht, jetzt kommt der Teil,

Flo: wo wir zuhören, nämlich auf die Fragen, die uns gestellt werden.

Flo: Und wenn wir ausreichend zugehört haben und der Meinung sind,

Flo: wir können eine Antwort geben,

Flo: tun wir das? Wenn wir denken, wir können keine Antwort geben,

Flo: aber wir kommen damit durch, irgendwas zu erzählen, dann tun wir das auch.

Flo: Und wenn wir tatsächlich nichts wissen, dann sagen wir einfach, wir wissen nichts.

Flo: Aber wir tun unser Bestes. Das heißt, wer Fragen hat zum Merkur,

Flo: zum Pepit, zum Asteroid im fernen Sonnensystem, zu irgendwas anderem aus der

Flo: Astronomie, bitte jetzt die Fragen stellen und wir tun unser Bestes, sie zu beantworten.

Flo: Und es gibt Leute mit Mikrofonen oder zumindest eine Person mit Mikrofon,

Flo: so viele sind wir ja nicht, die dann auch kommt und das Mikrofon gibt,

Flo: damit man die Frage ins Mikrofon stellen kann, damit sie dann nachher auch auf

Flo: der Podcast-Aufnahme zu hören ist.

Flo: Einfach die Hand heben, dann kommt jemand mit dem Mikrofon. Da hat sich eine

Flo: Hand gehoben hier vorne.

Flo: Vorne rechts, genau. Also von uns aus gesehen rechts, von hinten links.

Publikum: Wie kann man sich die Form des Kälpergirtels vorstellen? Ist es ein Torus? Ist es eine Scheibe?

Ruth: Wir wissen es nicht. Es ist ein bisschen so, also es geht, das Sonnensystem

Ruth: geht so eher flach los, mehr oder weniger scheibig und dann wird es ein bisschen

Ruth: so, so jub, fächert sich so ein bisschen auf.

Ruth: Das ist diese Thick Disc, genau, diese eine dickere Scheibe und dann geht es

Ruth: wahrscheinlich eher so fast so ein bisschen in so eine Kugel über.

Ruth: Also es ist so eine Art, weiß ich, wie man das dann nennen würde.

Flo: Es ist eine sehr komische Form. Also es gibt ja außenrum, ganz ganz außenrum

Flo: Sonnensystem, warum gibt es die Ortsche Wolke? Das ist da, wo die ganzen Kometen

Flo: sind. Das ist quasi so wie eine dicke, dicke Kugelschale, fast ein halbes Lichtjahr

Flo: dick, diese Kugelschale,

Flo: Kometen kreuz und quer rumfliegen und die im inneren Sonnensystem,

Flo: die ist eben eine Scheibe, die Scheibe, die sich am Ende halt dann ein bisschen

Flo: aufweitet und man geht davon aus, dass diese Scheibe in diese Kugelschale übergeht.

Flo: Das heißt, ich kann jetzt nicht dreidimensional Kugelscheiben deuten,

Flo: das wird schwierig, aber

Flo: wenn man es jetzt zweidimensional anschaut, dann hat man quasi in der Mitte

Flo: die Sonne, dann die Ebene der Planeten, dann kommen die Asteroiden,

Flo: die dann quasi in beide Richtungen sich so aufweiten und dann weitert sich es

Flo: immer weiter auf, bis man halt im Bereich ist, wo es rundherum geht.

Flo: Und wir kennen halt Objekte in dieser dünneren Scheibe, das ist da,

Flo: wo Pluto sich rumtreibt.

Flo: Wir kennen Objekte weiter draußen, das ist die gestreute Scheibe,

Flo: wo es schon ein bisschen sich so aufweitet.

Flo: Das ist da, wo zum Beispiel Eris drin sitzt.

Flo: Eris, das ist der Himmelskörper, der genauso groß wie Pluto ist,

Flo: der damals den Streit ausgelöst hat, ist das ein Planet oder nicht.

Flo: Und wir kennen auch schon Objekte, die noch weiter draußen sind,

Flo: die man schon so im Übergangsbereich zur Ortschen Wolke vermutet.

Flo: Aber ja, wie es genau die Form ist, ist halt schwer zu sagen,

Flo: weil das sind halt sehr, sehr wenig Objekte, da draußen.

Flo: Und selbst die vielen, die in Wahrheit dort sind, die wir gerade noch nicht

Flo: gesehen haben, sind über so einen großen Raum verteilt, dass das eh schwer ist,

Flo: sich da irgendwie eine konkrete Form vorzustellen. Aber der Kuipergürtel ist

Flo: eher, noch eher scheibig, wie du schon schön gesagt hast.

Ruth: Scheibig.

Flo: Da ist auch noch eine Frage.

Publikum: Wie schaut es jetzt aus mit Planet 9? Gibt es da noch was Neues?

Publikum: Es ist wieder ruhig geworden darüber.

Flo: Ja, es ist ruhig geworden.

Ruth: Seine Lieblingsfrage.

Flo: Nein, nicht meine Lieblingsfrage. Aber es ist tatsächlich schön,

Flo: dass wir, wir kennen ja die acht Planeten des Sonnensystems.

Flo: Und es gab eigentlich schon von Anfang an, nicht von Anfang an,

Flo: aber immer wieder halt Spekulationen, ob da draußen noch weitere Planeten sind.

Flo: Und wenn wir das als Grundlage nehmen, was wir über die Entstehung von Planeten wissen,

Flo: dann kann man eigentlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon

Flo: ausgehen, dass weiter draußen auch noch planetengroße Himmelskörper sind.

Flo: Weil wir haben am Anfang schon darüber gesprochen, dass der Mond entstanden

Flo: ist, als zwei Planeten in der Entstehungszeit kollidiert sind,

Flo: die Erde und ein anderer.

Flo: Der Merkur könnte vielleicht mit etwas kollidiert sein, wodurch er seine äußere Hülle verloren hat.

Flo: Das heißt, in der Entstehungszeit des Sonnensystems, vor viereinhalb Milliarden

Flo: Jahren, waren viel mehr, das wissen wir aus Computersimulationen,

Flo: waren viel mehr planetengroße Himmelskörper da, als eigentlich Platz gehabt haben.

Flo: Das heißt, sie sind sich in die Quere gekommen und entweder kollidiert oder

Flo: haben sich halt dann durch ihre gegenseitigen gravitativen Störungen manche auch rausgeschmissen.

Flo: Und manche davon sind so arg rausgeschmissen worden, dass sie komplett aus dem

Flo: Sonnensystem geflogen sind.

Flo: Die fliegen jetzt allein durch die Gegend. Auch diese solche Planeten.

Flo: Haben wir schon entdeckt. Also nicht jetzt welche, die von uns kommen,

Flo: aber wir haben schon Planeten entdeckt, die ungebunden zwischen den Sternen

Flo: rumfliegen. So was gibt es, weil andere Planetensysteme das auch machen.

Flo: Das heißt, im Raum zwischen den Sternen fliegen alle möglichen Planeten rum,

Flo: die halt damals rausgeworfen sind.

Flo: Aber es wird auch Planeten gegeben haben, die halt nicht ganz so arg rausgeworfen

Flo: worden sind, sondern nur so weit rausgeworfen worden sind, dass sie halt dann

Flo: noch weit, weit entfernt von der Sonne, aber immer noch an die Sonne gebunden sind.

Flo: Also nach allem, was wir wissen, gehen wir davon aus, dass es da draußen noch

Flo: einige planetengroße Objekte gibt.

