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Das Universum

Transkript

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Florian: Herzlich willkommen bei Das Universum, dem Podcast, in dem Ruth und Florian

Florian: über das Universum sprechen mit Ruth.

Ruth: Und mit Florian.

Florian: Und beide wieder zurück, fast frisch aus Wiener Neustadt. In der letzten Folge,

Florian: die veröffentlicht worden ist, haben wir gesagt, heute müsst ihr hinkommen.

Florian: Und jetzt für uns ist quasi nur ein kurzer Zeitraum vergangen.

Florian: Für euch sind es zwei Wochen gewesen, aber wir waren dort und ein paar von euch

Florian: waren auch dort und es war nett.

Ruth: Voll. Zuerst haben wir schon gedacht, es kommt niemand. Aber dann sind doch

Ruth: noch ein paar Leute eingetrudelt so kurz davor und dann war es doch ein schönes

Ruth: Publikum. Und ein paar von euch haben auch Hallo gesagt. Hallo,

Ruth: Hallo nochmal zurück. Schön, dass ihr da wart.

Ruth: Wir freuen uns immer, wenn wir euch sehen.

Florian: Es war die letzte Das Universum Live-Veranstaltung im Jahr mit Ausnahme der

Florian: wirklich letzten Das Universum Live-Veranstaltung im Jahr, die am 16.

Florian: Dezember im Radiokulturhaus in Wien stattfinden wird.

Florian: Gibt es aber keine Experimente von uns zu sehen oder sonstige Sachen.

Florian: Da gibt es eine Live-Podcast-Aufnahme, aber eine besondere Live-Podcast-Aufnahme,

Florian: weil wir da zu dritt sein werden,

Florian: Ruth, Evi und ich und unsere traditionelle Jahresvorschau-Folge machen,

Florian: Jahresendfolge, Jahresvorschau-Folge, wo wir erzählen, was es im nächsten Jahr

Florian: so aus das Universumssicht alles,

Florian: zu hören geben wird, zu beachten geben wird, was für spannende Dinge im nächsten Jahr passieren.

Florian: Und das machen wir diesmal live vor Publikum. Und wir werden,

Florian: gehe ich davon aus, so wie wir es immer machen in dieser Folge,

Florian: auch Sekt trinken, weil es ja eine Silvesterfolge ist.

Ruth: Leider hat das Radiokulturhaus nicht so bequeme Sessel wie die Bibliothek im Zentrum.

Ruth: Das sind so coole Sessel. Die haben so Ohren. Das sind so Bibliotheksessel, große Lehnstühle.

Florian: Ohrensessel heißt die offiziell.

Ruth: Genau, ja, Ohrensessel. Das sind akustische Ohren, also die funktionieren extrem

Ruth: gut. Wenn du da sitzt, bist du total irgendwie akustisch.

Ruth: Das ist abgeschirmt, das ist urangenehm.

Florian: Was eigentlich genau das Gegenteil von dem ist, was Ohren eigentlich machen sollten.

Ruth: Ja, stimmt. Es sind Anti-Ohren, es sind Ohr-Cancel-Ohren. Es ist wirklich gut.

Ruth: Ich bin da irgendwie auf der Bühne gesessen.

Ruth: Also ich saß in so einem Ohren-Sessel, während der Florian gelabert hat.

Ruth: Und ich habe das alles nur sehr gedämpft gehört und habe mir gedacht,

Ruth: so lässt sich das Bühnen-Show machen. Leider musste ich dann auch aufstehen und auch was machen.

Florian: Gut, also im Radiokultur, es gibt keine Ohrensessel, aber Ruth wird mit ihren

Florian: Noise-Cancel-Kopfhörern da sitzen und nichts mitkriegen von der Sache. Das ist ja furchtbar.

Ruth: Ein Noise-Cancel-Kopfhörer ist das Allerschlimmste.

Florian: Wir bleiben bei Astronomie und ich fange an mit einer kurzen Geschichte,

Florian: die sich zugetragen hat am 18.

Florian: Oktober und zwar im Süden der Insel Borneo auf der Ölpalmenplantage der Firma PT Agrobukit.

Ruth: Hui, und es ist eine astronomische Geschichte?

Florian: Ja, es ist eine gewisse... Keine Klimageschichte? Ja, man könnte mit Ölpalmenplantagen

Florian: auch sehr gut Klimageschichten erzählen, weil Ölpalmenplantagen sind nicht so

Florian: sonderlich super, was so Biodiversität und Landnutzung und Emissionen und alles angeht.

Ruth: Nur Tuien sind schlimmer.

Florian: Aber das lassen wir jetzt außen vor, das Klimathema. Es geht um das,

Florian: was dort passiert ist. Dort ist nämlich ein neun Meter großes Drumm aus Aluminium runtergefallen.

Ruth: What? Aluminium, okay. Also kein uralt Felsbrocken aus dem Sonnensystem,

Ruth: sondern? Ein Teil von einem Satelliten oder so irgendwas?

Florian: Am Abend waren die Leute, die dort gearbeitet haben, noch dort und haben gearbeitet

Florian: und dann sind alle ins Haus gegangen und am nächsten Tag lag dieses große Drum

Florian: da, drei Kilometer von der Wohnanlage dieser Firma entfernt,

Florian: also wo sie alle gewohnt haben.

Florian: Und man hat sich angeschaut, was das sein könnte. Es ist noch nicht fix raus,

Florian: aber es ist ziemlich sicher, was es ist.

Florian: Denn am 18. Oktober, da ist auch über Borneo von Nord nach Süd eine chinesische

Florian: Trägerrakete gezogen. Und die ist ziemlich genau zu der Zeit da vorbeigezogen,

Florian: beziehungsweise ein Teil von der chinesischen Trägerrakete.

Florian: Da ist eine Rakete, glaube ich, vier Tage vorher gestartet.

Florian: Die Typ, ich kann es nicht aussprechen, Zug K2E, keine Ahnung,

Florian: was die Chinesen für Raketen haben, aber war halt eine chinesische Rakete.

Florian: Die hat zehn Satelliten hochgebracht von privater Firma Landspace.

Florian: Keine Ahnung, was die Satelliten gemacht haben, aber die sind ausgesetzt worden.

Florian: Und dann ist halt die Oberstufe oder ein Teil von dieser Rakete halt noch ein

Florian: paar Mal um die Erde rumgerundet, gekreist.

Florian: Und hat am 18. Oktober ihre letzte Erdumrundung vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre gemacht.

Florian: dann offensichtlich, naja, dürfte ein Drum übrig geblieben sein,

Florian: dass entweder zuvor abgebrochen ist und nicht verglüht ist oder halt dann so

Florian: nicht verglüht ist, beziehungsweise ja, lässt sich das eh nicht so hundertprozentig

Florian: exakt steuern, wo die Dinger runterfallen.

Florian: Die meisten fallen natürlich ins Meer, weil das meiste auf der Erdüberfläche

Florian: mehr ist, aber das Drum ist auf Land runtergegangen, nämlich in der Ölpalmenplantage

Florian: und es war ein bisschen Glück, dass das nicht da passiert ist,

Florian: während wir halt noch gearbeitet haben.

Ruth: Kurz vorher, ja.

Florian: Und interessanterweise dürfte die auch noch mehr verloren haben,

Florian: denn als die Rakete gestartet ist am 14. Oktober.

Florian: Da gab es in Stevens County im US-Bundesstaat Minnesota ein großes,

Florian: dreieinhalb Meter großes Drum in einem Maisfeld ist dort gelandet und das ist

Florian: ungefähr so der Durchmesser

Florian: Der Oberstufe von dieser Rakete. Also vielleicht habt ihr vorher schon ein bisschen

Florian: was abgeschmissen nach dem Start. Ich weiß jetzt nicht genau,

Florian: wie diese Rakete funktioniert.

Ruth: Und hat anscheinend eine Präferenz für agrikulturelle Kulturlandschaft. Mais, okay.

Florian: Also in beiden Fällen ist noch nicht klar, ob das wirklich von dieser Rakete stammt.

Florian: Aber es ist halt sehr, sehr wahrscheinlich. Es war kein Flugzeug drum oder sonst

Florian: was und so ein neun Meter großer Metall drüber.

Florian: Wo sollen die sonst groß herkommen aus dem Himmel? Also beim Flugzeug wäre es

Florian: aufgefallen, wenn da irgendwo ein 9 Meter großes Strom fehlt.

Florian: Ansonsten kann es eigentlich nur das gewesen sein. Und das zeigt auch,

Florian: dass das durchaus ein Problem ist und ein Problem werden kann.

Florian: Das ist eine Zahl, die habe ich nicht gewusst, die habe ich noch nachgeschaut.

Florian: Schätze mal, wie viele inaktive Satelliten- oder Raketenstufen fallen auf die

Florian: Atmosphäre oder treten in die Atmosphäre ein? Im Schnitt pro Tag.

Ruth: Wow, okay. Pro Tag. Also meine Schätzung, man denkt sich eigentlich weniger

Ruth: als eine pro Tag, aber wenn du jetzt sagst pro Tag, wie viele,

Ruth: dann sind es mehr als eine pro Tag.

Florian: Kann auch 0,1 sein, aber nein.

Ruth: Stimmt, Kommazahlen sind jenseits von meinem Vorstellungsvermögen anscheinend.

Ruth: Fünf?

Florian: Nein, drei, drei. Auch das hat mich sehr überrascht.

Ruth: Größenordnungsmäßig, ja. Eh, viel. Man denkt sich, es ist doch sicher nicht

Ruth: jetzt irgendwie eine pro Tag, sondern, weiß ich nicht, alle paar Monate.

Florian: Jaja, aber wir haben halt wirklich viel, viel Zeug in der Umlaufbahn mittlerweile.

Ruth: Also nicht bei Starts, nicht bei Starts.

Florian: Wurscht, was auch immer eintritt, tritt ein. Man kann auch bei Raketen Starts,

Florian: wird auch wieder was eintreten, weil wenn die hochfliegen, fällt ja auch was

Florian: runter. Aber alles, was halt so dazu zählt und das wird immer mehr.

Ruth: Na gut, dann schon, weil es gibt ungefähr 300 Raketenstarts pro Jahr.

Ruth: Da kommt man dann schon so auf fast ein Ding pro Tag.

Ruth: Naja, wenn man annimmt, das ein Ding, ach, ich höre auf mit meinen.

Florian: Aber es ist die gute Nachricht, die ESA sagt, dass die kontrollierten Wiedereintritte

Florian: jetzt schon das zweite Jahr in Folge die Unkontrollierten übertreffen.

Florian: Also mittlerweile kriegen wir es mehrheitlich hin, das Zeug kontrolliert irgendwo

Florian: runtergehen zu lassen und nicht unkontrolliert.

Ruth: Oder das beruhigt doch.

Florian: Ja.

Ruth: Aber gibt es da irgendein Protokoll? Bestimmt nicht, aber was machst du,

Ruth: wenn dein meterlanges Aluminiumteil auf deine...

Ruth: Ölpalmenplantage fällt.

Florian: Keine Ahnung.

Ruth: Mal bei der NASA anrufen oder was machen?

Florian: Naja, wahrscheinlich mal bei der Polizei anrufen, wäre mal meine erste Idee

Florian: gewesen, weil die sind zuständig, wenn da was ist, was da nicht hinkommt.

Florian: Aber ich weiß gar nicht, was die Idee gemacht haben. Welche Behörden.

Florian: Ich glaube, ich habe in dem Artikel gelesen, den Namen der Behörde,

Florian: aber ich habe gedacht, das ist

Florian: jetzt nicht so relevant, dass ich mir den merke, den Namen der Behörde.

Florian: Aber ich kann mal schauen, diese Behörde heißt BRIN, Badan Reset dan Innovasi.

Florian: Ich weiß nicht, was für eine Behörde das ist.

Ruth: Hat irgendwas mit Innovation zu tun?

Florian: Möglich.

Ruth: Eindeutig.

Florian: Es dürfte die indonesische Zivilluftfahrtbehörde sein. Nein,

Florian: die Nationale Forschungs- und Innovationsbehörde. Das ist es.

Florian: Die Nationale Forschungs- und Innovationsbehörde.

Ruth: Research and Innovation, hat man eh gehört.

Florian: Mein Indonesisch ist nicht so gut wie deines. Ja. Aber stimmt,

Florian: der Badan Risetan Innovasi National.

Ruth: Research and Innovation National.

Florian: Ja, das ist überrascht ähnlich.

Ruth: Schon, oder?

Florian: Gut, aber wir gleiten ja sicher in die Sprachwissenschaft ab.

Florian: Ich habe keine Ahnung, wo Indonesisch dazugehört zu den Sprachen.

Florian: Aber sie haben zumindest, wenn ich jetzt die Homepage anschaue,

Florian: die Schrift, die ich lesen kann. Also auch nicht verstehen, aber ich kann es zumindest lesen.

Ruth: Das ist schon mal etwas.

Florian: Gut, das nur zur Einleitung. Also der Himmel fällt uns immer öfter auf den Kopf,

Florian: zumindest in Indonesien.

Florian: Und jetzt gehen wir, weil ich mir diesmal eine spannende Geschichte ausgesucht

Florian: habe, wo ich nicht genau weiß, wie lange ich brauche es, um sie zu erzählen.

Florian: Habe ich gedacht, ich lasse das jetzt auch gleich mit der Einleitung sein und

Florian: komme direkt zur eigentlichen Hauptgeschichte.

Florian: Es ist eine Geschichte, die dir gefallen wird, weil es eigentlich ausschließlich

Florian: mit den Themen zu tun hat, von denen du sonst immer erzählst.

Florian: Ich habe es quasi in deinem Revier gewildert und es ist eine Geschichte,

Florian: die mich schon wieder mal ein bisschen geärgert hat in ihrer Darstellung in den Medien.

Ruth: Nichts Neues da.

Florian: Ja, man kann natürlich sich immer irgendwelche komischen Teaser und so weiter

Florian: überlegen. Man muss es nicht und in dem Fall hätte man durchaus auch andere Sachen machen können.

Florian: Also ich weiß nicht, du wirst das vermutlich gelesen haben irgendwo.

Florian: Unsere Hörerschaft wird den Schlagzeilen auch vermutlich irgendwo begegnet sein.

Florian: Wir haben ein Signal aus einer leeren Region des Weltraums empfangen.

Florian: Ein Signal ohne Absender.

Ruth: Ein unerwartetes, unerklärliches Signal. Wissenschaftler rätseln,

Ruth: rätseln über das Signal aus dem Weltraum.

Florian: Genau, sowas in der Art. Und natürlich, wenn man sowas liest,

Florian: dann die erste Assoziation ist Aliens. Und das ist wahrscheinlich genauso gewollt

Florian: von den Leuten, die das schreiben.

Ruth: Sonst würden wir es nicht Signal nennen.

Florian: Damit man dann draufklickt. Aber tatsächlich geht es um etwas ganz anderes.

Florian: Und zwar um etwas sehr, sehr Interessantes, wo die Wissenschaft durchaus rätselt,

Florian: aber aus einem anderen Grund.

Florian: Wir fangen an mit dem Sternbild chemischer Ofen. Weißt du, was im Sternbild

Florian: chemischer Ofen los ist, Ruth?

Ruth: Ist das Phornax?

Florian: Ja.

Ruth: Ja, da ist ein Galaxienhaufen.

Florian: Ja gut, die sind über anderswo wahrscheinlich auch, aber...

