Das Universum

DU053 - Wenn schwarze Löcher mit Sternen kollidieren…

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DU053 - Wenn schwarze Löcher mit Sternen kollidieren…

True Crime im Universum

In Folge 53 ist Florian verbittert und Ruth hat Corona. Die Verbitterung kam vom Besuch eines Podcast-Festivals und Corona aus Amsterdam. Trotzdem lassen wir uns nicht abhalten und besprechen, ob da draußen vielleicht immer wieder mal kleine schwarze Löcher mit Sternen oder Planeten zusammenstoßen. Das wurde nämlich wissenschaftlich untersucht und so eine Begegnung muss nicht immer katastrophal enden. Und würden wir die schwarzen Löcher tatsächlich finden, wäre das sehr cool! Weniger cool ist das, was Evi in “Neues von der Sternwarte” über den Stand der Ausbildung in der Wissenschaftskommunikation berichtet. Fragen beantworten auf, diesmal zum Beispiel über Iridium, Neutrinos und Möglichkeiten, die Erde zu wiegen.

Ruths Reisen

Ruth war unterwegs. Zuerst mit ihrem Planetarium in Schulen, dann beim Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation und am Ende beim SR, wo sie “Fragen an die Autorin” beantwortet hat. Danach war sie Amsterdam und hat keine Drogen, dafür aber Corona mitgebracht.

Das Ö3-Podcastfestival

Florian hat das Ö3-Podcastfestival besucht. Und war ein wenig deprimiert, weil Wissenschaftspodcast dort überhaupt keine Rolle gespielt haben. Stattdessen ging es um Comedy, Promis, Influencer, True Crime und Sex. Weswegen wir nachdenken, ob “Das Universum” vielleicht ein True-Crime-Podcast werden soll? Aber da dieses Format ein wenig problematisch ist lassen wir das vielleicht doch lieber. Eventuell bringen wir aber ab und zu mal Dirty Space News unter.

Primordiale schwarze Löcher in Planetensystemen

In der Astro-Geschichte geht es über die Arbeit “Capture of primordial black holes in extrasolar systems”. Wir beschäftigen uns mit “primordialen schwarzen Löchern”. Ob es die gibt, wissen wir noch nicht. Aber es könnte sie geben; sie könnten direkt nach dem Urknall entstanden sein (hier erfahrt ihr mehr dazu). Und dann nicht nur einen relevanten Teil der oder gar die gesamte dunkle Materie ausmachen. Sondern auch vielleicht dem einen oder anderen Stern oder Planeten nahe kommen. Was passiert dann und können wir das irgendwie beobachten?

So ein schwarzes Loch könnte von einem Doppelsternsystem eingefangen werden. Oder einem Planetensystem. Ob es dann Planeten oder Sterne zerstört und im System bleibt oder nicht, hängt davon ab, wie schwer und wie schnell es ist:

Lehmann et al. 2022, Figure 3

Am Ende lautet das Fazit: Ja, kann sein das da schwarze Löcher von manchen Planetensystemen eingefangen werden. Aber es ist enorm selten und es wird schwer, das zu beobachten.

Fragen aus der Hörerschaft

Florian lernt gerade für eine Prüfung und will wissen:”Wie genau kann man die Masse der Erde bestimmen?”

Da gibt es viele Methoden und unsere liebste ist die, für die man einen Berg und ein Pendel braucht. Das hat man schon im 17. Jahrhundert gemacht und gar nicht mal so schlecht. Problematisch bleibt aber weiter die Messung der Gravitationskonstante

Thomas interessiert sich für Asteroideneinschläge, die man unter anderem am Metall Iridium erkennt, das dadurch aus dem All auf die Erde gebracht wird. Aber: ”Warum ist dieses Iridium in der Erdkruste nicht bzw. in abweichender Menge vorhanden, wenn gleich doch die Felsplaneten aus Planetesimalen entstanden sein sollen?”

Weil das Iridium, das bei der Entstehung der Erde vorhanden war, mittlerweile im Erdkern ist. Und in der Erdkruste finden wir nur noch das, was später durch Asteroiden dazu gekommen ist.

Anneliese will was über ferne Galaxien wissen: ”Ist die am weitesten entfernte Galaxie im Teleskop punktförmig oder hat sie von uns aus betrachtet eine gewisse Auflösung?”

Sie hat eine Auflösung. Und wenn wir mehr über solche Galaxien erfahren wollen, brauchen wir Computermodelle, um die Beobachtungen damit zu vergleichen.

Claus-Peter versteht die Neutrinos nicht:”Warum gehen Neutrinos quasi durch alles durch, während das Licht ja quasi mit dem "Aufprall" auf etwas endet?”

Weil Neutrinos keine elektromagnetische Kraft spüren. Das ist aber genau die Kraft, die es möglich macht, dass etwas “aufprallt”.

Neues von der Sternwarte: Wissenschaftskommunikation muss professionell werden

Evi berichtet von der Wissenschaftskommunikationsvorlesung an der Sternwarte Wien. Die ist jetzt fast zu Ende; gerade arbeiten alle an ihren Abschlussprojekten. Zufrieden ist sie trotzdem nicht ganz mit der Lehrveranstaltung. Die Inhalte waren nicht gut aufeinander abgestimmt und die Vorbereitung nicht professionell. Mehr professionelle Wissenschaftskommunikation hat Florian auch in dieser Diskussion gefordert.