Flo: Die Frage ist nur, können wir die jemals sehen? Weil die sind so absurd weit

Flo: weg, da wird kaum noch Licht von der Sonne reflektiert, die kann man eigentlich

Flo: extrem schwer finden, vor allem weil der Raum ja auch gigantisch ist,

Flo: den man da untersuchen müsste mit dieser Genauigkeit.

Flo: Man hat vor einigen Jahren indirekte Spuren gesehen oder geglaubt,

Flo: indirekte Spuren gesehen zu haben, weil wir kennen ja Kometen,

Flo: Asteroiden, habe ich vorhin gerade erzählt, die weit draußen sind,

Flo: in diesem Übergangsbereich, wo es schon in Richtung Ortsche Wolke geht.

Flo: Und normalerweise würde man sagen, weil die halt auch alle da irgendwie zufällig

Flo: rausgeschleudert worden sind, diese kleineren Objekte, sollten die zufällig

Flo: verteilte Bahnen haben. Die sollten nicht irgendwie...

Flo: Sondern die sollten quasi mal so fliegen, mal so fliegen, mal so fliegen, einfach zufällig.

Flo: Die, die man gesehen hat, waren aber nicht zufällig verteilt,

Flo: sondern haben alle eine bestimmte Struktur gezeigt.

Flo: Und man hat gesagt, okay, ein Grund, warum das so sein könnte,

Flo: ist, da ist ein Planet dort draußen, den wir nicht direkt sehen,

Flo: der mit seiner Gravitationskraft aber dafür sorgt, dass diese Bahnen der Asteroiden,

Flo: die wir gesehen haben, diese komische Struktur zeigen. Sehr vereinfacht gesagt.

Flo: Und man kann dann mit viel Rechnerei und Simulationen auch ausrechnen,

Flo: wie groß muss so ein Planet sein, welche Umlaufbahn müsste der haben und hat

Flo: das alles gemacht. Und es hat damals so ausgesehen, als wäre das ziemlich deutlich,

Flo: dass da so ein Planet existiert.

Flo: So, keine Ahnung, vier, fünf Mal ungefähr, so groß wie die Erde,

Flo: weit weg, ein paar hundert Mal weiter weg von der Sonne als die Erde.

Flo: Aber man hat ihn nie direkt gesehen. Also man hat wirklich auch danach gesucht,

Flo: aber man hat ihn nie direkt gesehen.

Flo: Und mittlerweile hat man dann auch die ganzen Daten von den Asteroiden nochmal

Flo: neu, besser, mit mehr Daten statistisch analysiert und ist zu dem Schluss gekommen,

Flo: dass das durchaus auch einfach so passiert sein kann.

Flo: Das heißt, es war nicht so deutlich, wie man am Anfang gedacht hat,

Flo: dass es war. Das heißt, diese deutlichen Hinweise, die.

Flo: Man für diesen Planet 9 gefunden hat, sind jetzt deutlich weniger deutlich geworden,

Flo: diese Hinweise. Das ändert nichts daran, dass diese Planeten immer noch da draußen sein müssen.

Flo: Die Frage ist halt nur, ob wir jemals eine Chance haben, sie zu entdecken,

Flo: Vielleicht wenn die Horizon dagegen fliegt, aber das wird auch noch eine Zeit

Flo: lang dauern. Aber ja, also es wird Planet 9 geben und wahrscheinlich auch 10, 11, 12 bis 75.

Flo: Also da sollten einige rumfliegen da draußen, aber halt so weit weg,

Flo: dass die Chance, sie zu entdecken, sehr, sehr gering ist. Also wir können jederzeit

Flo: so ein Ding finden, vor allem wenn James Webb jetzt schaut. Das ist,

Flo: wenn du schon so kleine Asteroiden entdeckst, dann kannst du vielleicht auch

Flo: größere Objekte weiter entfernt finden.

Flo: Aber es ist nichts, wo ich jetzt akut drauf warten würde. Das kann jederzeit

Flo: passieren, aber jetzt nichts, womit man aktiv rechnet, dass es bald passiert, sagen wir es mal so.

Ruth: Aber du gehst wirklich davon aus, dass es den gibt? Mehreres?

Flo: Alles, was wir über die Entstehung von Planeten wissen, was du gerade gesagt

Flo: hast, nicht so gut ist, wie wir dachten, dass es ist.

Flo: Aber dieser dynamische Aspekt, dass halt einfach aus der Scheibe, aus Material,

Flo: genau, dass die Scheibe, also diese ganze Materialscheibe, aus der vor viereinhalb

Flo: Milliarden Jahren die Planeten entstanden sind, da ist viel mehr Material drin,

Flo: als jetzt übrig geblieben ist, da sind viel mehr Himmelskörper entstanden.

Ruth: Aber es könnte ja auch in Einzelteilen quasi rausgekatert worden sein.

Flo: Oder? Ja, nein. Nee, nee, nee. Das funktioniert nicht. Also die müssen sich

Flo: schon irgendwie… Also du gehst.

Ruth: Wirklich davon aus, dass es einfach… Es muss da noch andere Planeten gegeben haben.

Flo: Das ist jetzt nicht meine persönliche Überzeugung. Das ist die Wissenschaft geht davon aus.

Flo: Und ich mit der Wissenschaft gehe davon aus. Wir haben ja auch diese Free Floating

Flo: Planets, die Wagomotiererplaneten, auch gesehen. Wir wissen ja,

Flo: dass anderswo auch Planeten rausgeworfen worden sind.

Ruth: Ja, ja.

Flo: Da gibt es jede Menge davon. Und der Mechanismus, der Planeten rauswirft,

Flo: der ist ja nicht so exakt eingestellt, dass er alles immer rauswirft,

Flo: sondern der wirft halt mal weit, mal weniger weit. Das ist auch zufällig.

Flo: Und da müssen halt auch Planeten halt genau so weit geschleudert worden sein,

Flo: dass halt immer noch die Sonne im Kreis aber weit weg. Also das ist rein logisch.

Flo: Aus dem, was wir wissen, muss das eigentlich so sein.

Ruth: Okay. Wirklich unwahrscheinlich, dass die acht die Planeten sind, die entstanden sind.

Flo: Extrem unwahrscheinlich, ja.

Ruth: Okay.

Flo: Die typischen Modelle zur Planetenentstehung, die sagen, dass wir ungefähr so

Flo: um die Größenordnungsmäßig 100 planetengroße Objekte haben, direkt nach der Entstehung.

Flo: Und die flippern dann halt so rum und irgendwann bleiben dann halt so zehn oder

Flo: sowas übrig, Größenordnungsmäßig. Aber entstanden sind damals ein paar Dutzend,

Flo: ungefähr um die hundert.

Ruth: Wirklich?

Flo: Ja.

Ruth: Das ist normal. Und dann das Zehen übrig bleiben ist auch normal,

Ruth: wie wir wissen mittlerweile schon aus den Beobachtungen und so weiter. Krass.

Ruth: Aber wie weit können die gekommen sein?

Ruth: Man kennt ja die Geschwindigkeit ungefähr, die so ein Planet hat,

Ruth: wenn er dann rausgestört wird. Die sind noch nicht im interstellaren Raum, oder?

Flo: Naja, das kommt davon, die, die rausgeflogen sind, die ganz rausgeflogen sind,

Flo: sind ganz rausgeflogen.

Flo: Und das ist vor viereinhalb Milliarden Jahren passiert. Also die sind lang ganz woanders.

Flo: Und die, die halt dann an die Sonne gebunden geblieben sind,

Flo: Und wir wissen, wir können es halt auch schon, weil wir beobachtet haben,

Flo: wir wissen, wie weit wir geschaut haben mit Vollständigkeit quasi.