Ruth: Gibt es überall, ja. Abgesehen davon, chemischer Ofen hört sich nicht so romantisch

Ruth: an, jetzt das Sternbild, finde ich.

Florian: Das sind die Südhimmelsternbilder, diese Phase, wo sie es nach wissenschaftlichen

Florian: Instrumenten benannt haben.

Florian: Wir haben ja deswegen dort auch ein Mikroskop und ein Teleskop.

Florian: Ich glaube, es gab eine Elektrisiermaschine auch, aber die hat sich nicht durchgesetzt.

Florian: Die ist dann wieder abgeschafft worden. Die hat es nicht zu den offiziellen

Florian: Sternbildern geschafft. Aber der chemische Ofen, Vornax schon.

Florian: Und eigentlich geht da nicht viel ab im chemischen Ofen. Also da gibt es jetzt

Florian: keine dramatisch bekannten, interessanten Sterne oder schönen Konstellationen.

Florian: Natürlich Galaxien gibt es.

Florian: Aber was dort stattgefunden hat, war das Hubble Ultra Deep Field.

Ruth: Ah, das war auch im Vornax, okay.

Florian: Da hat das Hubble Weltraumteleskop, ich weiß gerade nicht, wann das war.

Florian: Das war nach dem Hubble-Deepfield, dem Ersten.

Florian: Irgendwann später hat das Hubble-Teleskop da 270 Stunden am Stück quasi hingeschaut,

Florian: also durchbelichtet, auf einen Flecken, der ein Zehntel so breit ist.

Ruth: In den Nullerjahren irgendwann war das.

Florian: Also auf einen Fleck, der ein Zehntel so breit ist wie der Vollmond,

Florian: wo man auf den ersten Blick nichts sieht. So ein winziger Ausstieg des Himmels

Florian: und hat da 270 Stunden lang volle Wäsche drauf beleuchtet. Nicht beleuchtet,

Florian: belichtet. Beleuchtet hat nichts gebracht.

Ruth: Damit die Galaxien schön zurückpunkten.

Florian: Also drauf belichtet und hat dann tatsächlich 10.000, knapp 10.000 Galaxien

Florian: dort gesehen in diesem winzigen, eigentlich leeren Flecken. Also spannende Sache.

Ruth: Das ist schon krass, ja.

Florian: Wir haben natürlich jetzt auch ein besseres Weltraumteleskop,

Florian: das James-Webb-Teleskop.

Florian: Und das hat natürlich auch hingeschaut,

Florian: weil James-Webb sieht andere Wellenlängen, Infrarot als Hubble.

Florian: Das heißt, James-Webb, ich weiß nicht, ob die schon alle Hubble-Fields nachbeobachtet

Florian: haben, aber auf jeden Fall das.

Florian: Haben sie gemacht, sie haben dort das James Webb Space Telescope Advanced Deep

Florian: Extragalactic Survey gemacht im Jahr 2022 oder JADES, wie man es auch abkürzt.

Florian: Also James Webb hat das da auch durch beobachtet, das Zeug. Das ist jetzt quasi

Florian: nur mal zur Einleitung. Ich rede jetzt weder über das Hubble Ultra Deep Field

Florian: noch über JADES vorerst, sondern über eine Arbeit, die vor kurzem erschienen ist und...

Florian: die im Prinzip Daten behandelt, die im Jahr 2023 genommen wurden.

Florian: Aber nicht mit den normalen Kameras von James Webb, sondern mit Nearspec.

Florian: Also wir reden jetzt über Spektroskopie. Das sage ich jetzt gleich ganz zu Beginn,

Florian: weil immer wenn wir sehen, wir haben was beobachtet, wir haben ein Bild gemacht

Florian: und so weiter, dann geht es immer um spektroskopische Bilder.

Florian: Also nicht um eine Abbildung des Realen, sondern wir lassen das Licht,

Florian: was auch immer da reinkommt, durch ein Spektroskop fallen und dann kommt so

Florian: ein kleiner Regenbogen raus.

Ruth: Das ist ja genauso real, Florian.

Florian: Ja, ja, es ist schon real, aber wenn ich sage ein Bild, dann stellt man sich

Florian: genauso, wie man sich beim Signal ohne Absender Aliens vorstellt.

Florian: Wenn ich vom Bild einer Galaxie oder wenn ich von einem Bild machen oder irgendwas

Florian: rede, dann stellt man sich halt ein Bild vor. Aber in dem Fall geht es um spektroskopische Bilder.

Ruth: Das ist die Wirklichkeit Forellengleid.

Florian: Ja, ja, genau. Und in dem Fall geht es halt um Spektroskopie.

Florian: Und vor allem ist NIRSPEC ein interessantes Instrument. Das ist ein Multi-Objekt-Spektros-Graf.

Florian: Der kann gleichzeitig bis zu 100 Objekte spektroskopieren. Das heißt,

Florian: kann man sich anschauen, die Wikipedia, die englische, hat eine Seite nur zu

Florian: Nearspec und da sind noch ein paar so Bilder drauf.

Florian: Da sieht man halt vereinfacht gesagt, ein Bild, wo jetzt nicht Sterne drauf

Florian: sind oder Galaxien drauf sind, sondern lauter Striche.

Ruth: Lauter Streifen.

Florian: Lauter Streifen. Also lauter kleine Spektren sind da drauf auf diesen Bildern, die Nearspec macht.

Ruth: Das ist ganz lustig in der Datenreduktion, kann ich dir sagen.

Florian: Ja, und mit Datenreduktion werden wir uns auch viel beschäftigen.

Florian: Was die gemacht haben jetzt mit Niersbeck war, das Drum auf eine besondere Weise

Florian: zu benutzen und diese Weise heißt Box,

Florian: und Box steht für Multi-Object-Coronagraph, ich kann es nicht aussprechen.

Ruth: Corona-Graph.

Florian: Nein, mit einem Y hinten dran. Koronographie.

Florian: Koronographie?

Ruth: Es heißt Koronographie.

Florian: Ich sage es auf Deutsch. Multi-Objekt-Koronographie für schlitzlose Spektroskopie.

Florian: Slitless-Spektroskopie. Sorry.

Ruth: Sorry.

Ruth: Mein Teenage-Brain geht gerade irgendwie ganz woanders hin.

Florian: Lassen wir einfach die Akronyme beiseite und ich erkläre, was die gemacht haben damit.

Ruth: Aber ich meine, Entschuldigung, das Wort schlitzlose Spektroskopie,

Ruth: das musst du mal aussprechen können.

Florian: Oder? Ja, das geht leichter als Corona-Krefi.

Ruth: Das muss man in die Wissenschaftskommunikation bringen. Genau,

Ruth: das muss man ab jetzt so viele Sätze wie möglich mit diesen beiden Worten sagen.

Florian: Was macht man normalerweise mit Nearspec? Man sucht sich aus,

Florian: was man beobachtet und dann beobachtet man es. Das ist straight forward.

Florian: Das Problem ist, wenn man das so macht, übersieht man vielleicht was,

Florian: von dem man nicht weiß, dass man es beobachten kann. Das ist ein Grundproblem.

Florian: Deswegen hat man mit MOX sich was anderes ausgedacht.

Florian: Wir haben gesagt, wir machen einfach alle unsere Schlitze auf,

Florian: die wir haben, damit quasi alle Spektren, die da gemacht werden können, gemacht werden.

Florian: Aber wir machen ein paar zu. Nämlich da, wo wir wissen, dass da bekannte helle Quellen sind.

Florian: Die kennen wir schon, die interessieren uns nicht, die machen wir zu.

Florian: Das ist wahrscheinlich der Koronografie-Teil.

Florian: Also wir verdecken etwas, was uns nicht interessiert und weil wir dieses hellere

Florian: Licht der näheren Objekte verdecken, kriegen wir dann ausschließlich Licht von

Florian: den schwächeren Objekten beziehungsweise von den unbekannten Objekten.

Florian: Das heißt, die nehmen den ganzen Nearspec Multiobjekt Spektrograph her und suchen

Florian: sich halt nicht nur die Stellen daraus, die interessieren, sondern machen halt

Florian: einfach mal alle Spektrograph-Schlitze auf, damit überall Licht rein kann und

Florian: tun nur das raus, was sie bekanntermaßen nicht interessiert.

Ruth: Krass. Also normalerweise, wenn man das macht, auch mit Schlitzen,

Ruth: dann schaut man ja, dass man natürlich keinen Vordergrundstern oder kein helles

Ruth: Ding da irgendwo drinnen hat.

Ruth: Das macht man sowieso. Aber jetzt haben sie quasi das ganze Feld aufgemacht und einfach nur...

Ruth: die hellen Objekte im Vordergrund quasi bedeckt. Das heißt, Sie haben ein,

Ruth: sagen wir mal, integrales Spektrum von dem ganzen Bildfeld, das Sie beobachtet

Ruth: haben, auf einmal so alles, was da drin ist, ob man es sieht oder nicht so in

Ruth: die Richtung, ob man es als kleiner Punkt irgendwie sehen kann oder nicht.

Ruth: Es ist einfach alles drin.

Florian: Genau.

Ruth: Cool. Und dann haben Sie das abgezogen, wo Sie schon wissen,

Ruth: dass der Bekannte… Naja.

Florian: Das haben Sie nicht abgezogen, da haben Sie einfach die Schlitze zugemacht.

Florian: Also 90 Prozent der Fläche von dem Spektroskop waren offen und zwischendurch

Florian: haben Sie immer wieder ein bisschen was zugemacht, damit halt die hellen,

Florian: bekannten Dinger nicht stören.

Ruth: Weil das Instrument so einen präzisen Koronagrafen hat, dass man da wirklich

Ruth: beliebig Bereiche auch abdecken kann. Das ist schon auch cool.

Florian: Das haben sie jetzt gemacht. Sie haben insgesamt 16 Einzelaufnahmen gemacht

Florian: mit dieser Technik und mit zwei unterschiedlichen Ausrichtungen.

Florian: Also sie haben zweimal dasselbe aufgenommen, aber das Teleskop dazwischen einfach

Florian: gesagt leicht verschoben und gedreht.

Florian: Warum macht man das? Weil man so zum Beispiel defekte Pixel rauskriegen kann.

Florian: Weil wenn ich eine echte Quelle irgendwo beobachte, die leuchte,

Florian: dann muss die diese Verschiebung mitmachen, vereinfacht gesagt.

Florian: Also wenn die bei der ersten Aufnahme in der Mitte vom Bild ist genau und dann

Florian: verschiebe ich das Teleskop ein bisschen rüber, dann ist die helle Quelle,

Florian: die echte Quelle danach nicht mehr in der Mitte der Aufnahme.

Florian: Wenn in der Mitte der Aufnahme der Pixel kaputt ist, dann ist er nachher immer

Florian: noch in der Mitte der Aufnahme.

Florian: Und so kann ich dann sehen, wenn irgendwas die Verschiebung nicht so mitmacht,

Florian: wie es soll, dann weiß ich, okay, das ist kein reales Drum, das ist irgendwie

Florian: defektes Drum. Also das war einer der Gründe, warum man da diese Aufnahmen durchführt.

Florian: doppelt wiederholt hat mit unterschiedlicher Ausrichtung.

Ruth: Das macht man meistens, wenn man was beobachtet.

Florian: Genau, ich sage es nochmal, diese Drehung wird nachher noch wichtiger.

Florian: Darum habe ich es jetzt nochmal explizit erwähnt, dass man das macht,

Florian: weil wir da nachher noch kurz drüber reden müssen.

Florian: So, was haben Sie jetzt gesehen? Sie haben keine schönen Bilder gesehen,

Florian: weil die macht das Ding nicht.

Florian: Sie haben ungefähr 200 bis 300 Emissionslinien gesehen.

Florian: Oder besser gesagt, Sie haben helle Stellen in den Messdaten gesehen,

Florian: weil das Zeug, was man da beobachtet hat, das war tendenziell so lichtschwach,

Florian: dass da jetzt keine schönen Regenbögen kommen oder irgendwie sowas,

Florian: sondern halt ja so helle Stellen, wo man halt sieht, okay,

Florian: da leuchtet irgendwas und das Licht, das da geleuchtet wird,

Florian: das wird durch das Spektroskop zerlegt und dann sehe ich halt,

Florian: okay, da kommt gerade besonders viel Licht.

Florian: Bei dieser Wellenlänge oder bei der anderen Wellenlänge kommt wenig Licht und

Florian: man hat gesehen, okay, da sind helle Stellen und diese hellen Stellen,

Florian: das sind die Wellenlängen, wo besonders viel Licht kommt.

Florian: Und das hat man gesehen, 200 bis 300 Emissionslinien hat man gehabt,

Florian: Also Stellen, wo man, da bei der Wellnäge kommt viel Licht.

Florian: Jetzt muss man sich das genau anschauen. Zuerst einmal haben sie diese Ausrichtungsversionen gecheckt.

Florian: Also das muss alles passend verschoben sein, damit es klar ist,

Florian: dass man wirklich eine Emissionslinie hat, was da ist und nicht einfach nur irgendwas.

Florian: Man hat geschaut, liegt es am Rand des Detektors oder ist es in der Mitte,

Florian: ist es schön. Und vor allem schauen diese hellen Stellen so aus,

Florian: wie ein Emissionslinien-Spektrum circa ausschauen sollte.

Florian: Diese Details lasse ich jetzt weg, weil da kenne ich mich erstens nicht genau

Florian: aus und zweitens ist es nicht sonderlich interessant, wie man das genau geprüft hat.

Florian: Aber am Ende hatten sie pro Ausrichtung des Zytoskops 21 Kandidaten für eine Emissionslinie.

Florian: Und jetzt hat man nochmal diese Verschiebung genutzt, weil durch die Drehung

Florian: wird das Licht, das kommt in eine andere Richtung relativ zum Himmel auseinandergezogen.

Florian: Durch die Drehung des Teleskops zwischen den beiden Aufnahmen dreht sich das

Florian: Spektrum relativ zum Himmel in eine andere Richtung.

Florian: Und dadurch kannst du quasi so Mehrdeutigkeiten ausschließen.

Florian: Also eine Kombination aus der Position und der Wellenlänge, die zur ersten Aufnahme

Florian: passt, die muss auch zur zweiten Aufnahme passen.

Florian: Und so kannst du halt sagen, okay, die potenzielle Emissionslinie aus der ersten

Florian: Aufnahme, die passt tatsächlich zur potenziellen Emissionslinie aus der zweiten

Florian: Aufnahme, weil die die Drehung genauso mitgemacht hat, wie ein Spektrum eine

Florian: Drehung des Teleskops mitmachen muss.

Ruth: Also das ist rein instrumentell. Da dreht sich in echt nichts,

Ruth: sondern das ist einfach nur Dektor-Check quasi.

Florian: Und nachdem sie alles das gemacht haben, haben sie am Ende sieben Emissionslinien gehabt.

Florian: Also sieben Dinger am Himmel, die Licht aussenden, wo bei einer Wellenlänge

Florian: besonders viel Licht kommt.

Florian: Sechs konnte man identifizieren, da waren Galaxien. Da hat man in das Jades,

Florian: deswegen habe ich es am Anfang erwähnt, hat man sich die Jades-Durchmusterung

Florian: angeschaut, die ja quasi normale Bilder gemacht hat

Florian: und hat festgestellt, okay, da wo diese helle Linie herkommt,

Florian: Da ist eine Galaxie am Himmel, wo die irgendwo erzeugt werden wird.

Florian: Bei der siebten Linie fehlt die Quelle. Da war nichts zu sehen.

