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Das Universum

DU071 - Wasserstoff am Anfang der Zeit

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DU071 - Wasserstoff am Anfang der Zeit

Mit einer Extraportion Jupitermonde

In Folge 71 gibt es 12 neue Jupitermonde, einen unsichtbaren Kometen, Aliens und ein abgebrochenes Stück von der Sonne. Vor allem aber gibt es Wasserstoff vom Anfang des Universums. Ruth erklärt, wie man mit einem neuen Teleskop diese spannende Epoche des Kosmos erforschen will und was man bis jetzt schon über die Zeit herausgefunden hat, in der es noch keine Sterne gab. Evi berichtet in ihrer neuen Rubrik über die Darstellung von Astronom:innen in der Science Fiction. Und wir beantworten Fragen über Radioteleskope, Galaxienbeobachtung und Trojaner Planeten.

Jupiter hat neue Monde!

Jupiter hat neue Monde. Oder besser gesagt: Man hat 12 neue Monde beim Jupiter entdeckt. Und “man” ist vor allem Scott Sheppard, der schon jede Menge Monde im Sonnensystem gefunden hat. Was super ist, aber irgendwann muss auch Schluss sein. Wenn die Monde zu klein sind, ist es schwer, von “Monden” zu sprechen. 100 Stück erlauben wir, aber dann ist Ende!

Wer hat den Neandertaler-Komet gesehen?

Im Februar war ein Komet zu sehen. Oder auch nicht. Auch wenn die Medien begeistert vom “Neandertaler-Komet” geschrieben haben, war er mit freiem Auge eigentlich nicht zu sehen.

KI entdeckt Aliens

Eine künstliche Intelligenz hat Signale von potenziellen Aliens entdeckt. Stand zumindest in den Medien. Tatsächlich ist die Sache deutlich weniger spektakulär. Aber die Auswertung astronomischer Daten durch Algorithmen wird in Zukunft immer wichtiger werden. Und wer weiß, vielleicht tauchen ja wirklich mal Aliens auf.

Ein Stück der Sonne ist abgebrochen

Die absurdeste Schlagzeile der letzten Tage kam von der Sonnenforschung. “Ein Stück der Sonne ist abgebrochen”, haben manche Zeitungen vermeldet. Tatsächlich gab es eine durchaus beeindruckende Protuberanz am Nordpol der Sonne, die hoffentlich neue Erkenntniss über die Vorgänge im Inneren der Sonne liefert.

Astro-Geschichte: Hera sucht den ersten Wasserstoff

In der Hauptgeschichte berichtet Ruth über das Hera-Projekt. “Hera” steht für “Hydrogen Epoch of Reionization Array”. Kurz nach dem Urknall gab es im Universum vor allem Wasserstoff (und ein wenig Helium). Aus diesem Wasserstoff entstanden die ersten Sterne, aber was davor passiert ist, wissen wir nur sporadisch. Dabei kann man Wasserstoff eigentlich recht gut beobachten. Denn Wasserstoff leuchtet im Radiolicht; um den Wasserstoff vom Anfang der Zeit zu beobachten muss man aber ein wenig mehr Aufwand treiben. Aber genau das passiert gerade in der Wüste von Südafrika und die ersten Ergebnisse sind schon da und zeigen: Der erste Wasserstoff muss von der Strahlung der allerersten schwarzen Löcher aufgeheizt worden sein.

Fragen aus der Hörerschaft

Steffen will wissen: ”Wie erstellt ein Radioteleskop ein 2D-Bild des Himmels?”

Antwort: Mit sehr viel Technik! Und weil man auch Radioteleskope bewegen kann.

Marko fragt uns: ”In was für einen Abstand muss man maximal sein um unsere Heimatgalaxie in ihren vollen Ausmaße sehen zu können?”

Christoph hat auch eine Frage: ”Kann es auch Trojaner-Planeten geben?”

Ja! Kann es. Sie können sich stabil bewegen und sie können auch entstehen. Ob es sie wirklich gibt, wissen wir aber noch nicht. Vor allem deswegen, weil die DFG damals das Projekt von Florian nicht finanzieren wollte, dass genau diese Frage beantworten sollte.

Science Frames: Astronom:innen in der Science Fiction

In Evis neuer Rubrik “Science Frames” geht es um Science Fiction. In der ersten Folge schauen wir uns an, wie Astronom:innen in der Science Fiction dargestellt werden. Manchmal gut, wie im Film “Contact” oder bei “Don’t Look Up”. Manchmal eher komisch, wie bei “Top Gun”. Und manchmal komplett absurd, wie in “The Arrival - Die Ankunft”. Auf jeden Fall neigt die Science Fiction dazu, Klischees zu bestärken. Es gibt aber tatsächlich Hinweise, dass man mehr Menschen mit Autismus in der Wissenschaft findet und dass Wissenschaftlerinnen in der Science Fiction unterrepräsentiert sind.