Flo: Also wir können sagen so...

Flo: Alles so bis 100 Mal weiter weg als die Erde. 100 astronomische Einheiten,

Flo: da ist kein Planet, weil das hätte man gesehen. Auch 200, 300 ungefähr.

Ruth: Neptun ist 30 Mal so weit weg wie die Erde von der Sonne.

Flo: Und auch im Bereich so 200, 300 astronomische Einheiten, auch da ist nichts

Flo: Großes mehr drin, weil das hätte man auch schon bemerkt. Also alles,

Flo: was wir noch, der Raum, also größenordnungsmäßig so 400, 500 astronomische Einheiten,

Flo: da fängt es an, da kann noch Zeug sein, das wir bis jetzt übersehen haben.

Ruth: Und glaubst du, würde man das dann auch als Planet klassifizieren,

Ruth: wenn man so ein Ding findet?

Flo: Wenn du es wirklich so findest, dass du es eindeutig hast, dass du wirklich

Flo: ein Bild davon hast und siehst, okay, das ist die Masse, das ist die Umlaufbahn.

Flo: Klar, was soll es denn sonst sein, unser Planet?

Ruth: Naja, weil das ist halt schon irgendwie so, die Planeten jetzt,

Ruth: also in die Definition vom Planet wird es dann nicht mehr fallen.

Flo: Doch, natürlich. Also die ist wurscht, diese Definition von der IAO,

Flo: die ist so. Bescheuerte Definition.

Ruth: Weil der wäre ja ziemlich höchstwahrscheinlich auch nicht in der Ebene des Sonnensystems.

Flo: Oder? Das ist auch wurscht. Es ist entstanden wie die anderen Planeten,

Flo: es bewegt sich um die Sonne wie die anderen Planeten, es gibt keinen Zweifel daran.

Ruth: Dass das als Planet bezeichnet wird. Ich sehe schon die zukünftigen Streitereien.

Flo: Da wird es keine Streitereien geben, das wird ein Planet sein. Echt, glaubst du?

Flo: Wenn, dann wird es Streitereien geben, wie er benannt worden ist,

Flo: weil natürlich ist es nicht so wie damals, als, keine Ahnung,

Flo: Herschel einen Planet entdeckt hat, sondern da werden hunderte Leute beteiligt

Flo: sein an dieser Forschungsarbeit, die am Ende dann die Planet entdecken wird,

Flo: wenn er entdeckt werden sollte und dann wird es vielleicht Diskussionen geben,

Flo: Wer darf ihn jetzt benennen?

Flo: Wie wird es gemacht? Dann wird es wieder jede Menge Probleme geben, einen Namen zu finden.

Flo: Wer Ideen hat für einen coolen Planeten-Namen.

Ruth: Hoffentlich dauert es noch ein bisschen, weil sonst heißt das Ding dann Donald oder so.

Flo: Ja, wir hätten schon fast einen gehabt, der George hieß. Uranus hätte ursprünglich

Flo: mal George heißen sollen.

Ruth: King George, ja.

Flo: Aber hat es nicht durchgesetzt. Aber wie gesagt, Planet 9 ist plausibel,

Flo: aber wir wissen nicht, wo er ist und ob man finden.

Ruth: Danke für diese tolle Frage. Jetzt habe ich auch wieder jede Menge dazugelernt, Du magst, was du?

Ruth: Noch Fragen?

Publikum: Wie findet James Webb 27 Objekte da draußen? Durch Zufall oder hat man irgendwo

Publikum: in eine bestimmte Richtung geschaut?

Ruth: Ganz genau weiß ich es jetzt nicht, wie sie da die Selektion gemacht haben.

Ruth: Ich denke mal, dass man natürlich schon in eine bestimmte Richtung schaut,

Ruth: also dass man zuerst mal in der Ebene des Sonnensystems sucht,

Ruth: weil es natürlich schon wahrscheinlicher ist, dass man dort welche findet und

Ruth: weil halt auch dann der Bereich kleiner ist, den man durchsuchen muss.

Ruth: Ich glaube, die sind alle in der Ebene, obwohl ganz sicher bin ich jetzt gerade,

Ruth: nicht, ob sie alle in der Ebene des Sonnensystems sind.

Ruth: Ja, du hast eine riesige Beobachtungskampagne und du vergleichst einfach die

Ruth: Beobachtungen quasi mit Beobachtungen davor, danach und so weiter und schaust, was sich verändert.

Flo: Das kann auch was sein, was vielleicht gar nicht als explizite Asteroidensuchkampagne

Flo: ausgeschildert gewesen sein muss. Also ich weiß nicht, wie es genau war.

Ruth: Ich glaube, die haben auch Archivdaten verwendet, ja.

Flo: James Webb beobachtet ja ständig alles Mögliche und die Daten sind zumindest

Flo: für die Wissenschaft öffentlich, irgendwann für die Öffentlichkeit vielleicht

Flo: auch, aber für die Wissenschaft sind die Daten dann zum Teil öffentlich und

Flo: dann kann ich mir einfach hinsetzen, kann mir...

Flo: Daten raussuchen und ich sehe, okay, da ist das Stück Himmel,

Flo: das ist am so und so vielten beobachtet worden und dasselbe Stück Himmel haben die dann

Flo: drei Tage später nochmal beobachtet und dann kann ich schauen,

Flo: hat sich da was verändert und wenn sie was verändert hat, dann heißt das,

Flo: irgendwas hat sich bewegt, dieser Lichtpunkt und je nachdem,

Flo: wie schnell er sich bewegt, weiß ich, wenn er nah dran ist, bewegt er sich scheinbar

Flo: weiter, als wenn er weit weg ist

Flo: und dann sehe ich halt, okay, das Strom ist so weit weg und kann halt daraus dann,

Flo: sagen, das muss ein Asteroid da draußen sein.

Flo: Also kann einfach sein, dass die Leute sich hingesetzt haben und die James-Web-Daten

Flo: einmal alle durch ihre Computerprogramme laufen haben lassen und zu schauen, was findet man da.

Flo: Aber wenn man gezielt suchen würde, ja, dann stimmt das, was Ruck gesagt hat,

Flo: schau ich natürlich erstmal irgendwo hin in die Ebene des Sonnensystems,

Flo: weil da treiben die sich rum.

Ruth: Ja, ich glaube nicht, dass sie jetzt irgendwie so den ganzen Himmel durchsucht

Ruth: haben. Aber ja, es ist natürlich, das sucht niemand, sondern das sucht der Computer. Klar.

Ruth: Sonst wäre es eine langwierige Arbeit.

Flo: Ja, aber früher hat man das so gemacht.

Ruth: Früher hat man das so gemacht, ja. Ja, ja.

Flo: Diese Blinkkomparatoren hießen die Geräte.

Ruth: Das klingt auch total irgendwie Back to the Future, oder? Blinkkomparator.

Flo: Ja, es war einfach so ein Gerät, da hat man Fotos hingelegt und dann konnte

Flo: man quasi schnell zwischen zwei Bildern hin und her schalten und hat also durchgeschaut

Flo: und hat halt schauen müssen, wenn sich einer bewegt hat, hat er quasi geblinkt.

Ruth: Man kann das auch machen mit den Augen. Man kann die Augen so unscharf stellen.

Flo: Ja, das wissen die aus den 90ern, die das magische Auge, die Bücher noch gelesen

Flo: haben, wo man dann schauen konnte.

Ruth: Aber das funktioniert wirklich. Da kann sich zwei Bilder, die unterschiedlich

Ruth: sind, wo ein Unterschied ist, oder mehrere geht auch, dann soll ich so überlagern,

Ruth: durch unscharf schauen irgendwie, und dann siehst du sofort,

Ruth: ja, aber das hat man nicht gemacht.