Florian: Auch in der tiefsten Trades-Aufnahme war nichts.

Florian: Und diese siebte Linie, das ist die, um die es geht in dieser Arbeit.

Florian: Was ist das für eine Linie? Eine Linie bei 1,6 Mikrometer.

Florian: Das ist nahes Infrarot, was nicht überraschend ist, weil da beobachtet James Webb halt.

Florian: Ich könnte vorlesen, wo sie ist, Rektastension, Deklination,

Florian: aber ich glaube, das hilft uns allen nichts, wenn ich das vorlese.

Florian: Aber da ist auf jeden Fall nichts am Himmel, wo diese Linie herkommt.

Florian: Die ist ziemlich robust, die Linie. Die kommt in allen Ausrichtungen,

Florian: in allen Datensätzen, die auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen

Florian: worden sind. Ich glaube einmal im Oktober, einmal im November oder irgendwie so.

Florian: Also die taucht überall auf. Also die Linie, die scheint real zu sein,

Florian: aber wir wissen nicht, wo die herkommt. Das Deep Field zeigt nichts,

Florian: Shades zeigt nichts. Wir sehen nichts am Himmel vor,

Florian: das diese Linie erzeugen könnte. Nur wenn wir mit einem Spektroskop hinschauen,

Florian: dann sehen wir, okay, da ist diese Linie.

Ruth: Ja, und das ist jetzt schon einmal wirklich sehr komisch, weil normalerweise

Ruth: ist natürlich, wenn man in ein Bild schaut, hast du das ganze Licht von einem Objekt drin.

Ruth: Und wenn du ein Spektrum dir anschaust, da hast du ja das ganze Licht zerlegt

Ruth: in ganz viele verschiedene Wellenlängen.

Ruth: Das heißt, du hast bei jeder Farbe, bei jeder Wellenlänge viel weniger Licht.

Ruth: Das heißt, wenn du eine Linie siehst, ist das ja nur ein Bruchteil von dem gesamten

Ruth: Licht des Objekts. Das heißt, es sollte im Bild auf jeden Fall zu sehen sein,

Ruth: wenn ich etwas in einem Spektroskop sehe.

Florian: Ja, da werden wir später noch darüber sprechen. Aber was du sagst, stimmt auf jeden Fall.

Florian: Diese Emissionslinie ist so hell, dass die eigentlich alleine schon reichen

Florian: würde für den F-150W-Filter.

Florian: Auch da ein technisches Strom. Es ist ein Filter, der Licht sieht genau von

Florian: 1,3 bis 1,67 Mikrometer. Also genau da, wo diese Linie drin liegt.

Ruth: Darum heißt er auch 150, 1,5.

Florian: Genau. Und diese Emissionslinie, die war so hell, dass das James Webb,

Florian: wenn es quasi normal beobachtet, an der Stelle einen Lichtpunkt sehen hätte

Florian: müssen, selbst wenn das Ding nur Licht diese eine Wellenlänge aussendet.

Florian: Selbst wenn nur diese eine Wellenlänge kommt von dem Ding, was normalerweise

Florian: nicht kommt, weil es gibt auch Laser im Weltall, ja.

Florian: Aber selbst wenn es nur so ein 1,6 Mikrometer Laser gewesen wäre,

Florian: der da abgefeuert ist und nur diese eine Wellenlänge rausschickt,

Florian: selbst dann wäre das hell genug gewesen, dass das James Webb bei der Jades-Durchmusterung

Florian: dort einen Lichtpunkt sehen hätte müssen.

Florian: Hat es aber nicht und behalte es im Hintergrund.

Florian: Ich werde es nachher noch einmal aufgreifen, warum Jades da vielleicht nichts

Florian: gesehen hat. Und eine einzelne Linie ist überhaupt blöd.

Ruth: Ja, urblöd. Ich weiß ja nicht, wo das Ding ist, also wie weit weg.

Florian: Genau, genau. Das ist das Ding. Das Universum expandiert.

Ruth: Senkrecht, ja.

Florian: Wir haben eine Rotverschiebung.

Florian: Und die Position der Linien im Spektrum verschiebt sich. Und ich schiebe hier

Florian: mal kurz eine Erklärung der Linien ein, für die die es nicht ganz so parat haben.

Florian: Wenn wir so ein Spektrum haben, also Licht von einer Quelle nehmen und das aufspalten

Florian: mit einem Spektroskop, dann kriegen wir, je nachdem, was da für Material drin

Florian: ist in der Lichtquelle, kriegen wir helle und dunkle Linien,

Florian: Emissionslinien und Absorptionslinien.

Florian: Und die werden erzeugt von unterschiedlichen Atomen oder Molekülen.

Florian: Je nachdem, wie die gerade zusammengesetzt sind, wie die konfiguriert sind,

Florian: können die eben unterschiedlich viel Licht blockieren oder halt auch aussenden,

Florian: je nachdem, was sie gerade machen und die erzeugen ein charakteristisches Linienmuster

Florian: und wenn wir dieses charakteristische Muster an Linien sehen,

Florian: wissen wir, ah, okay, gut, das heißt, das ist Sauerstoff, das ist Kohlenstoff,

Florian: das ist Wasserstoff und so weiter und können dann so auch sagen,

Florian: aus was das Zeug besteht.

Florian: Und wir wissen sehr genau, wo diese ganzen Linien sind, bei welcher Wellenlinke genau die sind.

Florian: Und diese Position verschiebt sich aber, wenn sich die Lichtquelle bewegt.

Florian: Und das tun die kosmologischen Lichtquellen, weil das Universum ja expandiert.

Florian: Das bewegt sich alles von uns fort.

Florian: Das heißt, diese ganzen Linien sind verschoben. Das ist nicht neu, das wissen wir auch.

Florian: Und normalerweise nutzen wir genau das, um herauszufinden, wie weit was weg

Florian: ist. Weil wir sehen, okay, da diese Kombination aus Linien, das ist hier Sauerstoff.

Florian: Das ist irgendwie die H-Alpha-Linie, was auch immer.

Florian: und die sollte eigentlich da sein. Wir sehen sie aber dort. Das heißt,

Florian: was auch immer diese Linie aussendet, muss sich mit der Geschwindigkeit von

Florian: uns fortbewegen und damit aufgrund der kosmologischen Expansion so weit weg sein.

Florian: Das ist das Normale, was wir machen, wenn wir über die Spektroskopie und die

Florian: Rotverschiebung Entfernungen bestimmen.

Florian: Wenn ich jetzt aber nur eine Linie habe, ist das halt blöd, weil eine Linie ist halt kein Muster.

Ruth: Kann alles sein.

Florian: Das ist ein sehr langweiliges Muster und die kann man schwer identifizieren.

Florian: Wir können auch nicht sagen, wo die ursprünglich herkommt. Das kann sichtbares

Florian: Licht gewesen sein, von einem näheren Objekt, das ein bisschen verschoben worden

Florian: ist und jetzt im Infrarot gelandet ist,

Florian: kann auch ultraviolettes Licht gewesen sein, das sehr, sehr stark verschoben

Florian: ist, viel länger unterwegs war und von einer viel weiter entfernten Ringquelle

Florian: kommt. Also es kann alles sein, wir wissen es halt nicht.

Florian: Aber das hält die Wissenschaft nicht auf. Die Leute, die das Paper geschrieben

Florian: haben, haben natürlich mal probiert, diese Linie zu identifizieren.

Ruth: Ja, man kann schon sagen, welche Linie, also es gibt Linien,

Ruth: die sind stärker und schwächer.

Florian: Genau, breiter.

Ruth: Und welche Linie, genau, welche Linie ist quasi die stärkste,

Ruth: wenn die als einzige da durchkommt, dann könnte es nur die und die und die sein.

Florian: Genau, also es gibt Möglichkeiten.

Ruth: Aber trotzdem. Eine ist schaß.

Florian: Aber es gibt Möglichkeiten, wie man das zumindest untersuchen kann.

Florian: Haben die gemacht. Sie haben mal gesagt, okay, wir gehen mal davon aus,

Florian: das könnte eine Galaxie sein, eine Galaxie, in der viele Sterne entstehen.

Florian: Eine junge Sternentstehungsgalaxie, weil wenn ich da viele junge heiße Sterne

Florian: habe, dann habe ich viel Strahlung von diesen jungen heißen Sternen.

Florian: Diese Strahlung kann das ganze Gas ionisieren, das zwischen den Sternen ist.

Florian: Und wenn ich Gas ionisiere, also Elektronen wegnehme, den Atomen des Gas,

Florian: dann kriege ich Emissionslinien.

Florian: Das heißt, dann machen die genau das, was wir beobachten. Die senden Licht aus,

Florian: diese Atome, bei ganz bestimmten Wellenlängen.

Florian: Und diese Emissionslinien, die können dann vielleicht auch zu sehen sein,

Florian: wenn die Galaxie selbst unter Umständen zu schwach leuchtet.

Florian: Das war mal die Ausgangshypothese. Und haben sich angeschaut,

Florian: was wären jetzt so typische Kandidaten?

Florian: O2 zum Beispiel, Sauerstoff. Und wenn das die O2-Linie wäre,

Florian: dann müsste das Ding, von dem diese Linie kommt, eine Rotverschiebung von ungefähr 3,3 haben.

Ruth: Okay.

Florian: Ist schon ein bisschen weit weg.

Ruth: Aber nicht jetzt Ur.

Florian: Nicht Ur weit weg, genau. Aber O2 passt nicht, weil das müssten eigentlich zwei

Florian: nahe beieinander liegende Linien sein.

Florian: Und es gibt Mechanismen, wie die vielleicht irgendwie so verschmelzen können,

Florian: dass man es nicht genau erkennt und so weiter. Aber das passt da alles nicht

Florian: genau. Also O2 ist es eher nicht. Das wird man zwar erwarten von so einer Galaxie,

Florian: wo die Strahlung der jungen Sterne das Gas ionisiert, aber...

Florian: Das ist sie nicht. Das gleiche gilt für O3. Dafür müsste die Galaxie eine Rotverschiebung

Florian: von 2,2 haben, also noch ein bisschen

Florian: näher sein. Aber auch da fehlen die anderen, passt auch alles nicht.

Florian: H-Alpha ist eine ganz beliebte Linie im Spektrum vom Wasserstoff.

Florian: Und wenn das eine H-Alpha-Linie wäre, dann hätte das ein Objekt ausgesandt,

Florian: das noch näher ist, Rotverschiebung 1,4.

Florian: Ich weiß nicht, wo ist denn das ungefähr 1,4? Du weißt doch was immer auswendig.

Ruth: Was in Milliarden Lichtjahren?

Florian: Ungefähr, ja. Wie lange das Licht dann braucht zu uns?

Ruth: Keine Ahnung. 10?

Florian: Also was auch immer das ausgesandt hat, hat dann ungefähr 10 Milliarden Jahre gebraucht bis zu uns.

Florian: Aber wenn das eine Halferlinie wäre, dann müsste das eine sehr ungewöhnliche

Florian: Galaxie sein, die das Licht erzeugt.

Florian: Weil du kannst natürlich ausrechnen, wie muss eine Galaxie aussehen,

Florian: wo die Wasserstoffwolken zwischen den Sternen genauso stark angeregt werden,

Florian: dass wir eine Emissionslinie kriegen, genau mit der Stärke, wie sie bei uns

Florian: ankommt und so weiter. Das kann man alles simulieren und machen.

Florian: Und dann kommt raus, du brauchst eine Galaxie, wo 0,2 Sonnenmassen pro Jahr

Florian: neu an Sternen entstehen.

Florian: Aber diese Galaxie darf maximal eine Million Sonnenmassen haben.

Florian: Also es ist eine sehr, sehr kleine Galaxie mit vergleichsweise extrem starker Sternentstehung.

Florian: das wäre eher ungewöhnlich, sowas zu haben. Also passt auch nicht ganz H-Alpha.

Florian: Bleibt noch übrig, Leimen-Alpha, das ist auch eine andere Wasserstofflinie.

Florian: Und Leimen-Alpha, da wird spannend.

Ruth: Die stärkste überhaupt.

Florian: Genau, die stärkste überhaupt. Und da wird spannend, weil wenn das eine Leimen-Alpha-Linie

Florian: ist, dann muss das Objekt, das das ausgesandt haben, eine Rotverschiebung von 12,2 haben.

Ruth: Hui, na, das zahlt sich schon aus.

Florian: 12,2, das heißt, Das Ding sehen wir zu einer Zeit, wo das Universum selbst erst

Florian: ungefähr 400 Millionen Jahre alt war.

Ruth: Ja, das geht schon so in die Richtung von den frühesten Galaxien, die wir kennen.

Florian: Genau, und das ist ja unter anderem eines der Forschungsziele von James Webb.

Florian: Die wollen ja genau in dieses Dark Age quasi reinschauen, also in die Zeit,

Florian: bevor es Sterne und Galaxien in der Form so gab.

Florian: Und wenn das wirklich so ist, also wenn das wirklich Lyman Alpha ist,

Florian: mit einer Rotverschiebung, die so extrem ist, dann ist es auch kein Wunder,

Florian: dass wir die anderen Linien nicht sehen.

Florian: Weil die sind so weit verschoben, dass wir sie mit den Filtern vom James Webb

Florian: gar nicht mehr registrieren. Also die verpassen wir halt einfach.

Ruth: Ja, und außerdem ist die Leumen Alpha halt auch viel stärker als alle anderen.

Ruth: Das heißt, du siehst da die Spitze vom Eisberg, mehr oder weniger,

Ruth: und den Rest siehst halt gerade nicht mehr.

Florian: Aber wir haben trotzdem noch ein Problem. Denn, also diese Zeit,

Florian: die interessiert das James Webb sehr, sehr stark. Also dieses Dunkle Zeit,

Florian: oder das Ende des Dunklen Zeit, also die Realisationsepoche, wie es heißt.

Florian: Weil damals war noch enorm viel neutraler, Wasserstoff im Universum.

Florian: Also ganz normale Wasserstoffatome mit einem Atomkern und einem Elektronen draußen

Florian: rum, weil da noch keine Sterne waren, die mit ihrer Strahlung diesen Wasserstoff

Florian: ionisiert hätten können, also die Elektronen aus der Hülle rausschlagen können.

Ruth: Anstupsen.

Florian: Genau, die gab es nicht, diese Sterne, deswegen war der Wasserstoff neutral.

Florian: Der neutrale Wasserstoff, der mag Leimen-Alpha-Licht super gern.

Ruth: Sehr, sehr gern.

Florian: Der nimmt das super gerne auf, absorbiert das. Das passt wunderbar zu der Struktur,

Florian: der Atomstruktur von neutralem Wasserstoff.

Florian: Der absorbiert das Leimen-Alpha-Licht und gibt es natürlich wieder ab,

Florian: aber halt in irgendwelche Richtungen. Der streut das durch die Gegend.

Florian: Das heißt, das Leimen-Alpha-Licht kommt eigentlich nicht durch den neutralen

Florian: Wasserstoff durch. Wir sollten es nicht sehen aus der Entfernung.

Florian: Aber könnte es sein, dass da noch irgendwelche anderen Galaxien rumhängen.

Florian: heiße, junge Galaxien, wo halt schon Sterne sind, die den Wasserstoff ionisieren

Florian: und durchlässig machen für das Leimenlicht. Also, dass unsere unbekannte Quelle

Florian: quasi eine durchlässige Blase aus ionisierten Wasserstoff ist.