Veranstaltungen

Ruth wird am 11. Juni 2022 beim Dorffest in Enzersdorf an der Fischa (bei Wien) mit ihrem Planetarium zu Gast sein.

Am 11. Juni 2022 kann man Ruth und Florian bei der Verleihung des Oberhummer Award für Wissenschaftskommunikation in Wien treffen. Sie kriegen den Preis zwar nicht, aber der Preis wird von den Science Busters verliehen und deswegen sind die beiden natürlich mit dabei, wenn ihn Mai Thi Nguyen-Kim (für 2020) und das Team des “Coronavirus Update”-Podcast (für 2021) bekommen. (Tickets und Infos gibts hier).

Am 14. Juni 2022 wird Ruth mit ihrem Planetarium im Esterházypark in Wien sein.

Am 16. Juni 2022 wird Ruth in Erfurt aus ihrem Buch erzählen. (Tickets und Infos gibts hier).

Am 17. Juni 2022 wird Florian in Langenfeld (Rheinland) “Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen” erzählen. Tickets und Infos gibts hier.

Am 18. Juni 2022 gibt es “Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen” in der Arche Nebra, mit Weinverkostung und Wanderung in den Sonnenuntergang zur Fundstelle der Himmelsscheibe von Nebra. Tickets und Infos gibts hier.

Am 21. Juni 2022 ist Florian wieder in seiner alten Heimat und wird im Planetarium Jena ein letztes Mal vor dem Sommer “Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen” erzählen. Tickets und Infos gibts hier.

Und 500 Folgen Sternengeschichten und 2 Jahre Universum feiern wird am 24. Juni 2022 in Wien. Details gibt es hier.

Telegram

Das Universum gibt es auch bei Telegram. Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.

(Einen Discord-Kanal gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).

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Wir bedanken uns für die zahlreiche finanzielle Unterstützung die uns die Arbeit am Podcast ermöglicht. Und wenn das alles so weitergeht und wir mit diesem Podcast wirklich Geld verdienen, können wir vielleicht auch wöchentlich eine Folge veröffentlichen.

Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr gerne diesen PayPal-Link verwenden. Oder uns bei Steady unterstützen. Und auch bei Patreon.

Bücher

Florian hat auch ein neues Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen”, ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören.

Ruths aktuelles Buch heißt “Per Lastenrad durch die Galaxis” und wir haben in dieser Folge des Podcasts sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!

Kontakt

Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.

Falls ihr Ruth mit ihrem mobilen Planetarium buchen möchtet, schreibt an hello@publicspace.at oder schaut auf ihre Homepage: http://publicspace.at

Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast zu hören.

Florian und Ruth findet ihr beide auch regelmäßig im WRINT Wissenschaft”-Podcast den es ebenfalls bei Spotify gibt

Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:

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Kommentare

by Mike on
@Dampier: Für die Methode braucht man auch die Gravitationskonstante. Im Prinzip funktionieren alle diese Methoden gleich: Man bestimmt in einer bestimmten Entfernung r vom Zentrum des Planetens seine Gravitationsbeschleunigung g. Und dann nimmt man Newtons g = G M/r² und formt nach M um: M = g r²/G. Ohne die Gravitationskonstante G gehts also nicht. Im Prinzip kann man auch für die Bestimmung der Masse der Erde die Umlaufbahn des Mondes verwenden. Man muss nur wissen wie weit er von der Erde entfernt ist und wie lange er für einen Umlauf braucht. Daraus kann man dann die Beschleunigung g für r = Mondabstand berechnen, und das dann in M = g r²/G einsetzen. Aber: Für r = Erdradius lässt sich g sehr viel einfacher bestimmen. Man muss nur etwas fallen lassen und Fallzeit und -höhe messen.
by Thomas B. on
Wieder mal eine tolle und informative Folge. :-) Und gute Besserung an Ruth! Viele Grüße Thomas
by Dampier on
Zur Frage von Hörer Florian, wie man die Masse der Erde bestimmt, fiel mir der Gewinner-Artikel des Schreibwettbewerbs 2018 ein: https://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2018/10/02/wie-man-einen-planeten-wiegt/ Der Autor hat den Uranus anhand seiner Monde "gewogen", ich nehme nicht an, dass das 1:1 auf die Erde übertragbar ist; aber hochinteressant ist es allemal.

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Über diesen Podcast

Ruth und Florian reden über das Universum. Mit Fragen. Und Antworten.

Die Astronomin Ruth (Spezialgebiet Galaxien) und der Astronom Florian (Spezialgebiet Asteroiden) reden über das Universum. Ruth betreibt ein mobiles Planetarium; Florian erzählt auf Bühnen, in Büchern und in Podcasts über den Kosmos und beide plaudern gemeinsam über alles, was dort so abgeht. In jeder Folge erzählen sie einander eine spannende Geschichte aus der aktuellen Forschung. Und beantworten Fragen aus der Hörerschaft zu allem was man gerne über das Universum wissen möchte.

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von und mit Florian Freistetter, Ruth Grützbauch, Evi Pech

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