Flo: Bitte, ich habe es früher gemacht, aber lange vor unserer Zeit.

Ruth: Gibt es noch Fragen?

Publikum: So, jetzt muss ich zum Merkur auch noch was fragen, weil der kriegt so viel

Publikum: Applaus und niemand interessiert sich.

Publikum: Auf der Venus ist ja noch ein bisschen wärmer und da kommen noch die 90 Paar

Publikum: dazu und dort hat man auch so lange Venerasonden runtergeschmissen,

Publikum: bis einer dann halt einmal irgendwas geschickt hat und überlebt. gehört.

Publikum: Zahlt sich das an Merkur nicht aus, weil man eh bis zur Oberfläche sieht und

Publikum: deswegen macht man es nicht? Oder ist das noch komplizierter oder interessiert es wirklich keinen?

Flo: Die ersten beiden ja, das dritte nicht. Also interessiert schon,

Flo: aber man hat natürlich auf der Venus zwangsläufig auf die Oberfläche müssen,

Flo: weil die hat so eine dicke Wolkenschicht, das sieht man halt einfach nicht durch.

Flo: Das heißt, wie man damals in den 70er und 80er wissen wollte,

Flo: wie schaut es da unten aus, gab es keinen anderen Weg, als wirklich bis runter zu fliegen.

Flo: Und das ist halt nicht so einfach auf einem Planeten wie der Venus,

Flo: weil die Venus ist fast so groß und schwer wie die Erde.

Flo: Das heißt, die hat ordentliche Anziehungskraft. Also da quasi sanft landen ist gar nicht so einfach.

Flo: Und die Raumsonden, die Venerer-Sonden, die sind ja auch tatsächlich sanft gelandet.

Flo: Das hat man schon hingebracht. Aber die Bedingungen waren halt so extrem von

Flo: der Temperatur und vom Luftdruck und auch von den Chemikalien und so weiter,

Flo: dass die Sonden halt wirklich nur kurz durchgehalten haben.

Flo: Am Merkur ist es temperaturmäßig, stimmt nicht viel anders.

Flo: Aber am Merkur muss man nicht zwingend runter, wenn man wissen will,

Flo: wie es ausschaut. Den Merkur kann man wunderbar aus dem Orbit anschauen,

Flo: weil der hat quasi keine Atmosphäre.

Flo: Das heißt, da spart man sich mal den Aufwand, das ist der zweite Punkt,

Flo: den Aufwand, den ein Lander bedeutet. Weil etwas Landen auf dem Himmelskörper

Flo: ist immer deutlich schwieriger, als den Himmelskörper einfach zu umkreisen.

Flo: Also ich bin mir sicher, es gibt jede Menge Pläne in den Schubladen von Raumfallagenturen

Flo: für eine Sonde, die auf dem Merkur landet.

Flo: Aber zuerst einmal wird man den Merkur wirklich vernünftig anschauen,

Flo: Und nachdem wir halt diese Vorbeiflüge in den 70ern hatten und die Kartografierung vor 15 Jahren,

Flo: wird man jetzt halt mit diesem Beppe Colombo-Instrumenten, ich habe gar nicht

Flo: erzählt, da sind wahnsinnig viele Instrumente drauf, also das wäre mal in einer

Flo: anderen Folge mal, wenn sie dann wirklich

Flo: die Mission wissenschaftlich losgegangen ist, werde ich das nochmal erzählen,

Flo: aber da sind wirklich viele, viele wissenschaftliche Instrumente drauf,

Flo: wird man sich den Merkur mal ganz genau anschauen und dann.

Flo: Wird man vermutlich, das ist jetzt meine Hypothese, schauen,

Flo: ob da irgendwelche Orte auf der Oberfläche sind, die besonders vielversprechend sind.

Flo: Und dann überlegen, kann man da was landen? So ein Planet ist groß.

Flo: Und es bringt auch nichts, wenn ich da einfach auf gut Glück irgendwo runtergehe,

Flo: weil dann sehe ich halt das genauer, was ich vorher von oben gesehen habe beim

Flo: Merkur. Da kann ich eh durchschauen.

Flo: Das heißt, wenn, dann wird man das so wie beim Mars machen wollen.

Flo: Da ist man ja auch mit den Rovern dort hingefahren, wo man halt genau das untersuchen

Flo: kann, was einen interessiert eben. Es gibt jetzt gefrorene Wasser unter der

Flo: Oberfläche, die Einschlagsgrate und so weiter.

Flo: Und beim Merkur wissen wir halt noch zu wenig, um wirklich sinnvolle Landeplätze

Flo: überhaupt aussuchen zu können.

Flo: Und weil es so absurd schwer ist, dahin zu fliegen, wird man wahrscheinlich

Flo: erst dann am Merkur was landen, wenn man sich wirklich sicher sein kann,

Flo: dass dort, wo man landet, dass es auch cool ist.

Flo: Und dann, wie gesagt, muss man sich ja noch technisch überlegen,

Flo: was man macht, weil fast 500 Grad, da muss ich schon was Gescheites bauen,

Flo: dass das da auch irgendwie länger als 10 Minuten stehen bleibt.

Flo: Also das ist nicht so einfach, am Merkur was zu landen.

Ruth: Vielleicht hat es ja auch historische Gründe auch noch dazu,

Ruth: dass es einfach die Venus-Sonden aus einer Zeit sind, wo halt wir landen auf

Ruth: einem Planeten noch irgendwie allein als Stellenwert oder,

Ruth: als irgendwie Ereignis da irgendwie zu verfolgen war.

Ruth: Wenn man sagt, wow, wir sind auf unserem Nachbarplaneten gelandet.

Ruth: Das ist ja mittlerweile jetzt nicht mehr so, dass das jetzt dieses Landen an

Ruth: sich, das macht man halt, wenn man etwas gefunden hat, was man sich genauer anschauen will.

Flo: Das war damals auch politisch motiviert, weil die USA sind damals ziemlich bald zum Mars geflogen.

Flo: Dann haben die Sowjets gesagt, ja, dann fliegen wir zur Venus.

Ruth: Und es ist natürlich schon einiges leichter, auf der Venus zu landen als auf dem Merkur.

Flo: Das Hinkommen zur Venus ist leichter als das Hinkommen zum Merkur und Landen

Flo: ist hart auf beiden Planeten. Also ich gehe davon aus, wir werden irgendwann

Flo: auf dem Merkur irgendwas landen.

Flo: Aber zuerst müssen wir uns mal anschauen, wo es sich lohnt, da zu landen.

Flo: Wenn es keine Fragen mehr gibt und wem noch Fragen einfallen sollten

Flo: und wer zu Hause noch drauf kommt, dass er oder sie gern was wissen wollen würde,

Flo: man kann uns immer auch Fragen schicken an fragen-at-das-universum.at,

Flo: das ist unsere E-Mail-Adresse, alle Fragen hinschicken und die Chancen stehen gut, dass sie...

Flo: Irgendwann beantwortet werden.

Ruth: In fünf bis zehn Jahren spätestens.

Flo: Also wir haben wirklich mittlerweile schon viele, viele Fragen bekommen und

Flo: können in jeder Podcast-Folge nur zwei, drei beantworten. Aber wir tun unser Bestes.

Ruth: Es liegt auch oft nicht daran, dass es irgendwie eine gute oder eine schlechte

Ruth: Frage ist, wenn ihr uns eine Frage schickt und sie wird nicht beantwortet.