Florian: Diese ionisierte Blase muss aber groß genug sein. Die muss ausreichend groß

Florian: sein, damit dieses Leimenlicht, wenn es am Ende der Blase ankommt,

Florian: durch die Expansion des Universums schon ausreichend stark verschoben ist,

Florian: dass es dann quasi nicht mehr aufgehalten wird.

Florian: Dann kommt es durch. Das Problem ist, die Quelle selbst, die ist so lichtschwach,

Florian: die muss so lichtschwach sein, weil man es hat was gesehen, dass sie selbst

Florian: keine ausreichend große Blase erzeugen kann. Und man hat auch nicht mehr Kalexien

Florian: irgendwo in der Umgebung nachgewiesen. Passt auch nicht ganz.

Florian: Und vor allem ist diese einzelne Linie, die wir da sehen, die ist auch eben,

Florian: Leiman Alpha ist eine starke Linie, aber die ist ungewöhnlich stark im Verhältnis

Florian: zum sonstigen Licht, also zum Kontinuum von dieser Quelle.

Florian: Also wir wissen nicht, was da abgeht genau. Man bräuchte wirklich eine extrem

Florian: junge Sternpopulation, wirklich extrem junge Sterne, die noch so gut wie überhaupt

Florian: keine schweren Elemente haben, weil du brauchst nämlich andere Atome,

Florian: Atomsorten, damit du andere Linien kriegst.

Florian: Dieses Kontinuum, über das sich dann die helle Emissionslinie erheben kann.

Florian: Du müsstest einerseits erklären, warum ist die Linie so extrem stark,

Florian: warum sind da keine anderen Elemente, die andere Linien erzeugen und wie kommt die überhaupt durch.

Florian: Also wissen wir alles nicht. Es passt alles nicht. Also Lyman Alpha passt noch

Florian: am besten, aber auch das passt nicht wirklich gescheit. Was könnte uns noch

Florian: helfen, das zu erklären?

Florian: Eines der Dinger, die du erforscht hast.

Ruth: Black Hole Stars.

Florian: Ja, oder aktive Galaxienkerne. Aktive Galaxienkerne, die können Emissionslinien

Florian: antreiben, wenn man so will, weil so ein aktiver Galaxienkern, also

Florian: ein supermassereicher schwarzes Loch im Zentrum der Galaxie,

Florian: von denen wir seit letzter Folge wissen, dass sie schon früher entstehen können,

Florian: als wir dachten, oder schneller entstehen können, als wir dachten,

Florian: diese großen schwarzen Löcher, die können Emissionslinien.

Florian: Jede Menge Material in ihrer Umgebung sehr stark beschleunigen.

Florian: Das ganze Gas und was auch immer da ist, wirbelt da rundherum um das supermassereiche schwarze Loch,

Florian: bildet eine Akkretionsscheibe und weil das Zeug so viel rundherum wirbelt,

Florian: erzeugt sehr viel Strahlung, die auch wunderbar Zeug ionisieren kann und halt

Florian: auch stärker ionisieren kann.

Florian: Bei einem normalen aktiven Galaxienkern wird das auch wieder zusätzliche Emissionslinien

Florian: machen, die man aber nicht sieht. Der fällt weg.

Florian: Was funktionieren könnte, wäre ein veränderlicher aktiver Galaxienkern.

Florian: Also der aktive Galaxienkern, der hat quasi schon aufgehört,

Florian: aktiv zu sein, weil gerade kein Gas da ist, das rumwirbelt und deswegen die

Florian: Strahlung erzeugt. Das heißt, der hat aufgehört.

Florian: Deswegen ist alles andere, was Linien erzeugen könnte, schon schwächer.

Florian: Aber irgendwo eine weit entfernte Gaswolke, wo die Strahlung des aktiven Galaxienkerns

Florian: von früher noch unterwegs hin ist, die könnte jetzt gerade noch anfangen zu leuchten.

Florian: Ich hoffe, es ist klar, wie ich es meine. Man kann es sich anders,

Florian: besser vorstellen. Das ist dasselbe, nur quasi anders formatiert.

Florian: Du hast einen aktiven Galaxienkern und außerhalb der Galaxie,

Florian: wo der aktive Galaxienkern drin ist, hängt auch noch irgendwo eine große Gaswolke rum.

Florian: Und jetzt strahlt dieser aktive Galaxienkern aus seiner Galaxie raus mit seiner

Florian: Strahlung und trifft diese Gaswolke von anderswo.

Florian: Dort kommt die Emissionslinie raus und die Linien, die von der Galaxie selbst

Florian: kommen würden, die sehen wir nicht, weil wir da nicht hingeschaut haben.

Florian: Das ist quasi dasselbe wie vorher. Vorher ist es quasi in der Galaxie,

Florian: da hat halt der Kern aufgehört, die Strahlung ist quasi schon weg,

Florian: aber weil die halt noch immer unterwegs ist, trifft die halt erst später auf

Florian: die Wolke, die dann die Emissionslinie erzeugt.

Florian: Aber auch da, ich sage es gleich, bevor wir da zu weit ins Detail gehen,

Florian: auch da passt alles nicht so genau. Die Linienbreite, andere Linien,

Florian: also die ganzen Details, wenn wir es wirklich durchrechnen, passt alles nicht

Florian: zu dem, was wir wirklich sehen.

Ruth: Ja, und es klingt ja auch schon so ein bisschen...

Florian: Ja, sehr konstruiert. Ja, klar, weil die sind da gesessen, haben diese deppelte

Florian: Linie gehabt und sich alles ausgedacht, was es nur sein könnte.

Florian: und das passt aber auch nicht.

Florian: Jetzt kommen wir zu dem zurück, was ich am Anfang gesagt habe.

Florian: Du hast gesagt, es ist sehr, sehr ungewöhnlich, dass man im normalen Licht nichts sieht.

Ruth: Ja, voll. Das ist eigentlich das Hauptproblem.

Florian: Oder? Ja, genau. Aber wenn man sich anschaut, also die Bilder aus der Trades-Durchmusterung,

Florian: die sind im Oktober 2022 und im August, November 2023 aufgenommen worden.

Florian: Also bevor man diese Beobachtung gemacht hat, von der wir die ganze Zeit reden, der Emissionslinie.

Florian: Und vielleicht sieht man deswegen nichts, weil was auch immer leuchtet,

Florian: erst angefangen hat zu leuchten, nachdem die Jades durch Musterung gemacht worden ist.

Ruth: Naja, ich weiß nicht. Und so hell und so plötzlich und genau jetzt,

Ruth: genau wo wir hinschauen.

Florian: Ja, wir diskutieren das durch. Also auch das haben sie noch im letzten Teil

Florian: ihrer Arbeit durchdiskutiert.

Florian: Was könnte es sein? Es könnte so ein Flair-Stern sein, irgendein Stern in der

Florian: Milchstraße, der plötzlich aufleuchtet. aus welchen Gründen auch immer,

Florian: eine Nova, was auch immer, kann sein. Aber da kann natürlich eine sehr starke

Florian: Wasserstofflinie wie die Leimann-Linie rauskommen.

Florian: Aber da müssten fix auch andere Wasserstofflinien dabei sein.

Florian: Das geht physikalisch nicht anders.

Florian: Also passt nicht. Supernova, eine Supernova 2N. Supernova 2N ist so eine spezielle

Florian: Kernkollab-Supernova. Die Details sind jetzt auch nicht relevant.

Florian: Also eine spezielle Art von Supernova, von der wir wissen, dass es sie gibt.

Ruth: Habe ich auch noch nie gehört, 2N.

Florian: Ja, gibt es aber. Die müsste nicht mal bei uns in der Milchstraße stattgefunden

Florian: haben, sondern die könnte auch bei Z0,25 sein, also so quasi eine nähere Umgebung von uns.

Ruth: Naja, schon ordentlich, also 0,25 ist dann schon nicht mehr ganz so nah.

Florian: Ja, aber das hat man kosmologisch gesehen.

Ruth: Aber genau, nicht Rotverschiebung 12.

Florian: Ja, genau.

Florian: Also es ist schon weit weg, aber jetzt im ganzen Kontext von dem,

Florian: was wir besprochen haben, schon näher. Das könnte passen, die könnte sowas erzeugen.

Florian: Das wäre dann die Paschen-Beta-Linie. Das ist wieder so eine andere Wasserstoff-Atom-Spektrallinien-Serie.

Florian: Aber dann wäre es nicht die Leimann-Alpha-Linie, dann wäre es die Paschen-Beta-Linie des Wasserstoffs.

Florian: Und dann müsste es aber dazu auch noch eine Paschen-Gamma-Linie geben.

Florian: Also da müsste auch noch eine andere Linie dabei sein.

Florian: Aber vielleicht ist die durch Staub verdeckt, haben sie gesagt.

Florian: Das wäre eine Erklärung dafür.

Ruth: Aha ja, und Beta nicht, oder was?

Florian: Ja, genau.

Ruth: Naja, Geschichtl, Geschichtl.

Florian: Die letzte Möglichkeit, die Sie aufgerichtet haben, wäre Tidal Disruption,

Florian: ein Stern, der zerrissen wird.

Florian: Ein Stern, der zerrissen wird, weil er einem schwarzen Loch zu nahe gekommen ist.

Florian: dann kriegst du natürlich eine starke, weil das ganze Zeug wird aufgeheizt.

Florian: Also wenn der Stern da auseinandergerissen wird, wird das ganze Material sehr

Florian: stark aufgeheizt, fängt zu leuchten an und da kriegst du natürlich starke Wasserstoffemissionen,

Florian: starke Halferemissionen.

Florian: Das kommt da auf jeden Fall raus und du könntest auch den ganzen Rest unterdrückt

Florian: kriegen, weil der Staub, der da auch noch mit dabei ist, wenn so ein Stern zerrissen

Florian: wird, das ganze andere Zeug, könnte den Rest unterdrücken.

Florian: Das war auch noch eine Möglichkeit, die sie gesagt haben. Aber sie haben jetzt

Florian: nicht gesagt, es ist irgendwas davon. Sie haben nur einfach mal alles aufgelistet

Florian: und auch da gesagt, es passt auch da nicht perfekt.

Ruth: Warum es nicht geht.

Florian: Vor allem, wie doch gesagt, das muss auch ein Zufall sein. Und wenn man jetzt

Florian: so mit diesen veränderlichen Events anfängt, kriegt man auch Probleme.

Florian: Weil wir wissen, dass es viele so transient Phänomene gibt im Universum.

Florian: Also das heißt, etwas, was halt nur kurz da ist, kurz leuchtet und dann aufhört,

Florian: gibt es jede Menge davon.

Florian: Aber zwischen den beiden Aufnahmen, die gemacht worden sind,

Florian: wir haben ja immer die eine Ausrichtung und die andere gemacht,

Florian: zwischen den beiden Aufnahmen waren 88 Tage.

Ruth: Ah, schon viel, okay.

Florian: Es gibt auch Transients, die so lange dauern, aber die viele auch nicht.

Florian: Also das Paper war sehr interessant und das Fazit am Ende war tatsächlich, wir wissen es nicht.

Ruth: Wir haben keine Ahnung.

Florian: Genau, wir wissen nicht, wo dieses Zeug herkommt, was diese eine helle Emissionslinie erzeugt hat.

Florian: Wir wissen es nicht. Ich meine, ja, man kann nachschauen, man wird nachschauen.

Florian: Eine Idee, die Sie gesagt haben, wie man da nachschaut, die liegt auf der Hand.

Florian: Wir suchen uns wirklich einen kleinen Himmelsausschnitt, einen kleinen Ausschnitt

Florian: nur um diese Quelle rundherum, um diese Stelle, wo was sein sollte und die zerlegen

Florian: wir wirklich Punkt für Punkt, machen wir das Spektren.

Florian: Punkt für Punkt gehen wir durch, hochauflösend durch diese Region,

Florian: wo das Licht herkommt, machen Spektrum, Spektrum, Spektrum, der Reihe nach und

Florian: schauen, was ist da, weil dann finden wir die Quelle, die Nachbargalaxien,

Florian: was auch immer da ist, das kann man machen.

Florian: Problem ist, es.

Ruth: Braucht urviel Zeit.

Florian: Ja klar, es braucht urviel Zeit. Und wenn es tatsächlich ein veränderliches

Florian: Phänomen war, dann findet man erst wieder nichts. Dann ist es vielleicht vorbei.

Ruth: Ja super, urviel Zeit verbraucht. Die ganzen anderen Leute, die sich mit echten,

Ruth: realen Galaxien beschäftigen, kriegen keine Zeit.

Ruth: Und dann die, na das ist schon interessant auf jeden Fall. Klar,

Ruth: wir wollen wissen, was das war.

Ruth: Und es ist aber schon so, dass es einfach, dass es wirklich zweifelsfrei eine

Ruth: echte Detektion war und kein, weil das klingt so nach einem Detektor-Ding,

Ruth: oder? Das klingt irgendwie so.

Florian: Man weiß es nicht, vielleicht ist es dieselbe Geschichte wie damals bei den,

Florian: was war das, dieses komische Phosphin in der Venus-Atmosphäre,

Florian: wo man auch gesagt hat, das ist fix detektiert und wir müssen jetzt rauskriegen,

Florian: wo dieses Zeug herkommt, dieses Biomolekül.

Florian: Und dann später hat man festgestellt, na, wir hätten es doch irgendwie anders

Florian: bearbeiten müssen. Also kann auch sein, dass wir in ein paar Wochen,

Florian: Monaten, Jahren feststellen oder irgendwer andere vermutlich feststellt,

Florian: ja, Leute, eure spektakuläre Emissionslinie war halt doch nur ein Messfehler.

Florian: Ist immer möglich. Aber die haben sich wirklich Mühe gegeben zu schauen,

Florian: dass das nicht der Fall ist.

Ruth: Okay, we will see. Sie werden es bestimmt natürlich nochmal beobachten,

Ruth: beziehungsweise zumindest beantragen. Schauen wir mal, ob sie dann noch Zeit

Ruth: bekommen oder ob andere Dinge doch wichtiger sind als eine Halloween-Geister-Emissionslinie.

Florian: Ja, es ist auch so schön orange, wenn man es in den klassischen Filtern darstellt.

Ruth: Es ist immer alles schön orange.

Florian: Es ist eine schöne Halloween.

Ruth: 1,6 Mikrometer sind es ja. Das ist weil es Infrarotlicht ist,

Ruth: darum ist es so schön orange.

Ruth: Ja, spannend. Ich habe die Schlagzeilen irgendwie so peripher mitgekriegt,

Ruth: aber da haben wir gedacht, ich beschäftige mich da gar nicht damit.

Ruth: weil das ist dann immer so ein unbekanntes Signal,

Ruth: Aber eigentlich eine interessante Geschichte, ja.

Florian: Ja, und ich habe gedacht, ich schaue mir die auch mal an, diese Schlagzeilen,

Florian: weil meistens ist irgendwas so unbekanntes.

Florian: Aber dann die ganze Detektivgeschichte quasi, die es war, habe ich gedacht,

Florian: die kann man auch schön nutzen, dass man wirklich mal, naja,

Florian: das macht, was halt in den klassischen Zeitungsartikeln oder Medienberichten

Florian: zu dem Thema nicht gemacht wird.

Florian: Das wird wirklich mal mit Spektroskopie und dem Ganzen anfangen und das unserer

Florian: Hörerschaft mal nahe bringen, damit sie jetzt auch Bescheid weiß,

Florian: wie das mit der schlitzlosen Spektroskopie funktioniert.