Veranstaltungen

Am 14.02.2023 sind Ruth und Florian in der aktuellen Science-Busters-TV-Sendung zu sehen. Um 23.02 auf ORF1 und 7 Tage lang von überall aus in der TVThek des ORF. Am 17.02.2023 wird Ruth in der Sendung “Aktuell nach eins” über Kopernikus und Astronomie reden.

Die Science-Busters werden am 23. Februar 2023 in Wien auftreten. Infos und Tickets dazu gibt es hier.

Am 28. Februar 2023 wird Florian beim “Forum Kultur” in Wien sein. Mehr Infos dazu gibt es hier. Der Eintritt ist frei.

Science Busters Buch

Außerdem haben die Science Busters ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt” und sowohl Florian als auch Ruth haben darin jede Menge Geschichte aufgeschrieben.

Telegram, Discord und Mastodon

Das Universum gibt es auch bei Telegram. Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.

(Einen Discord-Kanal gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).

Das gleiche gilt für die Mastodon-Instanz “Das Universum”, die ihr natürlich auch gerne nutzen könnt!

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Bücher

Florian hat ein neues Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen”, ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören.

Ruths aktuelles Buch heißt “Per Lastenrad durch die Galaxis” und wir haben in dieser Folge des Podcasts sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!

Kontakt

Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.

Falls ihr Ruth mit ihrem mobilen Planetarium buchen möchtet, schreibt an hello@publicspace.at oder schaut auf ihre Homepage: http://publicspace.at

Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast zu hören.

Florian und Ruth findet ihr beide auch regelmäßig im WRINT Wissenschaft”-Podcast den es ebenfalls bei Spotify gibt

Evi betreibt gemeinsam mit ihrer Kollegin Teresa den Podcast “Cosmic Latte: Kaffeehausgespräche über Astronomie”.