Ruth: Es liegt vielleicht auch daran, dass sie nicht so gerade irgendwie dazu passt

Ruth: oder dass wir die Antwort dann doch nicht so genau wissen oder halt nicht ohne größere Recherche.

Ruth: Und man nimmt natürlich schon so ein bisschen, also ich weiß nicht,

Ruth: ob du das auch machst, ich mache das auf jeden Fall, so ein bisschen die leichter

Ruth: zu beantwortenden Fragen, Low-Hanging-Fruits.

Flo: Ich nehme nur die ganz, ganz schweren, ja, natürlich.

Ruth: Aber wir stellen uns die Fragen ja gegenseitig. Also ich stelle dann die Fragen

Ruth: dem Florian. Und du nimmst die schwierigen für mich, oder was?

Ruth: Aha, es wird sich ändern in Zukunft.

Ruth: Ja, also ja, aber dann, wir haben auch schon Fragen von 2020 jetzt gerade erst

Ruth: wieder mal beantwortet und so. Also die Chance bleibt.

Flo: Ja, astronomische Zeitskalen sind anders als im Alltag.

Ruth: Genau, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Flo: Ja, dann beenden wir diese Live-Aufnahme mit Hinweisen, nämlich dem Hinweis,

Flo: dass wir das nächste Mal am 16. Dezember hier sein werden.

Flo: Dann vermutlich nicht nur Ruth und ich, sondern auch Efi, unser drittes Podcast-Mitglied.

Flo: Dann werden wir hier, wenn es so sein wird, im Radio Kulturhaus Café unsere

Flo: traditionelle Jahresabschlussfolge machen.

Ruth: Und die letzte Woche des Herbstes feiern.

Flo: Mal schauen, das checkt man doch vorher, ob es so ist oder nicht.

Flo: Aber dann werden wir da unsere traditionelle Jahresabschlussfolge machen,

Flo: wo wir meistens immer einen Ausblick auf die coolen astronomischen Ereignisse

Flo: des kommenden Jahres geben. Das werden wir dann hier live vor Publikum machen.

Flo: Es wird auch am 20. Oktober in Wiener Neustadt eine Das Universum Live Show

Flo: geben. Da dann wirklich eine Live Show, also nicht eine Podcast Aufnahme wie

Flo: hier, sondern unsere Bühnenshow.

Flo: Der Eintritt ist frei dort übrigens. Also wer am 20. Oktober nach Wiener Neustadt

Flo: in die Bibliothek im Zentrum kommt, kann ohne Eintritt zu bezahlen sehen, was wir dort machen.

Flo: Kann noch sagen, dass ich Sternengeschichten live, mein anderer Podcast Sternengeschichten,

Flo: der hat auch eine Live-Show und diese Live-Show wird es in Österreich noch zweimal

Flo: geben in diesem Jahr, nämlich am 19.

Flo: November in Baden, ist auch nicht so weit weg, kann man auch noch hinfahren von Wien aus und am 3.

Flo: Dezember in Graz, da kann man keine Ahnung, kann man noch einen Ausflug machen

Flo: zum Weihnachtsmarkt oder so, da kann man noch hinfahren.

Flo: Also 19. November in Baden, 3. Dezember in Graz gibt es Sternengeschichten live

Flo: und alle anderen Termine, die wir so anzukündigen haben, die dann weiter weg

Flo: von Wien sind. Das machen wir dann im Rest des Podcasts, den wir aber nicht

Flo: mehr hier aufnehmen, sondern dann zu Hause aufnehmen.

Flo: Da wird dann auch Evi ihre Rubrik Science Frames noch bringen.

Flo: Da wird sie wieder über etwas aus der Science Fiction erzählen und die Wissenschaft

Flo: damit Verbindung bringen.

Flo: Wir bedanken uns für die Aufmerksamkeit, wir bedanken uns für die Fragen und

Flo: freuen uns, wenn wir im Dezember wieder hier im Radiokulturhaus sein können,

Flo: um aus dem Universum zu erzählen. Vielen Dank.

Ruth: Macht es gut.

Flo2: So, und nachdem wir gerade noch im Radiokulturhaus waren, sind wir jetzt wieder

Flo2: zurück vor unseren jeweiligen Mikrofonen,

Flo2: denn wir wollen ja noch über Science-Fiction und Filme und Wissenschaft sprechen

Flo2: und das machen wir mit Evi und den Science Frames. Hallo Evi.

Evi: Hallo.

Flo2: Was gibt es für einen Film?

Evi: Heute gibt es einen Film, den ich zufällig entdeckt habe.

Evi: Wieder mal, ich mag das ja, wenn ich so völlig unerwartet über Filme stolpere,

Evi: die sich dann noch dazu als gut erweisen. Das ist ja der wichtige Punkt dabei.

Evi: Und zwar geht es diesmal um einen Film, einen sehr neuen Film,

Evi: der erst dieses Jahr im Sommer im Kino war.

Evi: Und zwar ist es eine Verfilmung von einem Virginia Woolf-Roman.

Evi: Und jetzt werden sich vielleicht viele denken, das sind Science Frames.

Evi: Und zwar geht es um A Night and Day. Das ist einer ihrer früheren Romane.

Evi: Der wurde jetzt eben verfilmt, wobei der Film etwas abweicht von der Buchvorlage.

Flo2: Ich glaube, er weicht sehr stark ab von der Buchvorlage.

Evi: Ja, ja, nicht ganz, aber natürlich schon etwas. Es ist vielleicht eine freiere

Evi: Interpretation des Films. Sowohl in dem Buch als auch in dem Film.

Evi: Im Film nämlich stärker geht es um Astronomie.

Flo2: Das stimmt, ich habe den Film ja auch gesehen. Darum weiß ich das.

Flo2: Und es war sehr interessant, der Astronomie. Ich habe den Film auch sehr gern

Flo2: gesehen, damals im Kino.

Flo2: Also damals, keine Ahnung, wann war da? Juni oder irgendwie sowas,

Flo2: wie wir uns gesagt haben.

Flo2: War ein sehr schöner Film. Das Buch habe ich nicht gelesen. Ich habe nur nachträglich

Flo2: gehört, gelesen, dass die Leute, die das Buch toll fanden, den Film nicht so

Flo2: toll fanden, weil sie gemeint haben, weicht so sehr stark ab vom Film.

Flo2: Aber erzähl mal, worum es geht im Film am besten.

Evi: Ich lese gerade das Buch, deswegen kann ich da jetzt noch nicht wirklich viel dazu sagen.

Evi: Was ich jetzt nur bis jetzt mitbekomme, ist, dass im Buch die vier Hauptpersonen

Evi: halt stärker ausgearbeitet sind.

Evi: Während in dem Film konzentriert sich alles auf eine von den vier Hauptdarstellern,

Evi: und zwar die Hauptdarstellerin, die Catherine Hillberry. Der Film spielt in London, 1910 ungefähr.

Evi: Und eben die Catherine Hillberry ist jetzt eine junge Frau. Sie ist auch die

Evi: Enkelin eines angesehenen Dichters.

Evi: Und sie interessiert sich aber eben sehr für Astronomie, Mathematik,

Evi: möchte da eigentlich auch wissenschaftliche Karriere anstreben,

Evi: was eigentlich nicht wirklich vorgesehen ist für sie als Frau 1910.

Evi: Und ja, ihr Vater möchte sie eigentlich lieber verheiratet sehen,

Evi: wie es halt ganz klassisch ist.