Ruth: Und dem Corona-Graf.

Florian: Genau, was ihr jetzt wisst.

Ruth: Ja, sehr schön. Gute Geschichte.

Florian: Und wir haben Fragen, die ein bisschen dazu passen. Zumindest eine Frage haben wir dazu.

Florian: Wie wolltest du dich vorlesen? Die Frage, weil sie fängt an mit,

Florian: liebe Star-Astronomin Ruth, liebe Evi, lieber Florian.

Ruth: Den nehmen wir immer gerne, diese Fragen.

Florian: Und sie kommt von Peter. Und Peter hat sie geschickt anlässlich der Folge 157.

Florian: Das war, glaube ich, die Folge vor unseren Sommerfolgen, wo du über die Red

Florian: Dots gesprochen hast, beziehungsweise da ging es um Rotverschiebung.

Florian: Und Peter hat sich da gefragt, weit entfernte Sterne und andere Materie strahlen

Florian: ja nicht nur für Menschen sichtbar im Spektrum Licht aus, sondern vielleicht

Florian: auch ultraviolettes Licht und noch kurzwelligere elektromagnetische Strahlung, Röntgen und so.

Florian: Kann das durch die Rotverschiebung sichtbares Licht werden?

Florian: Wurde das schon beobachtet? Oder müsste es dazu so viel weiter ins Rot verschoben

Florian: werden, als es bisher je vorkam? Also wir haben den Fall gehabt,

Florian: dass jetzt UV-Licht vielleicht aus dem frühen Universum so weit rot verschoben

Florian: wurde, dass es jetzt bei uns im Infrarot angekommen ist.

Florian: Aber er fragt, also UV, das haben wir jetzt geklärt, aber er fragt,

Florian: kann vielleicht noch kurzwilligere Strahlung, kann Röntgen und so weiter,

Florian: kann Röntgenlicht durch Rotverschiebung sichtbares Licht werden oder ist unser

Florian: Universum zu klein für sowas?

Ruth: Ui, boah, ich glaube Röntgenlicht ist zu klein.

Florian: Ja, hätte ich auch gesagt.

Ruth: Also das geht sich jetzt dann nicht mehr aus, das müsste man sich ausrechnen.

Ruth: Aber ja, Peter, genau, das ist genau der Case für Infrarotastronomie.

Ruth: Das ist genau der Case für Infrarot-Weltraumteleskope.

Ruth: Ab einer Rotverschiebung von ungefähr sechs kannst du das frühe Universum nicht

Ruth: mehr im sichtbaren Licht sehen, weil sich das ganze Licht, das die Galaxien

Ruth: abgeben, in ihrem Restframe, in ihrer lokalen Realität,

Ruth: schon über unser sichtbares Licht hinaus ins Infrarote verschoben hat.

Ruth: Das heißt, du kannst nur mit einem Infrarot-Teleskop dann das UV-Licht,

Ruth: sagen wir mal, von den jungen Sternen in frühen Galaxien überhaupt sehen.

Ruth: Also das ist nicht nur schon passiert, sondern das ist quasi gang und gäbe.

Ruth: Das ist die Art und Weise, wie wir

Ruth: die ersten Galaxien im frühen Universum überhaupt nur beobachten können.

Florian: Genau. Und wenn du aufgepasst hast, Peter, wir haben vorhin über die Leimen-Alpha-Linie

Florian: gesprochen. Leimen-Alpha ist ultraviolettes Licht.

Florian: Und das ist jetzt, wenn es so war, durch die Expansion des Universums bis ins

Florian: Infrarote verschoben worden.

Florian: Und dieses Leimen-Alpha-Licht, das kam dann, wenn es da wirklich gekommen ist,

Florian: aus einer Zeit, wo das Universum 400 Millionen Jahre alt war.

Florian: Wenn das noch hoch energetischeres Licht wäre, dann hätte das quasi noch früher

Florian: passieren müssen. Aber da ist kein Platz mehr früher im Universum,

Florian: wo irgendwas ist, was leuchten kann. also,

Florian: Da wird es dann wirklich schwierig.

Ruth: Ja, und vor allem das Licht, das noch kurzwelliger ist als dieses Lime,

Ruth: oder eigentlich ist es diese Lime-Kante, diese berühmte Lime-Break.

Ruth: Alles, was noch kurzwelliger ist, wird sowieso von dem gierigen Wasserstoff

Ruth: im Universum absorbiert. Das heißt, das kommt überhaupt nicht durch.

Ruth: Wenn du jetzt dir da denkst, kürzeste, kurzwelligste Licht, das wir überhaupt

Ruth: quasi durchs Universum durch beobachten können, weil es durchkommt,

Ruth: ungefähr bei tausend Angströmen.

Ruth: Ja, jetzt habe ich mir gerade überlegt, ob ich die Einheiten-Diskussion aufmachen

Ruth: soll oder ob ich das noch irgendwie auf eine vernünftigere Einheit hinkriege. Wie auch immer.

Ruth: Also wenn du denkst, eine Rotverschiebung 6 bedeutet ja einfach 6 mal 6,

Ruth: ein Faktor. Das ist einfach nur 6-fach verschoben. Das heißt,

Ruth: du kommst dann bei dem Licht an, dass ungefähr 1000 Angst drüben war.

Ruth: das sichtbare Licht, rotes Licht, ist bei ungefähr 6.000. Das heißt,

Ruth: wenn du das mit dem Faktor 6 bist du schon 7.000, bist du schon außerhalb des sichtbaren Bereichs.

Ruth: Und da geht es dann eben los, dass ab einer Rotverschiebung von 6,

Ruth: das richtig interessante, junge Universum, dann einfach wirklich das kurzwelligste

Ruth: Licht, das wir kriegen, schon jenseits unseres sichtbaren Bereichs liegt.

Florian: Ja, das ist so, Peter, und ich hoffe, die Frage ist beantwortet.

Florian: Dann haben wir eine Frage bekommen von Marc und die bezieht sich eigentlich

Florian: auf eine ganz alte Folge, aber sie passt auch zu der Einleitungsgeschichte, die ich erzählt habe.

Florian: Marc bedankt sich für den tollen Podcast.

Florian: Und hört unsere Folgen alle gerade nach. Er hat Folge 46 gehört,

Florian: da haben wir anscheinend über Weltraumschrott gesprochen.

Florian: Und er ist gestolpert über unsere Aussage. Ich weiß nicht, wer es da gesagt

Florian: hat, aber anscheinend hat irgendwer von uns gesagt, es wäre nachhaltig,

Florian: Satelliten durch Verglühen in der Atmosphäre zu entsorgen.

Florian: Er sagt, es scheint ihm angesichts der massiven Menge von Satelliten überholt.

Florian: Und er hat uns auch eine wissenschaftliche Arbeit geschickt aus dem Jahr 2024,

Florian: wo es darum ging, dass das Zeug, das jetzt zum Beispiel von diesen ganzen Satelliten

Florian: kommt, in diesen Megakonstellationen, Starlink und so weiter,

Florian: wo ja wirklich zehntausende Dinger hochfliegen und dann auch alle wieder runterkommen

Florian: und in der Atmosphäre verglühen und aus dem Material, das da verglüht,

Florian: entstehen dann so Aluminiumoxid-Nanoteilchen.

Florian: Und in dieser Arbeit haben die halt gezeigt, naja, das könnte ein Problem für

Florian: unsere Ozonschicht werden, wenn so viel Aluminiumoxid da rumfliegt.

Florian: In deren Szenarien war das Eintrag von 360 Tonnen Aluminiumoxiden pro Jahr.

Florian: Und sie haben gesagt, das ist nicht ganz so gut für unsere Ozonschicht.

Florian: Und da hatten die natürlich recht.

Florian: Also hat auch Marco recht. Jetzt angesichts dieser wirklich vielen,

Florian: vielen, vielen Zitaliten, die wir haben, ist es immer noch besser,

Florian: die verglühende Atmosphäre, als die knallen einfach alle irgendwo hin auf die Erde.

Ruth: Oder auch besser, als sie bleiben als Weltraumschrott in der Umlaufbahn, unkontrolliert.

Ruth: Also vielleicht war auch, ich frage mich gerade, ob es da...

Ruth: ob da tatsächlich auch nur von unserer Atmosphäre die Rede war.

Ruth: Weil das werden ja zum Beispiel auf anderen Planeten Raumsonden auch auf die

Ruth: Art und Weise entsorgt, dass sie in die Atmosphäre des Planeten stürzen. Cassini zum Beispiel.

Florian: Ja gut, das ist aber wurscht. Wenn da eine Sonde im Saturn fällt.

Ruth: Das ist wurscht. Und vielleicht haben wir das gesagt, dass das die nachhaltige Art und Weise ist.

Florian: Satelliten zu entsorgen. Also dass wir nicht auf den Monden drauf fliegen,

Florian: sondern in die Atmosphäre.

Ruth: Genau.

Florian: Aber ich habe das als Ansatz genommen, um mal kurz zu schauen,

Florian: was man nicht tut. Ich meine, das Problem ist ja real, sowohl des Weltraumschrottes

Florian: als auch des Zeugs, das in der Atmosphäre verglüht und da irgendwelche Stoffe

Florian: reinbringt, die wir nicht haben wollen oder halt einfach runterfällt.

Florian: Jetzt haben wir aber kurz geschaut, wie es so aktuell ausschaut mit Weltraumschrott

Florian: oder Satellitenentsorgung.

Florian: Und was kann man machen? Man kann das machen, was man auch hier bei uns auf

Florian: der Erde macht, wenn wir Müll vermeiden wollen.

Florian: Man kann recyceln zum Beispiel. Also es gibt tatsächlich eine Firma,

Florian: das ist von Januar 2026, da hat die ESA eine Firma in UK,

Florian: beauftragt, AstroScale, den Auftrag zur Entwicklung des weltweit ersten In-Orbit

Florian: Refurbishment und Upgrade Service.

Florian: Also das mal, was sie wirklich, die Satelliten im Weltall vereinfacht gesagt

Florian: repariert, Solarzellen wartet, Sachen austauscht, damit die halt nicht kaputt

Florian: gehen und runterfallen müssen.

Ruth: Ja, das wäre schon einmal sowieso überhaupt der allerbeste Ansatz, oder?

Florian: Oder man kann, und das finde ich die schönste Version, also man kann entweder

Florian: alles neu weiterverwenden, wenn es da geht. Die Technik muss man erst entwickeln,

Florian: das ist Forschung, die gerade passiert.

Florian: Aber man könnte auch schauen, dass man einfach nachhaltig baut, die Satelliten.

Florian: damit sie eben nicht diesen Dreck in der Atmosphäre erzeugen,

Florian: den sie sonst erzeugen würden. Und was macht man, wenn man nachhaltig baut hier auf der Erde?

Ruth: Holz.

Florian: Holz, ja, wir können Satelliten aus Holz machen. Es gibt Holzsatelliten.

Florian: Die japanische Raumfahrtagentur hat im Dezember 2024 von der Raumstation Satelliten

Florian: ausgesetzt und einer davon war Lignosat, ein Holzsatellit.

Florian: Also der war jetzt nicht komplett aus Holz, da war schon ein bisschen anderes

Florian: Zeug auch dabei, weil irgendwie soll ja auch was machen, der Satellit.

Florian: Aber tatsächlich, das funktioniert. Also es funktioniert. Man kann,

Florian: das war ein kleiner Cube-Set in dem Fall, aber man kann Satelliten auch aus

Florian: Holz bauen. Es wird weiter erforscht mit Sicherheit, aber vielleicht können

Florian: wir dann irgendwie auch mal größere Trümmer bauen.

Florian: Man darf sich das jetzt nicht irgendwie so zusammengeschreinert vorstellen, irgendwelche Planken.

Florian: Der Werkstoff ist Holz, aber es ist jetzt nicht so, dass die Raumfahrtagenturen,

Florian: mit Hobel und Hammer und Nägeln arbeiten.

Ruth: Ich weiß nicht, ich glaube, Raketen selber könnten wir vielleicht,

Ruth: naja, die oberen Stufen könnten wir vielleicht auch aus Holzplatten, was auch immer, Press.

Florian: Spahn. Es gibt Möglichkeiten, Marc, um das zu klären.

Ruth: Sehr interessant, ja.

Florian: Ein kurzer Nachdenkmal. Peter hat, sehe ich gerade, in seiner E-Mail auch gefragt,

Florian: gibt es von Florians Buch Gravum eigentlich auch ein Hörbuch?

Florian: Nein, gibt es nicht, Peter. Das war das erste Buch, was ich gemacht habe.

Ruth: Da warst du noch nicht so berühmt, da hast du noch nicht, ja.

Florian: Ja, und da hat auch keiner ein Hörbuch gemacht davon. Also ich glaube,

Florian: das gibt es nicht als Hörbuch. Also würde mich überraschen, wenn es gibt.

Florian: Ich weiß zumindest nichts davon. Vielleicht hat es irgendwer einfach irgendwo

Florian: hingelesen. Das kann sein, aber ich weiß von nichts.

Ruth: In einem Plastiksacker zum später Anhören.

Florian: Und noch eine Frage von Michael an dich, Ruth. Ich gebe es einfach an dich weiter,

Florian: weil es geht um Little Red Dots und da hast du schon zweimal drüber gesprochen,

Florian: letzte Folge und vor dem Sommer.

Florian: Er schreibt, zu den Little Red Dot Spektren wurde gesagt, dass dort Sauerstoff

Florian: und Eisen gesehen wurde.

Florian: Und Michael fragt sich jetzt, wo diese Elemente herkommen, weil das Spektrum

Florian: ja aus einer sehr frühen Zeit im Universum stammt.

Florian: Sind die Little Red Dots etwa jünger als die erste Generation an Sternen?

Florian: Über eine Antwort würde er sich freuen und ich hoffe, du kannst es ihm geben.

Ruth: Wie jünger? Wieso? Wenn sie schwere Elemente enthalten.

Florian: Müssen sie sehr älter sein. Ja, habe ich mir auch gedacht. Wo kommt das Zeug her?

Ruth: Natürlich kommt das Zeug, wenn es da ist, aus Sternen. Es gibt keine andere Möglichkeit.

Ruth: Es muss aus Sternen kommen und es muss aus der ersten Sterngeneration kommen.

Ruth: Es ist so, dass diese Little Red Dots zwar früh im Universum sind, sehr früh.

Ruth: Wieder mal diese paar hundert Millionen Jahre, um die es da geht,

Ruth: aber da war auf jeden Fall in den allermeisten Bereichen des Universums waren

Ruth: keine schweren Elemente da.

Ruth: Aber es gab ganz geringe Mengen an schweren Elementen sehr wohl und zwar nämlich

Ruth: schon sehr früh. Und das ist ja auch das, was uns überrascht hat in den Beobachtungen von James Webb.

Ruth: Das ist tatsächlich, ich meine ganz so überraschend ist es auch nicht,

Ruth: weil man rechnet damit, dass die allerersten Sterne so ungefähr ein paar Dutzend

Ruth: Millionen, 100 Millionen Jahre nach dem Urknall entstehen.

Ruth: Und wenn du deine Galaxien 500 Millionen Jahre nach dem Urknall hast,

Ruth: dann hast du 400 Millionen Jahre an Sternmaterial.

Ruth: Und diese Riesensterne, die diese schweren Elemente erzeugen,

Ruth: diese gigantischen Riesensterne, die leben ja nur ein paar Millionen Jahre.

