Das Universum

DU049 - Der Übergang zum Unterriesen

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DU049 - Der Übergang zum Unterriesen

Mit Most, Ebbelwoi und Schnaps

In Folge 49 reden wir über den Übergang zu Unterriesen. Ok, zuerst reden wir ein bisschen über Schnupfen. Und Fred Hoyle. Und das James-Webb-Teleskop. Und nicht über die neue Hubble-Entdeckung. Aber dann geht es um Unterriesen. Das ist eine ganz spezielle Phase im Leben eines Sterns und man hat durch die Beobachtung dieser Objekte herausgefunden, dass die Milchstraße älter ist als gedacht. Außerdem beantworten wir immer Fragen, zum Beispiel darüber, was am schwersten zu entdecken ist. Und ob es Berge gibt, die so hoch sind, dass sie aus der Atmosphäre ihrer Planeten herausragen können. Mit Evi reden wir in “Neues von der Sternwarte” über das astronomische Praktikum. Und demnächst treiben wir uns in Vorarlberg rum und man kann uns dabei zusehen.

Fred Hoyle und der Weltraumschnupfen

Florian ist immer noch ein wenig verschnupft und nimmt das als Anlass um über Fred Hoyle zu sprechen. Der war einer der bedeutendsten Astronomen des 20. Jahrhunderts. Aber auch einer, der wirklich absurde Sachen behauptet hat. Zum Beispiel dass Viren aus dem Weltall auf die Erde kommen und dort Seuchen auslösen. Darüber kann man Florian - ebenfalls mit Schnupfen - in einer alten Sternengeschichten-Folge reden hören. Den Urknall fand Hoyle ebenfalls doof und hat sogar das Wort “Big Bang” erfunden, um die Sache lächerlich zu machen. Seine “Steady State”-Theorie ist aber auch keine wirkliche Alternative.

JWST-Update

Ruth erzählt, was das James-Webb-Weltraumteleskop gerade so treibt. Da läuft alles nach Plan, die ersten Bilder werden schon gemacht. Nur zu Testzwecken aber, weil die Instrumente noch kalibriert werden müssen. Aber schon die Testbilder sind super und Ruth ist begeistert.

Hubble entdeckt den “frühesten” Stern (aber wir reden nicht drüber)

Hubble hat einen Stern entdeckt, der so knapp nach dem Urknall entstanden ist wie kein anderer Stern. Wir können aber nicht im Podcast darüber reden, weil diese Entdeckung erst ein paar Stunden nach unserer Aufnahme bekannt gegeben wurde. Aber man kann in Florians Blog was dazu lesen.

Astro-Geschichte: Die Milchstraße und die Unterriesen

In den Medien wird berichtet, dass die Milchstraße älter als gedacht ist. Wenn man auf die Wissenschaft schaut, die dahinter steckt (“A time-resolved picture of our Milky Way’s early formation history”) dann geht es aber eigentlich um eine andere Frage. Zum Beispiel: Ab wann ist die Milchstraße die “Milchstraße”? Weil Galaxien verschmelzen miteinander und wachsen dadurch. Das heißt die Milchstraße ist aus diversen kleineren Galaxien entstanden und die Frage ist: Wann war das erste mal etwas da, das man “Milchstraße” nennen kann? Wenn man das wissen will, muss man die Verschmelzungen der Verangenheit rekonstruieren und dazu muss man Sterne beobachten. Genau das hat man getan, und zwar “Unterriesen”. Was das ist, erklärt Ruth und am Ende wissen wir, dass die ältesten Teile der Milchstraße schon 2 Milliarden Jahre früher entstanden ist als bisher gedacht. Zwischendurch haben wir auch noch ein bisschen über Klassifikationen und Nomenklatur gestritten.

Außerdem lobt Florian die Unsexyness von Gaias Datenkolonnen. Dank denen wissen wir nicht nur, wie das mit dem Alter der Milchstraße ist; dank solcher Kataloge wissen wir alles über die Sterne!. Die Daten zu dieser Geschichte stammen übrigens nicht nur von Gaia, sondern auch von LAMOST. Was nix mit Most, Applewoi oder anderen Getränken zu tun hat, sondern der Name eines ziemlich coolen Teleskops in China ist.