Evi: Und sie wehrt sich da halt dagegen und sie schummelt sich dann eben auch in

Evi: eine Veranstaltung von der astronomischen Gesellschaft als Mann hinein,

Evi: fliegt dann natürlich auf. Und sie verlobt sich ja dann auch mehr zum Schein mit jemandem.

Evi: Also sie ist also immer so hin- und hergerissen zwischen den gesellschaftlichen

Evi: Pflichten und auch den Erwartungen, die es da halt gibt natürlich an sie und

Evi: eben eigentlich so ihren eigenen Wünschen, Träumen, Sehnsüchten,

Evi: die ja eben der Astronomie gilt.

Flo2: Genau, die Astronomie spielt durchaus halbwegs prominent für so einen Film eine Rolle.

Evi: Ja, also ich finde es sogar überraschend prominent. Also im Buch dürfte das

Evi: zum Beispiel nicht so stark sein. Es kommt zwar auch die Astronomie und die

Evi: Mathematik vor allem vor.

Evi: Aber jetzt nicht so stark wie in dem Film. Also da ist schon sehr stark das

Evi: in den Vordergrund gerückt. Also im Film entdeckt sie ja auch sogar etwas.

Evi: Ich finde es immer interessant, weil sie macht ja eigentlich die Astronomie

Evi: mehr oder weniger aus ihrem Zimmer heraus.

Flo2: Ja, kann man aber doch machen. Ich meine, der Film spielt 1910.

Flo2: Na gut, ja, da ist in London, wo der Film spielt, das vermutlich auch nicht

Flo2: optimal. Aber prinzipiell hat man damals noch in Großstädten oder in Städten

Flo2: Astronomie betreiben können. Das wäre jetzt schon noch möglich gewesen.

Evi: Es ist halt immer so mit diesen ganzen autodidaktischen Sachen und so bin ich halt dann immer so.

Evi: Aber ich finde es total okay, auch für die Story und für die Dramaturgie des

Evi: Filmes, dass sie da dann eben selber an Theorien arbeitet.

Evi: Sie hat dann auch irgendwie Fotoplatten, also sie kommt dann zu Fotoplatten

Evi: und sie entwickelt dann so eine Theorie eigentlich zu einer Perioden-Leuchtkraft-Beziehung,

Evi: nur um dann kurze Zeit später zu erfahren, dass Justament eine Frau,

Evi: eine amerikanische Frau genau darüber publiziert hat.

Evi: Und ihr habt sie das in einer Zeitung gelesen, glaube ich, oder?

Evi: Weil ich mich richtig erinnere.

Flo2: Genau, also die Periodenleuchtkraftbeziehung, das Wort ist nicht gefallen.

Flo2: Aber ich erinnere mich daran, dass der Name dieser Frau genannt wurde,

Flo2: die da was herausgefunden hat.

Flo2: Und das war die Henrietta Swan-Levitt. Und alle, die Ahnung von Astronomie haben,

Flo2: wissen, dass die Henrietta Swan-Levitt die Periodenleuchtkraftbeziehung entdeckt hat.

Flo2: Die Beziehung, mit der man herausfinden kann oder das erste Mal herausfinden

Flo2: konnte, wie weit die Andromeda-Galaxie weg ist. Also der erste sinnvolle Weg,

Flo2: um Größen im Universum zu bestimmen. Also durchaus sehr, sehr beeindruckend.

Flo2: Und ich schaue gerade, das ist tatsächlich im Jahr 1912 war,

Flo2: glaube ich, hier die relevante Arbeit.

Evi: Wobei ich mich gefragt habe, Henrietta von Liberty war ja quasi in Pickering's

Evi: Harem und da waren ja, glaube ich, auch gerade diese frühen Publikationen ja,

Evi: glaube ich, unter seiner Handschrift oder seiner Unterschrift vielleicht.

Evi: Jetzt weiß ich nicht, inwieweit da wirklich sie in einem Zeitungsartikel gestanden hätte.

Flo2: Wenn man sich anschaut, diese Artikel, also es gibt ja mehrere.

Flo2: Es ist ja nicht so, dass da, wie man sich das immer vorstellt oder wie es auch

Flo2: in Filmen immer gern gezeigt wird, da kommt jetzt eine Arbeit und in der einen

Flo2: Arbeit steht alles drinnen und da ist dann die Entdeckung gleich fertig gemacht.

Flo2: Tatsächlich diese Arbeit von 1912, die den ein bisschen unspektakulären Titel

Flo2: Periods of 25 Variable Stars in the Small Imaginatic Cloud trägt.

Flo2: Wer die mal sehen möchte in unseren vergangenen Das Universum Live Shows,

Flo2: hat Ruth über diese Arbeit tatsächlich gesprochen und sie auch gezeigt.

Flo2: Und ich weiß nicht, ob wir es in zukünftigen Shows tun werden,

Flo2: aber wenn man sich die anschaut, also wenn man jetzt in den offiziellen Datenbanken

Flo2: sucht, werden als Autoren tatsächlich Henrietta Swan-Levitt und Edward Pickering aufgeführt.

Flo2: Wenn man sich die Arbeit selbst anschaut, dann steht da als Autor ausschließlich Edward Pickering

Flo2: unten drunter und im ersten Satz steht drin, the following statement regarding

Flo2: the periods of 25 variable stars in the small imaginary cloud has been prepared by Miss Leavitt.

Flo2: Also im ersten Satz steht drin, das hat eigentlich die Miss Leavitt gemacht

Flo2: oder vorbereitet oder wie auch immer man es interpretieren will,

Flo2: aber der Name unter der Veröffentlichung ist Edward Pickering.

Flo2: Also ich weiß nicht, wie reale Zeitungsberichte aus der Zeit ausgefallen sind.

Flo2: Könnten wir auch mal nachschauen, wenn man da in irgendwelchen Archiven sich umschaut.

Flo2: Aber prinzipiell wäre es durchaus möglich gewesen, herauszufinden,

Flo2: dass eine Frau Henrietta Swan-Levitt diese Entdeckung mitgemacht hat zumindest.

Flo2: Es hätte in der Zeitung stehen können, sagen wir so.

Evi: Sie war ja immer in Harvard und hat ja da sehr fleißig gearbeitet,

Evi: muss man ja sagen. Ich finde das immer wieder erstaunlich, wenn man da liest,

Evi: wie viele Platten sie da ausgewertet hat und das alles.

Evi: Ich weiß nicht, ob ich das könnte. Und ja, unsere Titelheldin,

Evi: die will ja dann eigentlich nach Cambridge gehen. Also sie kämpft ja auch für

Evi: den Uni-Zugang und bewirbt sich ja dann auch.

Evi: Wäre, glaube ich, auch genommen worden, aber dann stellt sich ja heraus,

Evi: dass sie kein Mann ist, sondern eben eine Frau und wird dann ja abgelehnt.

Evi: Ich habe mir das dann so ein bisschen angesehen, wie es dann in Cambridge wirklich

Evi: aussieht mit diesen Zugängen für Frauen, ab wann Frauen hier den Universitätsabschlüsse

Evi: auch erwerben konnten. Und das ist ja fast skandalös.

Evi: Was ich da herausgefunden habe. Aber interessant ist übrigens,

Evi: da ist auch ein Zusammenhang, weil nämlich in Cambridge hat Cecilia Pinker-Boschkin studiert.

Evi: Die hat da in diesem Newham College seit 1919 studiert, konnte aber eben keinen

Evi: formalen Abschluss erlangen. Also das war damals noch nicht möglich.

Evi: Ist ja dann 1923 in die USA gegangen, wo sie ja dann 1925, glaube ich,

Evi: die erste Person, die einen PhD in Astronomie in Harvard nämlich erwartete.