Ruth: Das heißt, du hast da schon einiges an Sternelementerzeugungsmaschinerie am

Ruth: Laufen gehabt, aber eben nur in den aller...

Ruth: dichtesten Bereichen des Universums, da wo wirklich quasi als erstes die Strukturbildung

Ruth: und die Sternentstehung losgegangen ist.

Ruth: Also es ist schon etwas Unübliches, so früh im Universum schwere Elemente zu

Ruth: detektieren, aber es gab sie natürlich schon und sie kamen aus den aller,

Ruth: aller, allerersten Sternen.

Ruth: Und diese Red Dots sind zwar so, wie wir jetzt mittlerweile wissen oder so gut

Ruth: wir wissen, vermuten, die.

Ruth: Ersten Seeds der supermassereichen schwarzen Löcher, die sich da im frühen Universum

Ruth: schon jenseits der ersten Galaxien oder knapp außerhalb vielleicht sogar der

Ruth: ersten Galaxien gebildet haben, aber sie sind nicht so die ganz allerersten Dinger.

Ruth: Da gab es eben, damit das auch funktioniert, wie wir in meiner letzten Folge,

Ruth: in der letzten Folge besprochen haben, damit das funktioniert,

Ruth: muss UV-Licht von ganz, ganz jungen riesen Megasternen vorhanden sein,

Ruth: damit das überhaupt funktioniert, dass sich die bilden.

Ruth: Das heißt, es gibt da schon so die allerersten Superpioniere der Sternengeschichte,

Ruth: die als allererste Sterne entstehen und riesenfette Megasterne,

Ruth: die dann eben auch das UV-Licht produzieren und die ersten schweren Elemente

Ruth: und so weiter, die man dann in diesen Red Dots dann auch schon tatsächlich schon

Ruth: detektiert. Macht das so ungefähr Sinn?

Florian: Ich glaube schon. Ja, also ich fand das durchaus sinnvoll und ich hoffe Michael

Florian: auch. Ansonsten kann er sich ja nochmal melden bei uns.

Florian: Und ihr könnt euch auch melden, wenn ihr Fragen habt. Schickt sie uns an fragen.at

Florian: und dann geben wir unser Bestes, sie zu beantworten.

Florian: Und jetzt haben wir eigentlich eh schon ein sehr Science-Fiction-taugliches

Florian: Thema besprochen. Also abstürzenden Weltraummüll zuerst und danach mysteriöse

Florian: Signale aus dem Weltall.

Florian: Licht aus dem fernen Universum, wo keiner weiß, wo es herkommt.

Florian: Also eigentlich alles sehr, sehr science-fiction-tauglich.

Ruth: Nicht Licht sagen, sag Signale. Das klingt immer mehr nach Science-Fiction.

Florian: Ja, das heißt, wir können jetzt wunderbar überleiten zur Science-Fiction-Rubrik

Florian: in Science Frames mit Evi.

Florian: Das Problem ist, nicht, dass wir das jetzt machen, sondern das Problem ist,

Florian: ich weiß schon, welchen Film Evi uns heute vorstellen wird und das hat überhaupt

Florian: nichts mit Weltraum zu tun, was Sie jetzt erzählen in der Science-Fiction.

Ruth: Oh no!

Florian: Es ist ein sehr berühmter Science-Fiction-Film.

Ruth: Na gut, Science passiert ja auch auf der Erde, muss ja nicht immer mit Weltraum zu tun haben.

Florian: In dem Fall geht es um etwas, Es geht um Essen, Ruth.

Ruth: Oh, sehr gut. Ich habe mir schon Hunger.

Florian: Mehr sage ich noch nicht. Mehr hörst du dann und ihr auch, wenn Evi mit dabei

Florian: ist, was sie demnächst sein wird. So, und hier ist Evi jetzt. Hallo, Evi.

Evi: Hallo.

Florian: Wir reden gleich über Science-Fiction. Und Ruth freut sich schon,

Florian: weil ich habe kurz angeteasert, dass es ums Essen geht bei dir.

Florian: Und Ruth hat schon Hunger.

Evi: Dann weiß ich nicht, ob dir der Film da sehr helfen wird.

Ruth: Wie auf Befehl knurrt mein Magen. Hat man das gehört jetzt? Ich glaube nicht.

Evi: Ich weiß nicht, ob der Film da appetitsteigernd wirken wird.

Evi: Vielleicht eher hemmend, glaube ich.

Florian: Was hast du dir denn angeschaut?

Evi: Ich habe heute einen Film mitgebracht. Der gilt als Genreklassiker der frühen

Evi: Öko-Distopien, Öko-Science-Fiction-Filme.

Ruth: Das große Fressen.

Evi: Nein. aus dem Jahr 1974. Das ist ein Film, den ich schon sehr lange auf meiner

Evi: Liste hatte, weil ich den noch nie gesehen habe.

Evi: Ich habe es jetzt endlich geschafft, mir den anzusehen. Und zwar ist es Soylent

Evi: Green. Auf Deutsch hat er natürlich auch einen sehr tollen Titel,

Evi: und zwar das Jahr 2022, die überleben wollen. Kennt ihr den?

Evi: Hat den wer von euch beiden gesehen?

Florian: Ich glaube, ich habe ihn als Teenager mal gesehen, aber ich kann mich nur noch

Florian: sehr, sehr, sehr, sehr vage daran erinnern, wenn ich ihn wirklich mal gesehen haben sollte.

Ruth: Ich habe ihn nicht gesehen, aber ich weiß, dass es ihn gibt.

Evi: Okay, du kennst ihn.

Ruth: So der Name ist irgendwie als Klassiker irgendwie schon, aber ich habe es nie

Ruth: geschafft, ihn mir anzuschauen.

Evi: Okay, und wisst ihr dann quasi auch, was der große Plottwist oder das große

Evi: Geheimnis des Filmes ist?

Florian: Ich weiß es.

Ruth: Spoiler alert, nein, ich nicht.

Florian: Der Spoiler, das Geheimnis, der Plottwist wird gelüftet, aber noch nicht gleich, oder?

Evi: Das kommt drauf an.

Florian: Wie du möchtest.

Evi: Nein, wir können ganz am Anfang anfangen.

Florian: Ja, fangen wir an. Was ist das für ein Film?

Evi: Die Hauptrolle spielt Charlton Heston. Er spielt einen Polizisten,

Evi: den Robert Thorn, in New York im Jahr 2022, wie er ja der deutsche Titel schon verrät.

Evi: Das New York im Jahr 2022 ist in dem Film so eine riesige, mega,

Evi: mega Stadt mit 40 Millionen Einwohnern.

Evi: Und es ist halt so eine düstere Zukunft, eher so eine heruntergewirtschaftete,

Evi: kaputte Gegenwart aber eigentlich aus den 70ern.

Evi: Also es schaut irgendwie so, als wäre man in den 70ern irgendwie aufgehört und

Evi: dann nach 2022 vorgespult. Es ist halt so eine verfärbte Atmosphäre.

Evi: Es gibt bei ihm doch einen Klimawandel. Es ist halt eine Umweltzerstörung, Überbevölkerung.

Evi: Klimawandel und natürlich Ressourcen knapp hat, wenn da halt so viele Menschen wohnen.

Evi: Also die meisten Menschen leben auch in absoluter Armut. Die wohnen da wirklich

Evi: in den Autos, die irgendwie verlassen auf den Straßen herumstehen,

Evi: auf den Stiegenhäusern, sieht man auch, wie die Leute da zusammengekauert schlafen und wohnen.

Evi: Ja, und dementsprechend sieht auch die Ernährung aus. Also in Wahrheit gibt

Evi: es eigentlich sowas wie wir Nahrungsmittel kennen gar nicht mehr.

Evi: Also man ernährt sich da von solchen Crackern, die Soylent Red und Soylent Yellow

Evi: heißen. Das sind halt auch eben so Plättchen, so richtige Cracker eben.

Florian: Chips mit und ohne Paprika.

Evi: So ungefähr. Und ganz neu ist jetzt eben Soylent Green. Das ist eben dann der

Evi: grüne Cracker, der angeblich eben aus so Meeresalgen, glaube ich,

Evi: hergestellt wird. Auf jeden Fall geht es jetzt darum, dass im Charlton Heston,

Evi: der eben ein Polizist ist, der wird dann zu einem Mordfall gerufen.

Evi: Und zwar hat sich das jetzt aber bei der reichen Elite abgespielt.

Evi: Es gibt schon noch sehr reiche Leute, die auch sehr gut leben.

Evi: Also die haben eigene Wohnungen mit Klimaanlagen, frischem Essen.

Evi: Die haben fließendes Wasser in der Wohnung und sind ein riesiges normales Stück Seife.

Evi: Interessanterweise ist es dort auch üblich, dass es zum Inventar, dass da eine Frau ist.

Evi: Also die gehört da dazu, die kann man mitmieten. Im Film kommt es dann zum Vorschein,

Evi: dass da natürlich eine große Verschwörung ist. Also dass das eben kein Einbruch

Evi: war, sondern halt ein geplanter Mord.

Evi: dass das so offensichtlich ist, dass jetzt Kolamba sogar mit seinem Glasauger,

Evi: glaube ich, sofort gesehen hat.

Evi: Und nämlich der reiche Mann, der da ermordet wurde, der gehört nämlich zum CEO.

Evi: Sein Chef eben von dieser Soylent Company, die eben diese Cracker herstellen.

Evi: Und ja, also da ist dann eine ganz große Verschwörung natürlich im Gange.

Evi: Der Charlton Heston-Charakter, der wohnt in einer kleinen Wohnung,

Evi: also schon fast privilegiert, zusammen mit einem älteren Mann, dem Saul Rod.

Evi: Der hat nämlich eine ganz interessante Rolle, weil das ist eben ein alter Mann.

Evi: Das heißt, er weiß noch, wie die Welt früher ausgesehen hat und ist so einer

Evi: der wenigen Menschen, die noch Zugang zu Büchern haben.

Evi: Und er ist so ein Rechercheinstrument für die Polizei. Aber es gibt irgendwie

Evi: auch kein Papier mehr und keine Bücher.

Evi: Fand ich ganz interessant. Das ist so, wenn es jetzt plötzlich kein JetGPT und

Evi: Co mehr gibt und keiner mehr weiß, wie man Sachen recherchiert oder wie man

Evi: Fakten richtig einordnet, dann wäre der Soul Rod auch so ein Typ,

Evi: den man brauchen könnte.

Florian: Es lohnt sich, wenn man Dinge weiß. Wenn die Besserwisser werden, die Welt beherrschen.

Ruth: Das ist das Gospel nach Florian.

Florian: Genau.

Evi: Und der kommt dann auch auf das große Geheimnis drauf. Man sagt dann im Charlton

Evi: Heston und auch noch, er muss jetzt halt noch die Beweise finden dafür,

Evi: für diese große Verschwörung, weil die Frage ist, aus was Soylent Green denn

Evi: wirklich hergestellt ist.

Florian: Ich habe gerade gelesen, dass das Wort Soylent zusammengesetzt ist aus Soja

Florian: und Linse, also Soy und Land Hill.

Florian: Also, es ist wahrscheinlich aus Soja und Linsen.

Evi: Ja, sollte man annehmen, aber bei Soil and Green… Ja.

Ruth: Aber es klingt schon so. Also, to soil something heißt ja auch etwas quasi Verschmutzen,

Ruth: mit dem eigenen körperlichen Ausscheidungen zum Beispiel.

Evi: Ja, wobei, das schreibt man ja anders. Das ist das Soil and Green,

Evi: schreibt man schon so, das Soi wie Soi, Soja.

Ruth: Das stimmt, aber vom Klang her, von dem, was es suggeriert. Es suggeriert etwas,

Ruth: was man nicht essen möchte eigentlich. Soil and ist etwas, was ich nicht essen

Ruth: will. Es klingt so nach Shit irgendwie, finde ich.

Florian: Ja, aber wir werden vielleicht rausfinden, was es ist.

Ruth: Sind es Menschenrückstände, aus denen das Ganze hergestellt wird?

Evi: Ja, richtig. Also es ist eben Menschenfleisch. Also das ist ein ganz berühmter

Evi: Ausspruch. Dann eben zum Schluss sagt er neben der Chaktenhästen,

Evi: soylent green is people, also ist Menschenfleisch.

Evi: Das ist ein ganz berühmter Saga in der Filmgeschichte.

Florian: Das heißt, die haben so wenig zu essen, dass sie die Menschen verfleischen müssen.

Florian: Und sie warten nicht, bis die einen natürlichen, friedlichen Tod sterben,

Florian: sondern die Menschen in dieser Welt, die haben das gleiche Schicksal wie die

Florian: fleischproduzierenden Leberwesen heute.

Evi: Naja, nein, es ist jetzt nicht so, dass da Menschen irgendwie so gezüchtet werden,

Evi: weil du hast sowieso diese Überbevölkerung. Das heißt jetzt so,

Evi: der einzelne Mensch zählt eh nicht mehr viel, es sind auch alle arm.

Evi: Also es ist jetzt irgendwie, ja, also diese Gesellschaftsordnung habe ich jetzt

Evi: nicht so ganz, das finde ich auch so ein bisschen unruhend in dem Film,

Evi: weil das nicht so ganz in sich, dieses Worldbuilding ganz funktioniert.

Evi: Und der Soul Rod, der alte Mann, als er dann auch die Wahrheit erkennt,

Evi: der beschließt ja dann auch, dass er quasi mehr oder weniger freiwillig aus

Evi: dem Leben scheidet, weil er auch schon so alt ist.

Evi: Und da gibt es dann sowas wie so Einschläferungszentralen, da kann man hingehen

Evi: als alter Mensch und sich quasi so wie das heute bei Tieren passiert,

Evi: sich halt so einschläfern lassen.

Evi: Und da hat man sogar einen sehr friedvollen Tod und kann sich noch was wünschen.

Evi: Da liegt man dann auf seinem Bett und dann hat man so eine große Leinwand vor sich.

Evi: Und dann hat er sich ihm gewünscht, dass er sich dann noch 20 Minuten so Naturaufnahmen

Evi: ansehen kann und klassische Musik hören kann.

Florian: Die Szene kenne ich, glaube ich. Die taucht doch in den Simpsons auf.

Florian: Ja, richtig. Wo der Opa Simpson sich auch da in eine Sterbehilfe-Einrichtung,

Florian: die da bei den Simpsons neu gegründet wurde, hingeht.

Florian: Und er möchte jetzt noch 20 Minuten lang sehen, wie Polizisten Hippies verprügeln. Ja, genau.

Evi: Richtig.

Ruth: Das erinnert mich irgendwie ein bisschen an den Lobster. Hast du den auf deiner Liste? Kennst du den?

Evi: Nein, kenn ich nicht.

Ruth: Okay, das ist ein super Film. Das ist ein wirklich guter Film.

Ruth: Also es wird jetzt vielleicht gerade nicht als Science-Fiction irgendwie gelten.

Ruth: Obwohl schon irgendwie.

Florian: Ich lese gerade die kurze Zusammenfassung. In einer dystopischen Welt bekommen

Florian: Singles 45 Tage Zeit, sich eine Partner oder eine Partnerin zu suchen.

Florian: Ansonsten werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt. Na hui.

Ruth: Ja, es ist wirklich ein super Film.

Evi: Naja, also ganz so ist es nicht bei Soylent Green. Also weiß ich jetzt nicht.