Wer mehr über die Gaia-Sausage hören will, soll Folge 25 des Podcasts nochmal abspielen.

Fragen aus der Hörerschaft

Tamara möchte wissen: _”Was entstand zuerst: Galaxien oder Sterne? Weiß man das?”

Nicht wirklich. Das hängt davon ab was man unter “Galaxie” versteht. Aber wir tun unser bestes das möglichst bald rauszufinden, unter anderem dank der Arbeit des JWST.

Sebastian fragt uns: ”Gibt es eine Skala darüber wie schwierig es ist ein Objekt im Universum zu entdecken?” Nein - gibt es nicht, weil es sehr schwer zu sagen ist was “schwer zu entdecken” ist. Eine Galaxie zu entdecken ist leicht. Eine bestimmte Art von Galaxie zu entdecken kann sehr schwer sein. Planeten im Sonnensystem zu entdecken war früher kinderleicht; heute ist es enorm schwer.

Stefan hat auch noch ein Anliegen: Er möchte wissen, ob man die Bewegung der Sterne einer Galaxie, die man bis jetzt durch die Anwesenheit von dunkler Materie erklären kann, vielleicht auch unter Berücksichtigung der Lagrangepunkte und ohne dunkle Materie erklären kann.

Nein, das geht eher nicht. Weil das Modell der Lagrangepunkte sich auf Galaxien nicht anwenden lässt.

Max stellt sich folgende Frage: ”Gibt es Planeten bei denen "Inseln" aus der Atmosphäre heraus ragen?”

Eher nicht. Weil Berge nicht beliebig groß werden können. Und Atmosphären sich nicht eindeutig abgrenzen lassen.

Neues von der Sternwarte: Es wird praktisch

Evi berichtet vom “Astronomischen Praktikum” das sie gerade an der Unisternwarte Wien besucht. Dort steht man aber eher nicht mit dem Teleskop in der dunklen Nacht sondern sitzt hauptsächlich vor dem Computer. Was man dort genau macht und wieso man in Praktika auf der Uni immer so enorm alte Geräte benutzt, besprechen wir gemeinsam.

Veranstaltungen

Ruth wird sich von 21. bis 24. April mit ihrem Planetarium in Rankweil herumtreiben und wenn man sie besuchen möchte, findet hier die Termine.

Gemeinsam wird man Ruth und Florian am 7. Mai in Vorarlberg mit der ersten “Das Universum”-Show sehen können.

Telegram

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Bücher

Florian hat auch ein neues Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen”, ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören.

Ruths aktuelles Buch heißt “Per Lastenrad durch die Galaxis” und wir haben in dieser Folge des Podcasts sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!

Kontakt

Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.

Falls ihr Ruth mit ihrem mobilen Planetarium buchen möchtet, schreibt an hello@publicspace.at oder schaut auf ihre Homepage: http://publicspace.at

Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast zu hören.

Florian und Ruth findet ihr beide auch regelmäßig im WRINT Wissenschaft”-Podcast den es ebenfalls bei Spotify gibt

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Kommentare

by Mathias Panzenböck on
Auch hier in Niederösterreich gibt es nicht alkoholischen (Wein-) Most. Bestellt man beim Heurigen einfach als "süßen Most". Alles andere (Sturm, Wein, Essig) ist meinem Geschmack nach einfach schlecht gewordener Most. 😄
by Christian Berger on
Also ich würde ja als Gründungsdatum Österreichs ja die Beendung der Belagerung durch die Alliierten sehen, also der 1. April 2000 wie es auch im gleichnamigen Film dokumentiert wurde.

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Über diesen Podcast

Ruth und Florian reden über das Universum. Mit Fragen. Und Antworten.

Die Astronomin Ruth (Spezialgebiet Galaxien) und der Astronom Florian (Spezialgebiet Asteroiden) reden über das Universum. Ruth betreibt ein mobiles Planetarium; Florian erzählt auf Bühnen, in Büchern und in Podcasts über den Kosmos und beide plaudern gemeinsam über alles, was dort so abgeht. In jeder Folge erzählen sie einander eine spannende Geschichte aus der aktuellen Forschung. Und beantworten Fragen aus der Hörerschaft zu allem was man gerne über das Universum wissen möchte.

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von und mit Florian Freistetter, Ruth Grützbauch, Evi Pech

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