Evi: Das finde ich ganz, ganz interessant.

Flo2: Und das war die, die herausgefunden hat, woraus Sterne bestehen.

Evi: Ja, richtig, genau. Überwiegend das Wasserstoff und Helium. Und das finde ich

Evi: ganz interessant, dass man hier

Evi: so die Parallelen hat und wie lange sich Cambridge nämlich gewährt hat.

Evi: Es gab da nämlich zwar schon so in den späten 1860er, 70ern sehr wohl so Frauen-Colleges in Cambridge.

Flo2: Gürten war das erste 1869, aber ich weiß nicht, ob es in Cambridge war.

Evi: Ja, ja, das gehört da dazu. Sie konnten da zwar studieren, aber eben jetzt keinen

Evi: offiziellen Abschluss da irgendwie erwerben.

Evi: Also es zieht sich da so ein unlogisches Ding irgendwie durch,

Evi: wo man den Frauen irgendwie, ja, na da habt ihr irgendwie so,

Evi: okay, da kannst du was machen, aber sie haben keinen Abschluss bekommen.

Evi: Sie konnten eigentlich auch, ja, keine Laufbahn, keine Karriere hier in diesem

Evi: akademischen Bereich dann eigentlich auch weiter verfolgen oder machen.

Evi: Und es gab dann tatsächlich, was dann immer wieder zu so Abstimmungen kam,

Evi: ich glaube, die erste war nämlich irgendwie so 1914 oder so,

Evi: und dann 1921 noch einmal, da gab es richtige Aufstände von den Männern,

Evi: die nicht wollten, dass Frauen zugelassen werden. Also da gab es richtige Revolten.

Evi: Die haben irgendwie, glaube ich, so eine Puppe, so eine Frauenpuppe auch aufgehängt

Evi: auf dem Fahrrad und die da irgendwie dann zerstört.

Evi: Und das waren richtige Riots, also nicht irgendwelche Demonstrationen.

Evi: Und wo sich da so alle hauptsächlich Männer natürlich beteiligt haben,

Evi: weil man dann irgendwie halt befürchtet hat, dass dann so...

Evi: Die eigene Leistung dann geschmälert wird, ihre eigenen Berufschancen oder sowas.

Evi: Also das finde ich ganz, ganz schlimm.

Evi: Und es war dann erst 1948, dass dann Cambridge wirklich halt Frauen auch den

Evi: Abschluss, also diesen akademischen Grad erwerben konnten, dass sie das gesagt

Evi: haben, ja, dass sie das dann durchsetzen konnten.

Evi: Und war damit die letzte Universität im Vereinigten Königreich in England,

Evi: die so später erst nachgezogen sind.

Flo2: Ja, das hat ein bisschen gedauert. Im Film, ich kann mich gar nicht mehr hundertprozentig

Flo2: erinnern, wie es ausgegangen ist. Also sie ist dann, ist sie dann noch,

Flo2: sie hat, glaube ich, nochmal sich, soll man spoilern, das Ende?

Flo2: Nein, das lasse ich lieber.

Evi: Ja, schafft sie es auf die Uni oder nicht?

Flo2: Ja, genau, stimmt. Ja, ja, dann lassen wir das offen.

Evi: Okay, ja.

Flo2: Ja, aber ich fand den schönen Film. Ich bin da mit genau null Vorwissen und

Flo2: Erwartung reingegangen.

Flo2: Ich habe mir gedacht, ja, halt mit dem Film Virginia Woolf, irgendwas mit Astronomie

Flo2: vielleicht und fand es tatsächlich von Anfang bis Ende unterhaltsam.

Flo2: Wie gesagt, es ist kein Wissenschaftsfilm, es ist keine Dokumentation oder sonst

Flo2: was. Es ist ein unterhaltsamer Film.

Flo2: Er dauert auch nicht lange, fand ich auch gut. Knapp eineinhalb Stunden.

Flo2: Schauspieler waren auch okay. Also ich kann nichts Schlechtes sagen über den

Flo2: Film, außer dass er irgendwie so ein bisschen unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Flo2: irgendwie lief, kam mir vor.

Evi: Ja, das finde ich auch. Also ich habe auch so eigentlich nicht wirklich was

Evi: mitbekommen von diesem Film, also wenn ich es nicht zufällig bei uns im Programm

Evi: entdeckt hätte, im örtlichen Kino.

Evi: Und ich war etwas überrascht über die Kritiken von dem Film,

Evi: weil ich habe mir das jetzt noch ein bisschen genauer angesehen.

Evi: Und offensichtlich ist es bei den meisten Kritikern als Romantik-Komödie da

Evi: irgendwie durchgegangen und die beschreiben den irgendwie so und meinen,

Evi: ja, es fehlt ihm irgendwie so ein Tiefe oder sonstiges. Es ist doch bitte keine

Evi: Romantik-Komödie gewesen.

Flo2: Also Romantik war natürlich drin, weil da ging es schon auch irgendwie,

Flo2: Liebe, Heirat, Tadala. Aber Komödie weiß ich jetzt nicht.

Evi: Die Dialoge hatten manchmal gute Pointen, finde ich.

Flo2: Das war schon noch unterhaltsam, der Film, klar. Aber Komödie...

Flo2: Nee, Komödie hätte ich jetzt tatsächlich nicht gesagt.

Evi: Was das eine ist. Nein, also da kriegt man einen ganz falschen Eindruck von

Evi: dem Film, finde ich. Natürlich hast du ein bisschen Romantik dabei,

Evi: ich glaube, das ergibt sich auch zwangshalber aus diesem Ganzen,

Evi: weil sie auch um dieses gesellschaftliche eben, muss man heiraten,

Evi: um glücklich in der Liebe auch zu sein oder nicht.

Evi: Und was so die Rollen sind, was für Möglichkeiten hat man. Und ich fand das

Evi: jetzt überhaupt nicht so als Romantik, Film oder Komödie, sondern vielmehr so

Evi: eben, es zeigt, dass es auch so ein Gesellschaftsbild der Zeit war, das fand ich sehr gut.

Evi: Und eben auch so diese Schwierigkeiten, diese gesellschaftlichen Normen.

Evi: Also die eine Rolle ist ja dann noch die Mary Dedget, die eine Frauenrechtlerin

Evi: ja spielt, die sich ja für die Frauenrechte einsetzt.

Evi: Also von dem her finde ich das wirklich ein sehr, sehr guter Film und jetzt

Evi: würde ich da jetzt nicht so abtun.

Flo2: Kann ihn unsere Hörerschaft irgendwo sehen, weil im Kino wird er ja nicht mehr

Flo2: laufen, nehme ich an. Aber kann man ihn irgendwo anders bekommen, den Film?

Evi: Nein, kann man leider noch nicht streamen.

Flo2: Okay, schade.

Evi: Ich meine, er kommt vielleicht noch, weil wie gesagt, er war ja jetzt erst im

Evi: Kino im Juni. Übrigens, Elias Embarek in seiner ersten internationalen Rolle habe ich noch erfahren.

Flo2: Ach, okay. Ja, schau. Es gibt ja noch nicht mal auf DVD, den Film.

Evi: Ja, so neu ist der.

Flo2: Ja, gut. Also, der Film ist schwer zu kriegen, aber wenn ihr schlau seid,

Flo2: vielleicht findet ihr eine Möglichkeit. Ansonsten muss man warten,

Flo2: bis er irgendwo kommt. Genau. Und dann, wenn er irgendwo kommt,

Flo2: dann schaut ihn euch gerne an, weil er hat mir gefallen, er hat dir gefallen.

Evi: Ja.