Evi: Aber interessant fand ich, dass der Film beruht auf einem Roman,

Evi: der 1966 erschienen ist von Harry Harrison.

Evi: Und der spielt New York 1999 und hatte eben genau diese Verteilungsgerechtigkeit

Evi: in so einem überbevölkerten New York der Zukunft thematisiert.

Evi: Und ihm ging es da halt wirklich so um diese Sozialkritik.

Evi: und er hat das zum Beispiel mit diesem Menschenfleisch schon so gar nicht drinnen

Evi: und auch keine Verschwörung.

Evi: Und ich finde auch, das hätte der Film eigentlich auch nicht notwendig gehabt.

Evi: Also ich finde es fast ein bisschen schade, weil es nämlich dadurch,

Evi: dass das ins Zentrum rückt, das rückt halt alles andere in den Hintergrund.

Evi: Und eigentlich geht es ja darum, es ist ein Jahr bevor der Film rausgekommen

Evi: ist in den Kinos, ist ja die Grenzen des Wachstums erschienen von Club of Rome,

Evi: was sich ja genau mit diesem Thema beschäftigt.

Evi: Also diese Grenzen des Wachstums mit der Weltbevölkerung, Produktion,

Evi: Umweltverschmutzung, Ressourcen, wie gehen wir mit unseren Ressourcen um,

Evi: der Rohstoffverbrauchung.

Evi: Und das finde ich, das geht dann alles wie in den Hintergrund.

Evi: Das finde ich sehr schade.

Florian: Ja, aber wenn man jetzt erstmal ignoriert, ich meine, das ist schade natürlich,

Florian: aber kann man sich den Film noch anschauen heute, weil der ist auch schon fast 50 Jahre alt fast?

Evi: Ja, ich weiß nicht. Ich habe ein bisschen schwer getan mit dem Film, ehrlich gesagt.

Evi: Ich glaube, man muss ihn schon wirklich sehr im Kontext seiner Zeit auch betrachten.

Evi: Also die 70er Jahre irgendwie, da noch einmal vor Augen führen.

Evi: Da war ja nicht gerade dieser Optimismus, was die Zukunft betrifft.

Evi: Also es war ja dann auch mit dieser Ölkrise, also Energiekrise hat es da gegeben.

Evi: Es waren eben dann auch das erste Mal diese Klimaverschmutzung,

Evi: also Umweltverschmutzung, dass es sichtbar geworden ist. Auch diese Ressourcen

Evi: sind nicht endlos und so.

Evi: Von dem her ist es schon ganz gut, aber es ist halt, ja, also mich stört das

Evi: halt auch mit der Frau, dass die da das Inventar ist. Also wenn das,

Evi: weiß nicht, wenn mir jemand mit so einem Drehbuch ankommt, ich glaube,

Evi: ich schmeiße ihm das um die Ohren wieder.

Evi: Ich glaube, es waren gute Sachen drinnen. Ich meine, ich kenne jetzt das Buch

Evi: nicht, den Roman, weil ich glaube, dass da wirklich gute Sachen drinnen sind.

Evi: Ich glaube, man würde heute die Geschichte vielleicht anders erzählen.

Florian: Ich habe jetzt gerade mal geschaut in Club of Rome, die Grenzen des Wachstums,

Florian: also in die Wikipedia geschaut. Ich habe das Ding zwar irgendwo,

Florian: aber es ist irgendwo verschollen in meinen Bücherregalen.

Florian: Aber wenn man sich da anschaut, die Originalversion von 1972,

Florian: das ist ja abgedehtet worden, kann man sich anschauen, wie dieses Weltmodell,

Florian: das die da quasi prognostiziert haben, verläuft und die Skala ist ja ziemlich blöd auf der Grafik.

Florian: Aber so grob, grob bei 2022 rum, also frühes 20. Jahrhundert,

Florian: irgendwo da ist die Kurve, die die Nahrung pro Kopf beschreibt,

Florian: da fällt sie dramatisch ab. Also ich nehme an, das wird die Inspiration gewesen sein.

Evi: Das weiß ich jetzt nicht. Die Dreharbeiten waren ja schon 1972 oder so abgeschlossen.

Evi: Also ich glaube, das hat sich da ein bisschen überschnitten.

Evi: Also ich glaube jetzt nicht, dass die Leute vom Film sich jetzt unbedingt auf

Evi: das bezogen haben. Aber ich glaube, es hat einfach den Nerv der Zeit getroffen.

Florian: Definitiv. Club of Rome, das wird ein bisschen ignoriert heutzutage. Aber wann?

Florian: trotz allem nicht unpräzise bei dem, was sie gemacht haben. Wenn wir haben 2022 überlebt.

Ruth: Mehr schlecht als recht, ne?

Florian: Hast du mir erzählt letztens, Evi, dass die auch noch neue Versionen und Updates

Florian: haben für ein Club of Rome?

Florian: Durchaus sinnvolle Vorschläge, wie wir quasi es umgehen können,

Florian: uns selbst aufessen zu müssen in Zukunft.

Evi: Ja, total. Ja, richtig, ja. Also ich habe das jetzt eben ein bisschen genauer

Evi: angesehen mit den Grenzen des Wachstums. Und ja, also ich muss sagen,

Evi: ich bin da schon begeistert unter Anführungszeichen von dem,

Evi: was die da eben 1972 schon in ihrem Bericht auch hatten.

Evi: Erstens haben sie das aufgrund einer Computersimulation gemacht und sich das,

Evi: berechnet und angesehen.

Evi: Also da steckt schon was dahinter. Natürlich ist es immer schwierig.

Evi: Gerade hier die Daten aufzusetzen und auch die Berechnungen,

Evi: weil ja alles auf das andere einwirkt, die ganzen Parameter.

Evi: Aber es gab dann eben auch immer wieder Updates, also es gab eben ein 30-Jahre-Update

Evi: 2004, dann 40 Jahre danach hat es dann wieder so Prognose bis 2052 gegeben.

Evi: Und es geht allerdings weiter, und 2016 fand ich ein sehr interessantes Update.

Evi: Also es gibt auch immer wieder Vorschläge, ja, also wie man eben.

Evi: Dass alles ändern könnte, dass das eben alles nicht dazu führt,

Evi: weil die Kern- oder die Endaussage damals, 1972, war ja, dass bis 2100 die Ressourcen

Evi: erschöpft sein werden, wenn wir so weitermachen wie bisher.

Evi: Also weil es ist ja alles ein exponentielles, ein superexponentielles Wachstum,

Evi: was sie da angenommen haben und für die eine Berechnung. Und wenn das halt so

Evi: weitergeht, dann ist bis 2100 alles erschöpft. Und sie haben dann auch immer

Evi: Vorschläge für Gegenmaßnahmen gebracht.

Evi: Und 2016 war dann eben auch so eine Forderung, die Wachstumsrate der Bevölkerung drosseln.

Evi: Also so ein Prozent ist genug, hat das da dann geheißen. Und ich fand das aber

Evi: sehr interessant, dass da so, also das kann man auf der Wikipedia zum Beispiel

Evi: nachlesen, es gibt wirklich so 13 Vorschläge zur Verminderung von Arbeitslosigkeit,

Evi: Ungleichheit und Erderwärmung.

Evi: Und ich habe das eben durchgelesen und ich habe ein bisschen lachen müssen,

Evi: weil das ist so, wenn man sich die Forderungen durchliest, also ich glaube,

Evi: da kriegt die ÖVP Schnappatmung, wenn sie das liest.

Evi: Also eine neue Definition des Begriffs bezahlte Arbeit, sprich häusliche Pflege

Evi: von Angehörigen wird da auch mit eingerechnet.

Evi: Erhöhung des Arbeitslosengeld, dann Einkommensbesteuerung anders,

Evi: nämlich auf die Besteuerung von Emissionen und den Rohstoffverbrauch.

Evi: Erbschaftsbesteuerung zum Beispiel auch. Solche Sachen, Verkürzung auch der

Evi: Jahresarbeitszeit. Aber dann eben auch natürlich Geburtenkontrolle,

Evi: auch jetzt in Industriestaaten.

Florian: Grundeinkommen, auch wichtig, ist auch dabei.

Evi: Genau, ja und eben ein Grundeinkommen und dann aber eben auch Zuckersteuer, solche Sachen.

Evi: Geburtenkontrolle, habe ich ja schon gesagt, auch die Abkehr vom Freihandel.

Evi: Also durchaus Sachen, wo man eben sieht, man muss einfach auch das Wirtschaftssystem

Evi: neu denken, in dem wir sind.

Evi: Und dass die Sachen so wie sie waren, vielleicht heute und gerade für eine Zukunft,

Evi: nicht funktionieren. Und es gibt auch relativ aktuell 2022 ein Earth for All, eine Publikation.

Evi: wo sie eben wirklich 50 Jahre nach dieser Simulation da noch einmal eine Version

Evi: hier entwickelt haben, auch für die Länder. Und ich finde das wirklich sehr

Evi: interessant. Und der deutsche Titel ist ja von dem Film 2022, die überleben wollen.

Evi: Aber ich glaube, es geht eher um die Frage, wie wollen wir überleben,

Evi: weil es genau darum geht es ja.

Florian: Ja, also ich finde das halt auch ganz, ganz schlau, das meiste,

Florian: was die da eben in diesen Berichten geschrieben haben.

Florian: Ich sehe eher die Zukunft, wo wir dann tatsächlich irgendwann Silent Red,

Florian: Yellow und Green kriegen.

Florian: Also die politischen Parteien und die diversen Wirtschaftsfirmen.

Florian: Wenn Sie sich den Film anschauen, wahrscheinlich fangen die nicht an zu denken,

Florian: hui, vielleicht sollte man das im Club of Rome nochmal anschauen und die Grenzen

Florian: des Wachstums. Sondern ich sehe die eher, dass die Leute beauftragen,

Florian: du, schaut mal, wie wir diese Soylent-Dinger produzieren könnten.

Florian: Und da machen wir ein paar Fabriken und so weiter für die Zukunft.

Florian: Also das sehe ich ja, die Inspiration.

Evi: Die Ironie an der Sache ist ja, dass das Soylent Green, was ja im Film ja auch,

Evi: glaube ich, sagt, dass das eben aus Alten ist.

Evi: Tatsächlich, wenn es darum geht, dass jetzt vielleicht wirklich alternative

Evi: Lebensmittel, Ja, wenn jetzt eben, sagen wir mal, diese ganz normalen mit Landwirtschaft

Evi: und das alles eher Tierzucht, so wie wir das haben, nicht funktioniert.

Evi: Tatsächlich wäre sowas wie Algenzucht, also Algenquallenpilze,

Evi: wenn man das in Massen produziert, das könnte man wirklich eigentlich,

Evi: also wenn man so ein Setting wie bei Soylent Green in dem Film annimmt,

Evi: wäre das eigentlich die bessere alternative Ernährung, als Leichen wiederzuverwerten.

Florian: Ja, natürlich.

Evi: Auch jetzt aus Gründen der...

Evi: Es gibt einen Grund, dass bei diesem Kannibalismus und so was Krankheiten übertragen

Evi: und dieses Ganze, dass es eigentlich keine gute Lösung ist.

Florian: Ja, definitiv. Das haben wir auch, glaube ich, in einem anderen Podcast,

Florian: im Klimapodcast, haben wir schon mal besprochen, dass sowas wie Algen durchaus

Florian: eine klimafreundliche und leicht erhältliche Nahrung sein können für die Zukunft.

Ruth: Ja, und urgesund.

Evi: Ja, auch dazu.

Ruth: Aber macht halt einen schlechteren Science-Fiction-Horror-Film als Menschenfleisch.

Evi: Ja, das ist wirklich nur dramaturgischer Schockeffekt für den Film,

Evi: weil sonst macht es wirklich keinen Sinn. Das andere wäre eigentlich sinnvoller.

Florian: Ja. Es gibt sicher schon Leute, die irgendwas produziert haben,

Florian: das kaufen kannst, das Soylent heißt, oder?

Evi: Bestimmt, ja natürlich, ja, ja. Da sind schon mehrere drauf aufgesprungen.

Evi: Ja, und es gibt ja, wenn man sich anschaut, viele diese Pulvernährungsformen

Evi: und da haben sich schon ein paar inspirieren lassen.

Florian: Da hoffe ich, bis ich gerade noch alt genug, dass ich das nicht mehr erleben

Florian: muss, dass wir uns nur von Pulver ernähren, weil das wäre mir dann,

Florian: glaube ich, auch zu langweilig.

Evi: Die Ernährung, das über so Shakespeare, ich finde das mir so unbefriedigend.

Evi: Da habe ich das Gefühl, ich habe nichts gegessen.

Ruth: Ja, beißen muss man schon.

Florian: Genau. Aber schau mal, der Film ist erhältlich, kann man den schauen oder ist der schwer zu regen?

Evi: Nein, gar nicht. Also mehr als auf Amazon, auf Apple TV, dieses bei Genta TV,

Evi: YouTube. Also ja, man bekommt den schon.

Florian: Okay, dann vielen Dank für Silent Green. Werde ich mir auch nochmal anschauen

Florian: und dann schauen, ob ich ihn mal gesehen habe oder nicht. Oder ob ich mich nur

Florian: an irgendwelche Szenen erinnere, die irgendwo anders mal aufgetaucht sind.

Evi: Ja, es kann gut sein. Ich kann es natürlich nur an die Simpsons erinnern,

Evi: weil ich glaube, die haben dreimal den Film irgendwie referenziert.

Florian: Ich werde auf jeden Fall irgendwo in meinem Bücherregal auf die Suche nach dem

Florian: Grenzen des Wachstums vom Club of Rome gehen und schauen, was da nochmal als Sinnvolles drin steht.

Evi: Ja, ich bin auch am überlegen. Ich glaube, ich werde mir das Neue,

Evi: das Earth for All, die neue Publikation besorgen, weil das klingt wirklich sehr interessant.

Florian: Ich verlinke euch das alles in den Shownotes, dann könnt ihr euch das auch anschauen, sowohl...

Florian: Die Links zu den Filmen, als auch zu den Club of Rome berichten,

Florian: dann könnt ihr da auch reinschauen. Und falls ihr irgendwo soll in Grinsee zum

Florian: Kaufen, dann sagt uns Bescheid.

Florian: Wie schmeckt er? Dann wird man das wissen, ob wir es uns kaufen müssen oder nicht.

Ruth: Ich esse jetzt was Gescheits.

Florian: Du isst jetzt was Gescheits, okay. Aber wir sind noch nicht fertig.

Florian: Du kannst noch nicht essen gehen, du musst noch warten.

Ruth: Das stimmt.

Florian: Wir müssen noch ein paar Sachen machen. Wir müssen noch erklären,

Florian: wo die Leute uns sehen können, wenn sie das denn gerne wollen.

Florian: Ich habe schon gesagt, wir haben am 16. Dezember unsere letzte Live-Veranstaltung

Florian: von Das Universum, wo wir zu dritt im Radiokulturhaus

Florian: das kommende Jahr begrüßen und mal schauen, vielleicht stellen wir ein paar

Florian: Silent Green Cracker auf den Tisch und zu unserem Sekt werden wir aufs neue

Florian: Jahr anstoßen oder auch nicht.

Florian: 16. Dezember und du bist auf der Jonglier Convention noch zu sehen.

Ruth: So ist es, in München von 5. bis 7. Dezember.

Ruth: Die Convention ist irgendwie, glaube ich, die ganze Woche sogar,

Ruth: aber das Hauptding ist von Donnerstag bis Sonntag.