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Kommentare

by Flo on
Großes Lob für die neue Kolumne "Science Frames"! Ich bin auch ein großer SciFi-Fan und verfolge mit Vergnügen die Produktionen aus dem Genre. Contact ist natürlich ein adäquater Auftakt. Ich muss ein bisschen Eigenwerbung machen, mit Contact haben wir auch vor knapp einem Jahr unseren "Eigentlich Podcast" gestartet https://eigentlich-podcast.de/egl001-contact-wissen-und-glauben-als-entangled-particles-der-menschheit/ Ich möchte eure Figurenbeschreibung der Astronomin Ellie Arroway noch um den Aspekt ergänzen, dass sie nach ihrem "Kontakt" in einen tiefen Konflikt zwischen Wissen und Glauben gerät. Die wissenschaftliche Überprüfbarkeit ihrer Erfahrung ist nicht möglich, die Grundfeste ihrer wissenschaftlichen Arbeiten, der Validierung, nicht gegeben. Sie wird in dem Betrieb fast fanatisch, findet am Ende doch ihren Seelenfrieden in der Wissenschaftskommunikation. Mit dem Roman gelingt Carl Sagan diese dünne Linie zwischen Vision und Wissen, zwischen Glauben und Wahrheit erfahrbar zu machen. Ich denke, dieser Konflikt ist bei vielen Forscher:innen angelegt, die große Entdeckungen gemacht haben.
by Christian Berger on
Vielleicht als 2. Film zum Thema Nachrichtentechnik kann ich "The Stone Tape" von 1972. Da zieht eine Abteilung einer Elektronikfirma in ein "Spukschloss" um nach dem "Next big thing" der Nachrichtentechnik zu forschen, also Grundlagenforschung. Die stellen fest, dass Leute behaupten, dass es in einem Kellerraum spukt. Als rationale Wissenschaftler entschließen sie sich dem nach zu gehen, und stellen fest, dass das Gestein wohl irgendwie Sinneseindrücke speichern kann. Sehr empfehlenswert auch wegen des Frauenbildes da. Die Frau im Team (natürlich die Computerexpertin) ist zwar völlig gleichberechtigtes Mitglied des Teams, sie ist es aber die die Aufzeichnungen im Gestein am stärksten wahrnimmt und das am emotionalsten aufnimmt.
by Niklas on
Jungkäseuniversum? Das ist ja wohl ein Frischkäseuniversum! Viele Grüße aus Hamburg
by Truegrueni on
Als Filmschaffender würd ich drauf hinweisen das während der Produktion die Arbeitszeiten mit Sicherheit mit einem Forscher mithalten können :-) … Und Projekt brainstorm gehört auch zu meinen absoluten Lieblingsfilmen ich hätte ihn nur gerne mal im Kino gesehen, meines Wissens wurde damals der Film grundsätzlich auf 35mm 24 fps produziert (in USA vermutlich anamorphotisch) der Witz war daß die Einstellungen die die Gehirn-Aufzeichnungen als POV wiedergeben in 70mm (bzw 65mm) mit 64 fps gefilmt wurden. Im Kino wurde dann abwechselnd 35mm 24fps und 70mm 64 fps projiziert, die Zuschauer*innen hatten dann eben auch ein deutlich eindrucksvolleres Bild bei den „Recordings“ Bin gespannt wann mal ein Film an dem ich mitgearbeitet habe besprochen wird… ;-)
by Truegrueni on
Hochwasser ist mir aufgefallen bei „don’t look up“ man muss noch wirklich weit schauen um das Phänomen in der Realität zu finden, überlegt einfach mal seit wann und wie vehement diverse Wissenschaftler vor den Folgen der Klima- und Umweltpolitik, die Politik und die breite Öffentlichkeit schafft es seit Jahrzehnten den Blick „abzuwenden“ also null fiction eigentlich 😢
by Christian Berger on
Das ist jetzt zwar eher Ingenieurskunst als Wissenschaft, aber es gibt einen relativ exotischen Film über Nachrichtentechnik namens "Brainstorm" (dt. "Projekt Brainstorm") von 1983. Die Geschichte ist grob so, ein Team aus Wissenschaftlern entwickelt ein Verfahren um Sinneseindrücke komplett am Gehirn abzugreifen um sie dann elektronisch zu verarbeiten. Das passiert über eine Art Helm der das irgendwie magnetisch abgreift. Das gibt es im Prinzip schon in der Medizin und nennt sich Magnetoenzephalographie, sprich die Aufnahme von Nervenimpulsen über die Magnetfelder. Da gibt es so ein paar interessante Punkte, beispielsweise wird mehrmals dieses Signal über eine Telefonleitung übertragen. Das hört sich auf Anhieb absurd an, weil ja die Sinne sehr viel mehr Informationen aufnehmen können. Allerdings ist es, zumindest laut meinem Professor in der Medizintechnikvorlesung, der darüber promoviert hat, so zu sein, dass der Kanal in Richtung Bewusstsein nur so grob 16 Bits pro Sekunde hat. Das erscheint mir auch plausibel zu sein, denn das ist so ungefähr das was man beispielsweise an Zahlenkolonnen bewusst aufnehmbar ist. Ein anderer guter Punkt ist, dass die Leiterin der Forschungsgruppe, eine Herzkranke Dame die säuft und kettenraucht, eines Tages im Labor einen Herzinfarkt erleidet. In dem Moment als sie merkt, dass potentielle Hilfe zu spät kommt, setzt sie sich das Gerät auf und zeichnet auf. Das ist ja ein sehr spannender Datenpunkt. Wie nimmt ein Mensch es wahr zu sterben? Jedenfalls stellen die fest, dass das Signal beim wieder abspielen quasi einen Herzinfarkt verursacht, weshalb die das abbrechen müssen... dann bauen die aber einen "Filter" gegen die gefährlichen Anteile des Signales... dann unterbricht aus dramaturgischen Gründen ein anderer Handlungsstrang die Handlung weshalb einer der Forscher probiert sich die Aufnahme rein zu ziehen. Den Film gibts über Spanien auf Bluray. Das ist auch das empfehleswerte Format, da der Film mit einem 70mm Format spielt was da besser aussieht, und die Bluray billiger ist als die DVD und die VHS-Version wahrscheinlich nicht VHS-W ist und somit in SD. Es gibt den aber auch auf Youtube.
by Christoph on
Danke für die schnelle Antwort auf mein Frage! Und sorry lieber Florian, dass ich unwissentlich den Finger in die Wunde gelegt habe. Nachdem ich jetzt ja weiß, dass es Trojaner-Planeten realistisch geben kann, wär es natürlich schön zu wissen ob es die tatsächlich gibt. Richtig böse sein kann ich der DFG aber nicht. Wenn du nicht von Wissenschaft zu Wissenschaftskommunikation gewechselt hättest, dann wär ich wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen drüber nachzudenken ob Trojaner-Planeten existieren ;-)

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Über diesen Podcast

Ruth und Florian reden über das Universum. Mit Fragen. Und Antworten.

Die Astronomin Ruth (Spezialgebiet Galaxien) und der Astronom Florian (Spezialgebiet Asteroiden) reden über das Universum. Ruth betreibt ein mobiles Planetarium; Florian erzählt auf Bühnen, in Büchern und in Podcasts über den Kosmos und beide plaudern gemeinsam über alles, was dort so abgeht. In jeder Folge erzählen sie einander eine spannende Geschichte aus der aktuellen Forschung. Und beantworten Fragen aus der Hörerschaft zu allem was man gerne über das Universum wissen möchte. In der Rubrik "Science Frames" untersucht Evi die Verbindungen zwischen Science Fiction und echter Wissenschaft.

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von und mit Florian Freistetter, Ruth Grützbauch, Evi Pech

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