Flo2: Und das sollte eigentlich ausreichend Empfehlung sein.

Evi: Ich weiß jetzt nicht, ob wir ausreichend sind, aber... Doch,

Evi: doch, doch. Ja, doch. Okay, gut. Ja, dann. Ja, ich würde ihn mir auf jeden Fall

Evi: nochmal anschauen wollen.

Flo2: Sehr gut. Ja, dann machen wir das vielleicht auch, wenn wir ihn irgendwo finden.

Flo2: Und freuen uns auf einen neuen Film in der nächsten Woche. Und jetzt machen

Flo2: wir noch schnell das zu Ende, was wir im Radiokulturhaus nicht machen konnten.

Flo2: Nämlich noch ein paar andere Veranstaltungen ankündigen und uns bedanken für eure Unterstützung.

Flo2: Wir haben ja die wien-nahen Veranstaltungen schon bei unserem Auftritt in Wien

Flo2: vor dem lokalen Publikum verkündet.

Flo2: Aber es gibt natürlich auch jede Menge Sachen, die nicht in Wien stattfinden.

Flo2: Und die ihr vielleicht auch gerne besuchen wollt, wenn ihr nicht in Wien seid.

Flo2: Ich sage nochmal, wieder Neustadt, das Universum live am 20.

Flo2: Oktober, unser vorerst letzter das Universum live auftritt.

Flo2: Eintritt ist frei, kommt hin in die Bibliothek im Zentrum, wird lustig werden.

Flo2: Danach mache ich im Oktober noch Sternengeschichten live und zwar in Fürth.

Flo2: Und in Fürth gibt es, wie viele Karten gibt es noch in Fürth?

Flo2: Ja, es sind noch ein paar übrig. Also ich glaube, ein bisschen was geht noch

Flo2: in Fürth, wenn ihr da kommen wollt und euch Sternengeschichten live anschauen wollt.

Flo2: Wenn ihr euch Sternengeschichten live im Osten von Deutschlands anschauen wollt,

Flo2: wird es schon knapp. Da bin ich nämlich am 9., 10. und 11. November in Erfurt, Leipzig und Dresden.

Flo2: Und Erfurt ist ausverkauft, Leipzig ist ausverkauft. Es gibt nur noch Karten für Dresden.

Flo2: Also in Dresden gibt es noch einen Schwung Karten, wenn ihr da kommen wollt.

Flo2: Die anderen sind leider schon weg.

Flo2: Und dazwischen und danach und davor bin ich auch an allen möglichen Orten.

Flo2: Ich bin am 19. November nochmal in Baden bei Wien mit Sternengeschichten live.

Flo2: Am 25. November halte ich im Technoseum in Mannheim, da war ich glaube ich noch

Flo2: nie, im Technoseum in Mannheim einen Vortrag über mein Buch Die Farben des Universums

Flo2: mit einem kleinen Experiment oder zwei dazu, muss ich nochmal schauen.

Flo2: Das wird sicherlich lustig werden. Und dasselbe passiert kurz danach am 27.

Flo2: November in Heidelberg. Auch da halte ich einen Vortrag.

Flo2: Die Informationen dazu gibt es in den Shownotes. Und dann bin ich am 3.

Flo2: Dezember nochmal in Graz mit Sternengeschichten live. Und das wird die vorerst

Flo2: letzte Sternengeschichten-Live-Show sein, die ich halte.

Flo2: Also dazwischen, glaube ich, beginnt nochmal in Bremen und in Osnabrück.

Flo2: Alle Infos dazu gibt es wie immer in den Shownotes.

Flo2: Und Ruth wird noch von 27. bis 29. Oktober in Friedrichshafen sein mit ihrem Planetarium.

Flo2: Da könnt ihr auch vorbeikommen und euch anschauen, was es im Planetarium zu sehen gibt.

Flo2: Da kann man sich Karten kaufen und die Infos gibt es ebenfalls in den Shownotes.

Flo2: Ansonsten bedanken wir uns natürlich auch. Ihr habt uns unterstützt.

Flo2: Wir freuen uns über eure Unterstützung, weil dieser Podcast ohne Unterstützung von außerhalb läuft.

Flo2: Also es gibt keine großen Sponsoren, es gibt keine Werbedeals.

Flo2: Wir kriegen auch nichts von Spotify oder anderen Plattformen.

Flo2: Die einzigen Einnahmen, die dieser Podcast hat, sind die, die aus euren freiwilligen

Flo2: Spenden kommen. Und darüber freuen wir uns.

Flo2: Und seit wir das letzte Mal einen Podcast aufgenommen haben,

Flo2: gab es Spenden von Roman und Marco über PayPal. Vielen Dank dafür.

Flo2: Und ja, zum Zeitpunkt der Aufnahme war es das schon.

Flo2: Roman und Marco haben uns was gespendet. Wir sagen sehr vielen Dank dafür.

Flo2: Man kann uns auch mit Abos unterstützen auf Steady und Patreon.

Flo2: Und auch da freuen wir uns darüber, wenn ihr das macht, weil ich muss jetzt

Flo2: dann schauen, ich muss jetzt bald hier für meine Podcast- Kolleginnen Weihnachtsgeschenke

Flo2: kaufen und so und dann, je nachdem, wenn die Spenden ausbleiben,

Flo2: dann kriegt ihr alle nur einen Apfel.

Flo2: Es ist gesund so ein Apfel. Ja genau, eine Nuss.

Flo2: Wir freuen uns über eure Spenden. Alle Infos dazu gibt es ebenfalls in den Shownotes.

Flo2: Wenn ihr uns was schreiben wollt, Tipps für Filme, Fragen, sonstige Anmerkungen

Flo2: und so weiter, dann mach das bitte unter hello at das Universum.at und dann

Flo2: freuen wir uns auch darüber.

Flo2: Die Leute, die einen Preis gewonnen haben beim Sommerrätsel,

Flo2: das haben wir in der vorletzten Folge, glaube ich, verkündet,

Flo2: die sollten, ich weiß nicht, ob ich schon sagen soll, diese sollten schon was

Flo2: bekommen haben, aber ich habe auf jeden Fall alle Preisinfos schon registriert

Flo2: und werde mich bemühen, das Ganze noch,

Flo2: ich sage mal, vor Weihnachten auf dem Postweg zu bringen.

Flo2: Ich bin gerade ein bisschen mit Reisen ausgelastet, aber früher oder später

Flo2: werdet ihr das bekommen.

Flo2: Und jetzt werden wir diese Podcast-Folge auch beenden und hören uns in 14 Tagen

Flo2: wieder bei der nächsten Folge von Das Universum.

Evi: Tschüss.

Über diesen Podcast

Ruth und Florian reden über das Universum. Mit Fragen. Und Antworten.

Die Astronomin Ruth (Spezialgebiet Galaxien) und der Astronom Florian (Spezialgebiet Asteroiden) reden über das Universum. Ruth betreibt ein mobiles Planetarium; Florian erzählt auf Bühnen, in Büchern und in Podcasts über den Kosmos und beide plaudern gemeinsam über alles, was dort so abgeht. In jeder Folge erzählen sie einander eine spannende Geschichte aus der aktuellen Forschung. Und beantworten Fragen aus der Hörerschaft zu allem was man gerne über das Universum wissen möchte. In der Rubrik "Science Frames" untersucht Evi die Verbindungen zwischen Science Fiction und echter Wissenschaft.

Spenden gerne unter paypal.me/PodcastDasUniversum oder steadyhq.com/dasuniversum oder patreon.com/dasuniversum

von und mit Florian Freistetter, Ruth Grützbauch, Evi Pech

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