Ruth: Da werde ich neben all den Menschen, die Bälle und Keulen auf mein Zelt werfen,

Ruth: nein, nein, nein, wir haben einen eigenen separaten Raum organisiert, freue mich schon sehr.

Ruth: Schaut euch das einfach an, wenn ihr in München, Nähe, Gegend seid und gern

Ruth: mal das Planetarium sehen wollt. Müsst ihr entweder ein Ticket für die Jonglier-Convention

Ruth: kaufen oder vielleicht geht es auch, dass ihr euch nur so ins Planetarium reinschummelt.

Florian: Macht das und schaut euch an, wie Ruth mit ihrem Planetarium auf der Jonglier-Convention ist.

Florian: Ihr könnt euch auch anschauen, wo ich unterwegs bin mit diversen Dingen.

Florian: Ich mache noch Sterne-Geschichten live in Deutschland, gleich jetzt demnächst

Florian: in Erfurt, aber zum Zeitpunkt, wo wir das hier aufnehmen, gibt es für die Sterne-Geschichten-Live-Show

Florian: in Erfurt am 9. November exakt eine Karte. Vielleicht ist die schon weg.

Florian: Ansonsten, wenn ihr kommen wollt, probiert es aus. Vielleicht ist die eine Karte

Florian: noch übrig für die Stellengeschichten-Live-Show am 9. November in Erfurt.

Florian: Für die Stellengeschichten-Live-Show in Leipzig am 10. November gibt es zum

Florian: Zeitpunkt der Aufnahme noch acht Karten. Also vielleicht ist da noch was übrig.

Florian: Ein bisschen mehr Karten gibt es in Dresden. Da solltet ihr noch Chancen haben,

Florian: wenn ihr dahin kommen wollt. 11. November.

Florian: Gibt es Sternegeschichten live in Dresden und noch Karten. Und ansonsten keine

Florian: Karten gibt es für Sternegeschichten live am 19. November in Baden.

Florian: Aber noch Karten gibt es für die Show am 24. November in Bremen und für die

Florian: am 26. November in Osnabrück.

Florian: Und für die allerletzte Sternegeschichten live Show, die Derniere quasi,

Florian: bevor die Sternegeschichten live dann in der Form nicht mehr stattfinden werden.

Florian: Da kann man sich für den 3. Dezember in Graz noch Karten besorgen.

Florian: Es sollten noch jede Menge da sein.

Florian: Also wenn ihr sehen wollt, wie ich das das letzte Mal mache,

Florian: dann bitte 3. Dezember in Graz vorbeikommen.

Florian: Und dazwischen erzähle ich ein bisschen was über die Bücher,

Florian: die ich geschrieben habe. Ich bin am 25. November in Mannheim.

Florian: Da wird es eine Veranstaltung geben zu Die Farben des Universums.

Florian: Und am 27. November bin ich in Heidelberg. Da gibt es eine Veranstaltung zu

Florian: Die Astronomie der Raunächte.

Florian: Genauso wie am 29. November auf der Buchmesse Wien und am 5.

Florian: Dezember im Posthof Linz.

Florian: Das ist es, was es gibt. Science Busters gibt es noch ein bisschen.

Florian: Ein paar Auftritte haben die Science Busters dieses Jahr noch in Österreich,

Florian: in Deutschland nicht mehr, soweit ich das überblicke. Und für die Zeit zwischen

Florian: Weihnachten und Silvester.

Florian: Könnt ihr gerne nach Graz und nach Wien kommen, denn da werden Ruth und ich

Florian: gemeinsam mit Martin Puntigam die traditionelle Science Buster Bauern-Silvester-Show spielen.

Florian: Am 28. Dezember in Graz und am 30. Dezember im Wiener Stadtsaal.

Florian: Ruth, ich und Martin Puntigam mit Bauern-Silvester. Das sind die Termine.

Ruth: Es gibt noch was anderes, apropos Stadtsaal. Am 11. November nämlich findet

Ruth: im Stadtsaal eine Veranstaltung statt, die Goldenes Brett.

Florian: Ach, da bist du ja.

Ruth: Genau, nur kurz. Also ihr müsstet da nicht extra hinkommen wegen den 15 Minuten.

Florian: Wird auch gestrebt, glaube ich.

Ruth: Ah, wirklich werde ich auch ein bisschen den Cashball auf der Bühne machen.

Ruth: Also wenn euch das interessiert, wenn das euer Ding ist, dann könnt ihr natürlich

Ruth: da einfach auch in den Stadtsaal kommen.

Florian: Ja, macht das.

Ruth: Oder streamen oder es euch einfach nicht anschauen.

Florian: Hast du noch was anzukündigen, Evi, außer der Folge 100 von Cosmic Latte,

Florian: die auch irgendwann im Dezember erscheinen wird, deinem anderen Podcast?

Florian: Gibt es sonst noch etwas, was du ankündigen möchtest?

Evi: Ja, also für die, die schon ein bisschen weiter in die Zukunft planen,

Evi: gibt es noch eine Möglichkeit, nämlich am 9.

Evi: April, da wird es eine Lesung geben zu meinem Buch, das ich ja mit meinen Kolleginnen

Evi: geschrieben habe von Cosmic Latte, nämlich das Buch auf einem Café im All.

Evi: Da werden wir mit dem Café Sitzwohl eine Lesung machen, zusammen mit der Elka

Evi: mache ich das. Es wird auch eine musikalische Begleitung dazugeben und ja,

Evi: da freue ich mich schon sehr drauf, also das ist in Kärnten.

Florian: Wollte gerade sagen, wo das Café Sitzwohl ist, damit die Leute es auch finden.

Evi: Seeboden, genau, Kaffee Sitzwohl. Das ist beim Milchstätter See.

Evi: Du warst ja, glaube ich, schon dort.

Florian: Ich war am Milchstätter See und ich bin mit dem Autobus am Kaffee Sitzwohl vorbeigefahren.

Florian: Auf der einen Seite ist das Café, auf der anderen Seite war,

Florian: glaube ich, der See, soweit ich mich erinnern kann. Also Kärnten,

Florian: Kärntner Seen sind eh traditionell recht schön. Also da kann man durchaus vielleicht

Florian: auch mal einen längeren Ausflug hinmachen. Es ist ein Wochenende im April.

Florian: Da besteht die Chance, dass vielleicht sogar das Wetter schön ist.

Evi: Ja, dass es vielleicht schön ist.

Florian: Und ich werde zwar nichts lesen, weil es nicht mein Buch ist,

Florian: aber ich werde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch mit dabei sein.

Florian: Das heißt, wer gerne sehen möchte, wie ich zuhöre, wie Evi und Elka aus dem

Florian: Buch verlesen, wer gerne auf sowas steht, kann auch kommen und kann sich das anschauen.

Evi: Ja, und vor allem, ich freue mich ja schon sehr darauf, weil es gibt ja dort

Evi: im Café einen Café, der Cosmoglatt, der heißt.

Florian: Genau, benannt nach eurem Podcast.

Ruth: Ah, die sind das.

Evi: Ja.

Ruth: Ah, cool. Aber natürlich einen extrem coolen Namen für ein Café, Sitzwohl.

Evi: Ja, schon.

Florian: Also 9. April, Café Sitzwohl in Kärnten. Da gibt es Kosmik Latte,

Florian: beziehungsweise auf einen Café im All von Evi, Elka und Jana.

Florian: Das könnt ihr euch da anhören.

Evi: Die Jana ist ja nicht dabei.

Florian: Ja, aber das Buch ist auch von ihr. Ach so, das Buch.

Evi: Ja, ja, das schon.

Florian: Stell dir ein Bild auf von ihr nebenbei hin, dann kann man es auch sehen.

Evi: Schau mal, wir kriegen jetzt eine lebensgroße, so eine Fabfigur.

Ruth: So einen Altar, einen Jana-Altar mit so Lichtertetten drumherum.

Evi: Genau.

Florian: Ja, dann sind das die Veranstaltungen fürs Jahr 226 und ein bisschen auch schon

Florian: fürs Jahr 227, aber mehr fürs Jahr 227 gibt es dann spätestens in unserer

Florian: Jahresvorausschau-Folge am 16. Dezember. Da wird sie live aufgenommen.

Florian: Erscheinen tut sie ein bisschen später.

Florian: Und jetzt können wir noch kurz auf das Feedback eingehen. Ich habe nämlich wieder

Florian: Postkarten bekommen. Seit du dich beschwert hast, droht, dass du da keine Postkarten

Florian: schreiben, droht und immer wieder mal Postkarten bei mir ein. Sehr gut.

Florian: Obwohl eine, die muss schon unterwegs gewesen sein, bevor du das gesagt hast.

Florian: Die kam tatsächlich erst vor einer guten Woche an, wurde aber aufgegeben am 19. Juli.

Florian: Also die hat von Juli bis Anfang Oktober gebraucht, bis sie bei mir war.

Florian: und zwar kam sie aus Aruba.

Ruth: Auch am Südpol?

Florian: Nein, aus Aruba. Aruba von Tino. Aruba, Bahama.

Florian: Ja, nein. Vor der Küste Venezuela. Also ich weiß nicht, Aruba ist ja,

Florian: ich glaube, das gehört das nicht zu den Niederlanden offiziell?

Florian: Aruba. Ich weiß nicht genau, wie Aruba organisiert ist politisch,

Florian: aber es ist auch kein Grund, dass man da irgendwie drei Monate die Post braucht

Florian: von dahin. Aber egal, es ist nur eine Postkarte und wir freuen uns sehr.

Florian: Schaut sehr, sehr schön aus, Karibikinseln.

Florian: Es ist überraschend trocken, schreibt Tino wegen der Passatwinde.

Florian: Aber er konnte schön den Himmel beobachten Und dann kam noch vorgestern eine

Florian: Karte und zwar von Jek. Ich kann es nicht gescheit lesen, ich glaube es heißt Jek.

Florian: Ich hoffe es war Jek. Und er hat uns eine Karte geschrieben von einem schönen

Florian: Ort namens Schirmonikog.

Ruth: Ah, das ist eine frisische Insel, oder?

Florian: Genau, eine Insel bei den Niederlanden.

Ruth: Ich glaube, die spricht mir ein bisschen anders aus.

Florian: Wahrscheinlich, ja. Niederländisch ist nicht existent, aber so schreibt man es auf jeden Fall.

Florian: Und dort hat Jek eine Windhose gesehen, schreibt er uns. Und da schaut es auch

Florian: sehr, sehr malerisch aus. Sanddornsträucher.

Ruth: Das ist jetzt nicht etwas, was man sich für den Outdoorsport im Winter anzieht,

Ruth: eine Windhose, oder? Sondern so ein Mini-Tornado.

Florian: Ja, genau.

Ruth: Ja.

Florian: Also das waren die kürzlich eingetroffenen Postkarten von euch. Vielen Dank.

Florian: Wenn ihr uns was auf elektronischem Weg schreiben wollt, macht das bitte gern

Florian: unter hello at das Universum.at.

Florian: Da könnt ihr uns was hinschicken und ihr könnt diesen Podcast auch unterstützen,

Florian: worüber wir uns sehr freuen, wenn wir eine Art von finanzieller Unterstützung

Florian: bekommen. Ihr könnt ihn nicht finanziell unterstützen, indem ihr ihn anhört,

Florian: weiter verbreitet Leuten, erzählt davon.

Florian: All das ist möglich, aber finanzielle Unterstützung freut uns auch,

Florian: weil dann können wir Dinge bezahlen mit dem Geld. Das ist ganz praktisch im

Florian: Leben, wenn man das kann.

Ruth: Miete, Bromgans.

Florian: Und wie man uns finanziell unterstützen kann, erzählt Ruth.

Ruth: Genau, es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wenn ihr die Möglichkeit habt,

Ruth: uns finanziell zu unterstützen, dann tut das doch bitte.

Ruth: Es ist ja doch Zeit, die wir da auch irgendwie aufwenden, um euch das Universum näher zu bringen.

Ruth: Wenn ihr nicht könnt, ist überhaupt kein Problem. Fühlt euch nicht genötigt.

Ruth: Wir haben euch genauso lieb, wenn ihr uns keine Kohle gebt. Aber wir haben euch

Ruth: natürlich auch sehr lieb, wenn ihr unser Geld spendet und unsere Arbeit damit

Ruth: auch auf diese Art und Weise wertschätzt.

Ruth: Die Möglichkeiten sind entweder über PayPal.

Ruth: Das haben seit dem letzten Mal auch wieder einige Leute gemacht.

Ruth: Ganz herzlichen Dank an Christian, an Bianca, danke, Bianca,

Ruth: danke Florian, Thorsten und Konstantin.

Florian: Vielen Dank.

Ruth: Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, ein Spenden-Abo abzuschließen.

Ruth: Und das geht über die Plattformen Steady oder Patreon.

Ruth: Und da werden zwar einiges an Gebühren natürlich irgendwie abgezogen,

Ruth: aber das ist auch okay so.

Ruth: Arbeitsteilung, also die Leute, die diese Plattformen betreiben,

Ruth: bekommen dann natürlich auch was. Für uns ist es auf jeden Fall...

Ruth: Erstens Planungssicherheit ein Thema und zweitens Buchhaltung viel einfacher.

Ruth: Also schreckt nicht davor zurück, ein Spendenabo über Steady oder Patreon abzuschließen.

Ruth: Oder er bringt uns bei der nächsten Veranstaltung einfach irgendwie Kekse,

Ruth: Schokolade, Bier, Geldversachen, wie es immer wieder Leute machen.

Ruth: Bitte kein Soylent Green. Vielen Dank.

Ruth: Wie auch immer ihr das handhaben wollt. Über Steady und Patreon sind seit dem

Ruth: letzten Mal keine neuen Spendenabos reingekommen.

Ruth: Also wenn das euer Ding ist, dann schaut euch das an und macht das doch bitte gern.

Ruth: Wir bedanken uns auf jeden Fall herzlich bei allen.

Florian: Vielen, vielen Dank und ich glaube, wir sind am Ende angekommen.

Florian: Wir haben alles gesagt, was wir sagen wollten, was wir sagen sollten.

Florian: Gibt es noch etwas, was wir sagen müssen, wollen, können?

Ruth: Nein, sehe schon lang genug wieder mal.

Florian: Gut, dann darf Ruth jetzt endlich essen gehen und wir wünschen euch guten Appetit

Florian: und hören uns in zwei Wochen wieder, wenn wir die nächste Folge veröffentlichen. öffentlichen.

Evi: Bis dahin.

Ruth: Macht's gut.

Florian: Tschüss.

Ruth: Bis dann.

Evi: Tschüss.

Über diesen Podcast

Ruth und Florian reden über das Universum. Mit Fragen. Und Antworten.

Die Astronomin Ruth (Spezialgebiet Galaxien) und der Astronom Florian (Spezialgebiet Asteroiden) reden über das Universum. Ruth betreibt ein mobiles Planetarium; Florian erzählt auf Bühnen, in Büchern und in Podcasts über den Kosmos und beide plaudern gemeinsam über alles, was dort so abgeht. In jeder Folge erzählen sie einander eine spannende Geschichte aus der aktuellen Forschung. Und beantworten Fragen aus der Hörerschaft zu allem was man gerne über das Universum wissen möchte. In der Rubrik "Science Frames" untersucht Evi die Verbindungen zwischen Science Fiction und echter Wissenschaft.

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von und mit Florian Freistetter, Ruth Grützbauch, Evi Pech

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